Ein Duo verabschiedet sich aus dem Titelkampf

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Gab dem TSV-Mittelfeld beim 0:4 gegen Grünenbaum nicht die erhofften Impulse im Mittelfeld: Erkan Coskun (links).

Lüdenscheid - Die Ambitionen waren und sind groß, aber mit dem TSV Lüdenscheid und Phoenix Halver haben sich zwei hoch eingeschätzte Fußball-A-Ligisten zumindest vorerst aus dem Titelkampf im Kreisoberhaus verabschiedet.

Von Marc Kusche und Jörg Hellwig

Gerade im Umfeld von A-Ligist TSV Lüdenscheid war die Zuversicht vor dem sonntäglichen Spiel gegen den TuS Grünenbaum noch groß. Schließlich hatte die Mannschaft just eine Woche zuvor die hohe Auswärtshürde Phoenix Halver genommen (1:0). Von daher sollte jetzt gegen den Tabellenzweiten ein weiterer Schritt folgen, um den Abstand zur Tabellenspitze zu minimieren.

Das Ergebnis indes ist bekannt: 0:4 mussten sich die Bergstädter geschlagen, waren mit diesem Resultat gar noch gut bedient. „Wir haben keinen guten Tag erwischt, Grünenbaum hingegen einen richtig guten. Von daher geht die Niederlage auch in dieser Höhe in Ordnung“, fasste TSV-Trainer Abi Ouhbi kurz und bündig zusammen, um dann aber doch tiefere Ursachenforschung zu betreiben: „Wir haben hinten haarsträubende Fehler begangen. Lediglich Keeper Jan-Philipp Winter hat seine Leistung gebracht, sonst wäre es noch dicker gekommen. Und nach vorne ging so gut wie nichts, lediglich Ismail Uzunoglu hat zumindest im Ansatz mit seinen Tempodribblings für Gefahr gesorgt. Fast schon leid tun konnte einem Routinier Dino Minacapilli. In seinem zweiten Spiel nach längerer Pause hing der 40-Jährige als Stoßstürmer über weite Strecken in der Luft, weil erschlichtweg keine Bälle bekam.

TSV fehlen Alternativen in der Offensive

Dazu kam – was Ouhbi allerdings nicht als Entschuldigung anführte – die personelle Ausstattung. Mit Burak Özler, Özgür Muti und Tevfik Yorulmaz standen gleich drei Kreativ- bzw. offensivstarke Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, derweil der Gast nach Ablauf der Rotsperre vom zweifachen Torschützen Kevin Klahr aus dem Vollen schöpfen konnte. „Diese Leistungsträger können wir ‘eins zu eins’ nicht ersetzen“, ist für Ouhbi eines nach dieser Niederlage und zehn bzw. sieben Punkten Rückstand auf TuS Herscheid und Grünenbaum klar: „Angesichts der Konstanz dieses Duos ist es fast unmöglich, da noch einmal heranzukommen.“

Nichtsdestotrotz sieht der Coach sein Team gefordert, bis zur Winterpause nicht noch mehr an Boden zu verlieren, hat kurzfristig aber große Probleme auf der Torhüterposition: Winter zog sich in der Schlussminute ein Kapselverletzung in der Schulter zu, Schönenberg erlitt zuvor im Spiel der Reserve einen „Pferdekuss“, wobeiein Nerv in Mitleidenschaft gezogen wurde, und auch Torwarttrainer Bräcker steht aufgrund eines Muskelfaserrisses vorerst nicht zur Verfügung.

Krisensitzung auf der Karlshöhe

Dunkle Wolken sind auch über der Halveraner Karlshöhe aufgezogen: Nach der als „Ausrutscher“ titulierten 3:4-Schlappe gegen den TuS Plettenberg II wurd’s in der „Lüdenscheider Woche“ zappenduster: Dem 0:1 gegen den TSV folgte das 2:5-Debakel beim SV Hellas. Dass einige Leistungsträger fehlen, wird vom Klub schlüssig mit Verletzungen und Erkrankungen begründet, hartnäckig halten sich freilich auch Gerüchte um ausbleibende finanzielle Zuwendungen an die Kicker. Die freilich verweisen die Phoenix-Verantwortlichen ins „Reich der Fabeln“. Drei Schlappen in Folge aber haben tiefe Sorgenfalten in die Phoenix-Mienen gezogen. Für heute Abend ist eine „Aussprache“ terminiert – andernorts nennt man das indes schlicht „Krisensitzung“.

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