Auswärtsspiel droht zur Farce zu werden

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Ist auf Staffelleiterin Heidrun Redell gar nicht gut zu sprechen: Ralf Kaschube, Trainer der SGKM-Frauen.

Kierspe -  Zu einer Farce droht das Auswärtsspiel des Frauen-Handball-Landesligisten SG Kierspe-Meinerzhagen beim TV Unna am Sonntag (Anwurf 15.30 Uhr, Sporthalle Ernst-Barlach-Gymnasium) zu verkommen.

Von Thomas Busch

Grund: Die Volmestädterinnen werden lediglich mit einem Rumpfteam antreten können. Wobei der Begriff „Rumpfteam“ die Situation nur unzureichend beschreibt, denn nach Stand vom frühen Donnerstagabend wird das Aufgebot der SGKM lediglich aus fünf Feldspielerinnen nebst einer Torhüterin bestehen. Oder anders gesagt: Die Gäste werden schon beim Anpfiff in Unterzahl auf dem Parkett stehen. „Die Grippe hat mächtig zugeschlagen“, erläutert Trainer Ralf Kaschube, denn während Steffi Kowitz mit einer Schulterverletzung passen muss, hütet der Rest der Mannschaft bis auf die genannten Ausnahmen krankheitsbedingt das Bett.

Selbstredend, dass sich Kaschube deshalb um eine Verlegung der Partie bemüht hat. Doch Staffelleiterin Heidrun Redell (Herne), seit Jahren für ihre rigorose Auslegung der Statuten bekannt, zeigte sich diesbezüglich wenig kooperativ. Kaschubes Hinweis, die SGKM könne die Krankheitsfälle auch mit ärztlichen Attesten belegen, tat sie mit dem Hinweis darauf ab, dass der Trainer sein Team ja mit Spielerinnen der Kreisliga-Reserve auffüllen könne. Redells Kompromissvorschlag, sie sei mit einer Spielverlegung einverstanden, wenn der Gegner zustimme, scheiterte am Veto des TV Unna. Heißt also: Die Volmestädterinnen müssen antreten.

Wissen muss man bei der ganzen Geschichte: Die Möglichkeit, das Spiel aufgrund der besonderen Situation im SGKM-Lager abzusetzen, bestünde für Heidrun Redell sehr wohl. Vorgemacht hat es Paula Beimesche, Staffelleiterin der Verbandsliga 2: Als die SG TuRa Halden-Herbeck Mitte September vor demselben Problem wie nun die SG Kierspe-Meinerzhagen stand, strich sie die Auswärtspartie der TuRa beim TV Germania Kaiserau vom Spielplan, nachgeholt wurde sie dann sechs Wochen später. Der Vollständigkeit halber sei ergänzt: Auch TuRa Halden-Herbeck verfügt über eine 2. Frauenmannschaft...

Doch Heidruns Redells Auslegung der Statuten ist eben eine andere als die Paula Beimesches. Und nicht nur Ralf Kaschube stellt sich nun die Frage, „ob diese Entscheidung eine Entscheidung im Sinne des Sports ist“. Ergänzend gibt der SGKM-Trainer überdies zu bedenken: „Wir sind Amateursportler – das sollte man auch nicht vergessen.“ Zusätzliches „Geschmäckle“ hat für Kaschube zudem der Umstand, dass Heidrun Redell Vereinsmitglied beim TV Wanne 1885, einem Hauptkonkurrenten der SGKM im Abstiegskampf, ist.

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