Schwimmen

SV 08 Werdohl seit März 2020 fast ohne Vereinsleben

Vereinsmeisterschaft des SV 08 Werdohl im neuen Hallenbad (März 2020)
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Die Vereinsmeisterschaften des SV 08 Werdohl wurden im neuen Hallenbad in Ütterlingsen im März 2020 noch erfolgreich durchgeführt.

Werdohl – Wie für alle Schwimmsport treibenden Vereine hielt das Jahr 2020 auch für den SV 08 Werdohl tief greifende Änderungen bereit. Covid-19 beeinflusste das gesamte Vereinsleben und hat es nachhaltig verändert. Das Vereinstraining musste eingestellt, Wettkämpfe abgesagt und neue Formate für Freizeitaktivitäten und Besprechungen gefunden werden. Wirklich positiv war für die Werdohler nur eines: Der Umbau des Clubheims konnte weiter voranschreiten.

Erster Lockdown im März

Dirk Sommer, 2. Pressewart des SV 08, blickt auf das unruhige Jahr 2020 zurück, das noch ganz normal begann. Die Vorbereitungen auf die Hallenbadwettkämpfe liefen auf Hochtouren. Das Nachwuchsschwimmfest und das Werdohler Kindergetöse sollten erstmals im neuen Hallenbad in Ütterlingsen durchgeführt werden. Die Vereinsmeisterschaften Anfang März wurden noch als Testlauf erfolgreich durchgeführt. Doch dann sollte alles anders kommen: Mitte März wurden die Hallenbäder geschlossen und wenig später stand die Entscheidung zur Absage der beiden Nachwuchsveranstaltungen fest.

Kaum Wettkämpfe, Reisen abgesagt

Es blieben nicht die einzigen abgesagten Wettkämpfe: Ende Februar 2020 fuhr der SV 08 noch in den Partnerschaftskreis Elbe-Elster und nahm am Schwimmfest in Finsterwalde teil. Es sollte nach den Kreismeisterschaften der „Langen Strecken“ im Januar und dem Balver Treff im Februar die letzte Wettkampfveranstaltung des Jahres bleiben. Auch die traditionellen Reisen nach Ratibor (Polen) und Haarlem (Niederlande) konnten nicht mehr stattfinden. Der Trainingsbetrieb und die Schwimmausbildung kamen ebenfalls komplett zum Erliegen.

Hoffnung im Sommer: Training im Freibad

Zu Beginn des Sommers gab es erste Hoffnungsschimmer: Fallende Infektionszahlen führten zu Lockerungen. Mit entsprechendem Hygienekonzept konnte zunächst das Trockentraining auf dem Vereinsgelände wieder stattfinden. Dann öffnete unter strengen Auflagen das Freibad Ütterlingsen. Damit startete für einen Teil der Mannschaft das Wassertraining. An ein Regeltraining war aber wegen der Abstandsregeln nicht zu denken. Auch für die Schwimmausbildung konnte kein sicheres Konzept erstellt werden. So musste der mit der DLRG geplante Ferienschwimmkurs abgesagt werden.

Der Umbau des Vereinsheims ist weiter vorangeschritten.

Kein Internationales Schwimmfest

Es stand eine weitere und schwerwiegende Entscheidung an. Das Internationale Schwimmfest wäre Anfang September zwar rechtlich zulässig gewesen. Aber insbesondere mit Rücksicht auf die auswärtigen Gäste und das bestehende Infektionsrisiko wurde die Veranstaltung schweren Herzens ins Jahr 2021 verschoben. Die Unbeschwertheit und das Flair der Veranstaltung wäre bei einer Durchführung vom Virus überschattet worden. Die positiven Erinnerungen der Jahre zuvor sollten nicht durch eine „Corona-Veranstaltung“ eingetrübt werden.

Die Absage des Internationalen Schwimmfestes machte den Weg frei für den vorzeitigen weiteren Umbau des Vereinsheims in Ütterlingsen. Dank des Förderprogramms „Moderne Sportstätte 2022“ des Landes NRW konnte die energetische Sanierung des Gebäudes starten und durch zusätzliche Fördermittel für Kleinprojekte in der Region „LenneSchiene“ konnte der Verein zusätzlich die Sanierung des Abwasserkanals in Angriff nehmen.

Wasserzeiten im Aquamagis

Nach dem Ende der verlängerten Freibadsaison mussten erneut neue Lösungen für den Trainingsbetrieb gefunden werden. Da die Schulen bis auf Weiteres auf den Schwimmunterricht verzichteten, blieb aus wirtschaftlichen Gründen das Hallenbad geschlossen. Für den Oktober organisierten die Werdohler Bäderbetriebe Wasserzeiten im Aquamagis. So konnte nach einer kurzen Unterbrechung das Training im Notbetrieb in Plettenberg aufgenommen werden.

Die geplante Wiedereröffnung des Ütterlingser Hallenbades Anfang November fiel dann aber dem zweiten Lockdown zum Opfer. Nach der erneuten Bäderschließung stellten viele Schwimmerinnen und Schwimmer auf Individualsport um: Fahrradfahren, Joggen und Athletiktraining zuhause standen hoch im Kurs.

Schnitzeljagd als Freizeitaktivität

Während in den Jahren zuvor zahlreiche Freizeitaktivitäten organisiert wurden, waren und sind diese zurzeit in großen Gruppen undenkbar. Dem SV 08 war es aber wichtig, auch in Pandemiezeiten den Sportlern zumindest eine kleine Abwechslung zu bieten. Die Jugendwartinnen dachten sich deshalb eine besondere Aktion aus: eine Schnitzeljagd über den Remmelshagen. Dabei mussten Aufgaben gelöst werden. Kleingruppen starteten die Jagd jeweils zu unterschiedlichen Zeiten. Die Aufgaben und Gewinne wurden kontaktlos an alle teilnehmenden Gruppen übergeben.

Sitzungen als Videokonferenzen

Neben den sportlichen Veränderungen musste auch bei den Vorstandssitzungen umgedacht werden. Gerade in der Pandemiezeit standen kurzfristige Entscheidungen an. In Bezug auf die Umbauarbeiten waren diese sogar weitreichend für die Zukunft des Vereinsheims. Doch Präsenzveranstaltungen waren und sind weiterhin untersagt. So stellte auch der Schwimmverein ab März seine Sitzungen erfolgreich auf Videokonferenz im Internet um und sicherte so den Geschäftsbetrieb des Vereins.

Vereinsleben kommt zum Erliegen

Zu Beginn des neuen Jahres steht der SV 08 an der gleichen Stelle wie beim ersten Lockdown. Das Vereinsleben ist erneut vollkommen zum Erliegen gekommen. Sämtliche Versuche, zumindest für einen Teil der Mannschaft, ein Training anzubieten, mussten wieder eingestellt werden. Die Trainer haben viele der Schwimmer seit März nicht mehr gesehen. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Besonders problematisch war und ist die Situation bei der Schwimmausbildung. Sie wird vermutlich noch einige Zeit ruhen müssen.

Der Verein sendet aber die Botschaft, dass es ihn noch gibt und dass er nicht aufgeben wird. Sobald es wieder möglich ist, will der SV 08 voll durchstarten. Und bis dahin heißt es: durchhalten.

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