Fußball-Bezirksliga 6

Platz zwei und das "Radi"-Comeback

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Peilen eine Woche nach dem Kreisderby am Sonntag Erfolgserlebnisse an: RWL-Verteidiger Pascal Ertelt (links) und TuS-Kapitän Kevin Klahr.

Kreisgebiet - Die Tabellensituation trennt, der Hunger nach Erfolgserlebnissen eint die beiden Kreisvertreter in den Punktspielen der Fußball-Bezirksligastaffel 6. Während Rot-Weiß Lüdenscheid Rang zwei ins Visier nimmt, will Liganeuling TuS Grünenbaum im Spiel eins nach Uwe Hartmann und unter Ex-Coach Jan Rademacher einen ersten Schritt in Richtung Ligaerhalt unternehmen. 

RW Lüdenscheid - FSV Gevelsberg (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen):  Das lohnenswerte Ziel ist klar umrissen und bildet eine eindeutige Vorgabe: Rot-Weiß Lüdenscheid ist im Duell mit dem FSV Gevelsberg komplett auf einen weiteren Dreier eingestellt. Denn nur der gestattet den Bergstädtern den Tabellenmarsch vorbei am spielfreien SC Berchum/Garenfeld auf Rang zwei. „Und erster Verfolger von Tabellenführer Hagen möchten wir schon gern wieder werden, auch wenn der Rückstand zu den Elfern riesig ist“, formuliert RWL-Coach Martin Rost den Wunsch der Bergstädter, den auch seine Spieler teilen werden.

Dabei ist der Gast aber ein ausgesprochen unangenehmer, weil auch fast unbekannter Gegner: Der Tabellensiebte hat keine herausragenden Torjäger, sondern verteilt seine bislang erzielten 23 Treffer auf viele Schultern. Überhaupt scheint die Elf des ehemaligen Hasper und Wengerner Trainers Wolfgang Hamann ohnehin den Fokus eher auf eine starke Defensive zu legen.

22 Gegentore in den bislang bestrittenen zwölf Saisonbegegnungen zeugen von einer gewissen Defensivstabilität, was auch die Tatsache stützt, dass der FSV bislang mehr Auswärts- als Heimpunkte holte. „Da werden wir schon ein dickes Brett zu bohren haben“, ist Rost überzeugt, auf harten Widerstand zu stoßen. Andererseits ist er aber auch selbstbewusst genug, eine offensive Richtung vorzugeben: „Da wir wenig über den Gegner wissen, werden wir alles daran setzen, unser Spiel durchzuziehen, um damit die Grundlage für den Dreier zu legen, den wir alle unbedingt wollen.“

Personell steht für Rost das Gerüst der vergangenen Wochen, denn aus dem Lager der Verletzten gibt’s keine unmittelbar positive Rückmeldung: Florian Neuke und Semir Tuz müssen mit Muskelfaser- bzw. Muskelbündelanrissen weiter pausieren, Lukas Finke weilt seit dieser Woche wieder im Mannschaftstraining, ist laut Rost aber nach seiner langen Pause „höchstens eine Option für das Pokalspiel in eineinhalb Wochen.“

RWL:  Reischel, Brackmann – Yilmaz, Linneboden, Besirlioglu, Ertelt, Maatalla, Akdag, Schereer, Mai, Breitenbach, Schönrath, Dissing, Schwenck, Jindou, Sattler, Schwarzer

TuS Grünenbaum - VfL Schwerte (Sonntag, 14.30 Uhr, Kunstrasen Kreisch):  Die Zeit der Alibis ist beim TuS seit dieser Woche vorbei. „Auch die immer noch recht dünne Personaldecke zählt nicht als Ausrede“, sagt Co-Trainer Tom Herberg. Mit einem neuen Mann auf der Kommandobrücke will der Fußball-Bezirksligist die Wende im Abstiegskampf schaffen.

„Und Radi“, ist sich Herberg sicher, „ist genau der Richtige, um wieder Feuer ‘reinzubringen.“ „Radi“, das ist Jan Rademacher – der Trainer, der mit den Kreisch-Kickern in der vergangenen Saison das Kunststück schaffte, mit 76 von 78 möglichen Punkten ungeschlagen aufzusteigen. Die Fußballpause, die sich Rademacher nach der Erfolgsspielzeit aus privaten und beruflichen Gründen selbst verordnet hatte, währte ganze zwölf Punktspiele. Die Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger Uwe Hartmann entpuppte sich für beide Seiten als Missverständnis und gipfelte vor sechs Tagen folgerichtig in der Trennung.

Richten soll’s nun der letztjährige Erfolgscoach. „Für die momentane Situation ist Jan Rademacher die bestmögliche Lösung“, sagt Tom Herberg über das Comeback, dessen Dauer noch völlig offen erscheint. Rademachers Engagement ist zunächst interimsmäßig; wie es weitergeht, wird sich in den kommenden Wochen ergeben.

„Wir sind ständig miteinander im Austausch, schauen natürlich auch nach externen Trainerkandidaten und werden am Ende eine Lösung finden, die für beide Seiten akzeptabel ist“, gewährt Herberg einen Einblick in das weitere Vorgehen. Zunächst gilt alle Konzentration dem Meisterschaftsspiel gegen die Schwerter.

Als „unangenehm“ stuft Tom Herberg den Tabellenfünften ein, der über die zweitbeste Abwehr der Bezirksliga 6 verfügt und mit dem bislang neunfachen Torschützen Alexander Bahr über einen sehr gefährlichen Stürmer verfügt. Eine unlösbare Aufgabe stellt der VfL fraglos jedoch nicht dar – zumal deshalb nicht, weil die ersten Trainingseinheiten des TuS unter dem neuen, alten Trainer vielversprechend waren.

„Die Jungs sind heiß und wissen, dass sie jetzt liefern müssen“, gibt Herberg die Eindrücke wieder. Die Trainingsschwerpunkte lagen im taktischen Bereich, wobei defensives Verschieben und die Verteidigung von Diagonalpässen im Vordergrund standen. Personell sieht es zwar noch nicht gut, aber besser als zuletzt aus: Der Kader des Lüdenscheid-Spiels erhält Zuwachs durch Richard Kochta, Viktor Hense und Matthias Neuhaus. Fraglich ist nur der Einsatz von Moritz Marek (muskuläre Probleme).

TuS: Kaldirim, Hewakandamby – Gillmann, Hamel, Neuhaus, Renneckendorf, Chamkha, Hense, Kochta, König, Schnieder, Wolter, Yilmaz, Eicker, Klahr, Marek (?)

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