Fußball

Kontrahent entschuldigt sich

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Im letzten Moment in der Henneberg-Arena am Einschuss gehindert: RWL-Mittelfeldspieler Richard Dissing ging beim 2:1-Erfolg – siebter Sieg in Serie – der Rot-Weißen beim TSV Weißtal diesmal leer aus.

Lüdenscheid - Als bei Martin Rost am Montag um 10 Uhr das Telefon klingelte, hatte er einen völlig unerwarteten Gesprächspartner am Rohr: Alfonso Rubio Doblas, Trainer des Sonntagkontrahenten TSV Weißtal, entschuldigte sich beim Trainer von RW Lüdenscheid dafür, dass er ihn bei der 1:2-Heimniederlage einige Male heftig verbal attackiert hatte und gratulierte zu Sieg und feiner Leistung.

„Eine große Geste vom Kollegen, der doch ein ganzes Stück älter als ich ist, dafür meinen Respekt“, freute sich der aktuelle RWL-Erfolgscoach über die Nachricht aus dem Siegerland. Der Spanier Rubio Doblas hatte Rot-Weiß schon am Sonntag gegenüber Siegerländer Medien über den Klee gelobt, „In den ersten 70 Minuten war uns Lüdenscheid klar überlegen, da haben sie uns am Leben gelassen“, wird er zitiert.

So lange hatte selbst Rost seine Elf nicht vorn gesehen: „Wir haben eine wirklich tolle erste Halbzeit gespielt, aber da und kurz nach dem Wechsel versäumt, den Sack zuzuschnüren. Die Schlussphase hat dem Team nochmals gezeigt, dass es bis zur letzten Sekunde konzentriert bleiben muss, wenn es Siege nicht mehr gefährden will.“

Doch Nachkarten war nicht lange angesagt. Vielmehr blicken Verantwortliche und Spieler schon auf Sonntag, wenn es zum echten Hinrunden-Showdown um den „Herbsttitel“ gegen Germania Salchendorf (31 Punkte) geht. Der Spitzenreiter hat einen Zähler mehr auf dem Konto als die Bergstädter, die das spielstarke Siegerland-Team mit stabiler Abwehr (erst 13 Gegentore gegenüber 25 von Rot-Weiß) mit einem Sieg als Tabellenführer ablösen könnten. Nutznießer des absoluten Schlagerspiels am Nattenberg würde gern VSV Wenden werden, das mit 28 Zählern Rang drei einnimmt.

„Das wird ein ganz tolles Spiel, etwas Größeres gibt es für einen Fußballer doch kaum, als in einem Heimspiel noch die Hinrundenmeisterschaft gewinnen zu können. Das wollen wir natürlich unbedingt, aber Salchendorf ist sicher keinen Deut weniger motiviert und hat noch kein Spiel verloren. Überhaupt wird es, je länger eine Siegesserie anhält, doch immer einen Tick schwieriger sie fortzusetzen“, setzt Rost seine Kicker nicht zu stark unter Druck. „Man muss auch damit leben können, dass man mal wieder ein Spiel verliert“, sagt er, „davon geht die Welt nicht unter.“ Währenddessen hat Vorstandssprecher Michael Dregger ganz andere Träume: „Wenn das Wetter mitspielt, dann wären mal mehr als 300 Zuschauer doch für uns der absolute Hammer.“

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