Ungleiche Voraussetzungen geben den Ausschlag

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Aus dem Flieger in die Sporthalle: Katrin Hintemann.

Kierspe - Wie ungleich die personellen Voraussetzungen am Sonntag waren, wurde schon beim Aufwärmen deutlich: Hüben bereiteten sich sieben Spielerinnen des Frauen-Handball-Landesligisten SG Kierspe-Meinerzhagen auf die Partie vor, drüben deren 14 des gastgebenden TV Unna.

Von Thomas Busch

Dass Katrin Hintemann – nach einwöchiger Dienstreise war sie direkt vom Flughafen zur Halle gefahren – den Mini-Kader des Fusionsteams fünf Minuten vor dem Anpfiff noch etwas vergrößerte, spielte nur bedingt eine Rolle. „Zwei Spielerinnen hätten eigentlich gar nicht auflaufen dürfen, haben sich trotz Krankheit dann aber in den Dienst der Mannschaft gestellt, damit wir nicht in Unterzahl antreten mussten“, skizzierte SGKM-Trainer Ralf Kaschube die grippebedingt extrem angespannte Personallage.

Dass die von den eigentlichen Spielpositionen her bunt zusammengewürfelten Volmestädterinnen dennoch rund 50 Minuten lang Zählbares vor Augen hatten, war insofern eine große Überraschung. Oder, wie es Kaschube ausdrückte, auch „eine kleine Blamage für den Gegner“. Erst auf der Zielgeraden gelang es dem TV Unna, seine dank der personellen Alternativen logischen konditionellen Vorteile auszuspielen – ein 6:0-Lauf in der Schlussphase bescherte ihm einen 29:23-Sieg. Dabei hätten dem Tabellenvorletzten SG Kierspe-Meinerzhagen Punkte im östlichen Ruhrgebiet nur allzu gut zu Gesicht gestanden. Verständlich deshalb, dass sich Ralf Kaschube auch nach dem Spiel immer noch über die geplatzte Verlegung desselben ärgerte.

Dass es nicht zu einer solchen kam, lag letztlich am TV Unna. „Wenn sich beide Parteien einig gewesen wären, hätte ich einer Spielverlegung zugestimmt – das war aber nicht der Fall“, nahm Staffelleiterin Heidrun Redell (Herne) im Gespräch mit unserer Zeitung Stellung. Auch der seitens der SG Kierspe-Meinerzhagen ins Feld geführte Präzedenzfall aus der Verbandsliga sei kein solcher: Zwar habe die dort als Staffelleiterin verantwortliche Paula Beimesche im September 2014 das Spiel zwischen dem TV Germania Kaiserau und der SG TuRa Halden-Herbeck, die aufgrund einer grassierenden Magen- und Darm-Grippe gleich acht Ausfälle zu beklagen hatte, neu angesetzt. Jedoch nur deshalb, weil Kaiseraus Verantwortliche nach zunächst ablehnender Haltung kurzfristig doch noch einer Verlegung zugestimmt hätten. „Auch bei mir gibt es nur Verlegungen, wenn Einigkeit zwischen den Beteiligten besteht“, bestätigte Beimesche auf Anfrage und ergänzte: „Ich kann mich in solchen Fällen lediglich als Vermittler betätigen.“

Zurück in die Landesliga: Heidrun Redell legt Wert auf die Feststellung, dass ihre Vereinsmitgliedschaft beim genauso wie die SG Kierspe-Meinerzhagen in den Abstiegskampf involvierten TV Wanne keinen Einfluss auf ihre Aufgaben als Staffelleiterin habe. „Vielmehr hat der eigene Verein fast schon eher schlechtere Karten“, betont die Funktionärin.

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