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B-Ligist macht das Rennen um begehrten Kicker aus der Westfalenliga

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Von: Michael Jeide

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Jens Beer (links) und Sergen Gülbeyaz
Jens Beer, Sportlicher Leiter des TuS Herscheid (links), begrüßte den neuen spielenden Co-Trainer Sergen Gülbeyaz in der Feelgood-Arena. © Alina Beer

Ein wenig las es sich wie ein Stellengesuch, als der Herscheider Fußballer in Diensten des Westfalenligisten Borussia Dröschede im Dezember kundtat, dass er wegen eines in Kürze beginnenden berufsbegleitenden Studiums kürzertreten müsse und deshalb nach einem neuen Verein für die Rückrunde Ausschau halte.

Herscheid - Sonntags bis 13 Uhr am Computer zu sitzen und an Online-Seminaren teilzunehmen, das ließ sich für den 25-jährigen Stürmer mit dem Spielen in Dröschede nicht mehr vereinbaren – Sergen Gülbeyaz schwebte deshalb ein Engagement bei einem Bezirksligisten oder einem ambitionierten A-Ligisten vor. Den Verein in seinem Wohn- und Arbeitsort Herscheid, B-Ligist TuS, hatte er indes zunächst einmal ausgeschlossen. „Ich wünsche dem TuS aber natürlich den Aufstieg“, sagte Gülbeyaz, der als Minikicker im Müggenbruch mit dem Fußballspielen begonnen hatte, ehe er beim SC Plettenberg und dem FC Iserlohn weiter ausgebildet wurde. Im Seniorenbereich waren der SV Attendorn, erneut der FC Iserlohn, die SpVg Olpe und zuletzt Borussia Dröschede seine Stationen.

Auch Jens Beer, der Sportliche Leiter des TuS Herscheid, hatte unseren Artikel über Sergen Gülbeyaz gelesen, bis zum Ende, wo durchklang, dass das Team aus der Ebbegemeinde eigentlich keine Chance haben würde, Gülbeyaz zu verpflichten. Doch Beer ließ sich davon nicht beirren: „Ich habe den Bericht gelesen und einfach unverbindlich bei ihm angefragt. Ich habe mir gedacht, das ist doch ein Herscheider Junge – warum solch ich es aus reiner Dreistigkeit nicht einfach versuchen?“

Sergen hat sich bei mir gemeldet und gesagt, er wäre bereit, verrückte Dinge zu tun.

Jens Beer Sportlicher Leiter TuS Herscheid

Und der Sportliche Leiter zog auch gleich noch einen Trumpf aus dem Ärmel und bot Gülbeyaz, der bei der Firma Gustav Alberts beschäftigt ist, die nur knapp zwei Kilometer von der Feelgood-Arena entfernt liegt, den Job des spielenden Co-Trainers an. „Davon war er total begeistert, wollte aber dennoch zunächst alle Angebote sammeln. Und es waren mehrere Vereine an ihm dran“, weiß Beer. Man blieb in Kontakt und am vergangenen Sonntag folgte das entscheidende Gespräch. „Sergen hat sich bei mir gemeldet und gesagt, er wäre bereit, verrückte Dinge zu tun“, erzählt Beer. Der heiß begehrte Angreifer gab also dem TuS Herscheid seine Zusage. „Ich habe mich riesig gefreut – für uns ist das ein echter Glücksgriff, einfach spitzenmäßig“, konnte es der frühere Klassetorwart Beer kaum fassen, das seine Dreistigkeit tatsächlich zum Erfolg führte.

„Sergen wird in der Rückrunde auf dem Platz damit der verlängerte Arm von Trainer Hennes Vogelsang und wird uns enorm weiterhelfen“, sagt Beer, wohl wissend, dass auch einige andere ambitionierte B-Ligisten in der Winterpause personell noch einmal nachgelegt haben.

„Wir wollen aufsteigen“, macht Beer noch einmal deutlich, dass die Herscheider, zurzeit Tabellenzweiter hinter der U23 des TuS Plettenberg, die Rückkehr ins Kreisoberhaus nun erst recht anstreben. „Dort werden wir dann ganz andere Möglichkeiten haben, denn B-Ligisten gibt es ja praktisch vor jeder Haustür“, glaubt Jens Beer, dass eine Rückkehr in die A-Liga nach vier Jahren dem Verein einen zusätzlichen Schub geben wird. Und er hofft natürlich, dass die nun verpflichtete „Rakete“ einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann.

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