Handball

„Es geht um die Zukunft der HSG“

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Peter Werner  führte durch den Vormittag der HSG-Mitgliederversammlung.

Lüdenscheid – Im nächsten Jahr wird die HSG Lüdenscheid 25 Jahre alt und will diesen runden Geburtstag auch groß feiern, am liebsten auf dem Bahnhofsgelände mit großem Fest und Beachhandball-Aktivitäten. Es ist indes ein Jubiläum, das möglicherweise zusammenfällt mit einem historischen Absturz der Männer-Mannschaft des Vereins. Das Aushängeschild des Vereins, das einst ambitionierten Oberliga-Handball gespielt hat, ist aktuell Tabellenletzter der Landesliga.

Kein einziger Sieg bisher – die Hoffnung allerdings, sie stirbt zuletzt. Der Abteilungsleiter der Männer, Niclas Beckmann, fehlte am Sonntagmorgen beruflich bedingt bei der Jahreshauptversammlung der HSG im Schneckenhaus. An seiner Stelle referierte Felix Kroll, Beckmanns Stellvertreter und seit der Trennung von Trainer Axel Schürfeld auch gemeinsam mit Matthias Skutta in der Trainer-Verantwortung.

„Es geht um die Zukunft der HSG, ein Abstieg wäre bitter“, sagte Kroll. Doch wenngleich es am Samstag gegen ein Rumpfteam des Vorletzten Eintracht Hagen III nur zu einem Punkt gereicht hatte, blieb Kroll Optimist. „Die Mannschaft hat ein Zeichen gesetzt. Wir sind stolz auf die Jungs“, stellte er fest, schwor die Vereinsfamilie auf das Abstiegsderby am Samstag bei der TS Evingsen ein („Da müssen alle kommen und das Team unterstützen.“) und gab einen Ausblick in die Planungen.

Einen neuen Trainer wollen Kroll und Skutta noch vor Weihnachten präsentieren, die Gespräche mit einem Kandidaten seien sehr weit gediehen. Neuzugänge möchte man ebenfalls noch präsentieren. „Aber das ist im Winter noch schwerer als im Sommer“, sagte Kroll, „wir gehen da auch sicher an die Schmerzgrenze, aber finanzielle Risiken werden wir nicht eingehen...“ Auch fürs nächste Jahr sind erste, vielversprechende Gespräche mit Leistungsträgern bereits geführt worden. Kroll sprach von einer zweigleisigen Planung für die Landesliga und die Bezirksliga.

Der Umgang mit der Misere bei der HSG ist ein erstaunlicher. Nicht nur die 1. Mannschaft ist aktuell Tabellenletzter, sondern auch die 2. Mannschaft in der Kreisliga A – als Bezirksliga-Absteiger. Den Tabellenstand bezeichnete Kroll als „noch nicht optimal“. Ansonsten gab es nur Lob für Arnd Pielhau. „Pille ist sehr geduldig und ruhig – er macht das richtig gut.“

Frauen-Abteilung auf gutem Weg 

Es war überhaupt ein Vormittag, an dem viele Worte des Lobes, Danks und der Anerkennung verteilt wurden. Im Frauen-Bereich der HSG sprach Abteilungsleiter Falk Baberg vom besten Abschneiden in der Vereinshistorie (Platz drei in der Landesliga) und erinnerte noch einmal an den kürzlich getätigten „Toptransfer“ Carina Traumüller. Dazu gibt es für die Reserve mit Sophie Kahlert, Anna von Oepen und Katharina Gärtner auch noch drei Neuzugänge, die von den SGSH Dragons kommen.

Für die nun von Thorsten Düllmann trainierte 2. Frauen-Mannschaft gab Baberg den Bezirksliga-Aufstieg als Ziel aus („Das ist sehr realistisch“), für die Landesliga-Damen verspricht sich Baberg durch den Traumüller-Transfer und die Düllmann-Verpflichtung auch eine Zukunft in den ganz vorderen Gefilden der Landesliga. „Hier könnte etwas ganz Großes wachsen, wenn wir es richtig angehen“, ließ sich Baberg von Peter Werner beim Zukunftsausblick entlocken.

Jugend

Für die Zukunft sieht sich auch die Jugend-Abteilung besser gerüstet. Mit Arne Luft und Birgit Schnippering (Sportliche Leiter Jugend) ist hier frischer Wind zu verzeichnen, vor allem aber verzeichnet der Trainerstab durch Dirk Schroller (F-Jugend), Dominik Felske (E-Jugend), Michael Grzybek (Mädchen), Holger Linde (D-Jugend) und Arne Luft selbst kompetente Zugewinne. Luft versuchte nicht, irgendetwas schön zu reden.

Zuletzt wurde auch noch der gemeinsame B-Jugend, die unter der Flagge der SU Altena segelte, abgemeldet. Aber Luft machte auch Mut: „Wir müssen einiges verändern und haben damit auch schon begonnen. Generell sieht man im Jugendhandball überall eine katastrophale Entwicklung. Aber bei uns ist die Entwicklung in vielen Bereichen inzwischen wieder positiv. Wir haben im Jüngsten-Bereich großen Zulauf, und auch im Mädchen-Bereich, den wir stärken wollen. Wir müssen uns breit aufstellen und brauchen dazu alle, die anpacken können, denn es gibt noch ganz viel zu tun. Aber wir haben Bock, es anzugehen...“

HSG hat noch Rücklagen

Von „Schuldenfreiheit“ berichtete Sabine Kutzehr, die den Kassenbericht vortrug. „Wir haben sogar noch Rücklagen“, stellte sie fest und hatte Zahlen mitgebracht, in denen der Einnahmenwert im Geschäftsjahr höher war als der der Ausgaben. Die Mitgliederzahl zum 30. September ist auf 286 gesunken (236 aktive, 50 passive). Was der Verein weiterhin nicht hat, das ist ein Geschäftsführer. Auch am Sonntag präsentierte der Vorstand keinen Kandidaten für die vakante Position, so dass Werner, eigentlich Jugendwart, als Stellvertreter diese Aufgaben weiterhin miterledigen wird.

Erfolgreicher Social Media-Auftritt

Ein Bereich, auf den HSG-Verantwortlichen aktuell sehr stolz sind, ist derweil das Engagement und die Präsenz in den sozialen Medien. „Hier haben wir extrem viel Zeit investiert“, erläuterte Felix Kroll, „wir haben bei Faceboook eine höhere Reichweite als die SGSH Dragons und bei Instagram mehr Follower als Eintracht Hagen oder die SGSH. Über diesen Weg werden wir Sponsoren finden und auch die Kinder und Jugendlichen zum Handball ziehen können...“ Neue Wege im 25. Vereinsjahr. Wege, die es bei der Gründung der HSG noch gar nicht gegeben hat. Seinerzeit war der Verein dafür sportlich noch weitaus erfolgreicher...

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