Handball

Im Herbst drohen Punktabzüge

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Schiedsrichterwart André Krause gibt Lösungsvorschläge.

Kreisgebiet - Die personelle Lage im Handballkreis Lenne-Sieg in Sachen Schiedsrichter bleibt weiterhin angespannt. Schiedsrichterwart André Krause hat Lösungsansätze für das Problem.

Es wird nicht besser: Die Botschaft, die André Krause, Schiedsrichterwart im Handballkreis Lenne-Sieg, am Freitag für die Delegierten der Vereine zur Vereinsvertretersitzung ins Olper Kolpinghaus mitgebracht hatte, ließ sich unterm Strich auf diese vier Worte reduzieren. Wie sehr die Verantwortlichen auch wachrütteln und mahnen: Im Schiedsrichterbereich des Kreises bleibt die Situation angespannt. 

„Wir brauchen mehr Schiedsrichter, und wir brauchen weniger Samstags-Ansetzungen“, stellte Krause fest. Nicht zum ersten Mal. Gerade die Problematik mit zu vielen parallel stattfindenden Spielen am Samstag hatte der Schalksmühler auch schon in der Vergangenheit sehr detailliert dargestellt. Krauses Kritik: Vereinsvertreter hören sich diese Vorträge gerne an – doch sie zu bewegen, neue Schiedsrichter zu generieren oder wenigstens vom Heimspiel-Termin am Samstag abzurücken, ist schwierig. „Die Konsequenz wird sein, dass wir irgendwann Spiele nicht mehr besetzen werden“, sagt Krause, „wenn sich nichts tut, wird der Spielbetrieb so, wie er jetzt ist, nicht aufrechtzuerhalten sein.“ 

89 Schiedsrichter hat der Handballkreis Lenne-Sieg aktuell noch – rund 120 Referees müssten es sein, um den Spielbetrieb komfortabel mit Unparteiischen auszustatten. Den Komfort, mehr Schiedsrichter zu haben als im Soll vorgesehen, hat kein Verein mehr. „Der TVE Netphen ist noch nah am Optimum, aber ansonsten ist es oft schwierig – gerade auch bei den Vereinen mit vielen Mannschaften wird es oft schwierig“, sagt Krause. Der TuS Ferndorf zum Beispiel hat seit Jahren in diesem Bereich erhebliche Probleme und dürfte damit einer der ersten Kandidaten sein für eine Premiere: Im Sommer 2020 wird die Schiedsrichter-Ordnung drei Jahre gelten – damit drohen nach drei Spielzeiten mit deutlicher Unterschreitung des Schiedsrichter-Solls nun nicht mehr nur Sperren für Freundschaftsspiele, sondern sogar Punktabzüge für die hochklassigste Mannschaft eines Vereins. 

Im Falle des TuS Ferndorf würde die 2. Mannschaft (Oberliga Westfalen) mit der Hypothek eines Punktabzugs in die Spielzeit 20/21 gehen. Auch andere Vereine sind gefährdet, die HSV Plettenberg/Werdohl zum Beispiel und die SGSH Dragons führt Krause ebenfalls als Clubs an, die Schwierigkeiten haben, das Soll zu erfüllen. Es gibt auch kleine Vereine, die eigentlich nicht viele Schiedsrichter benötigen, die aber teilweise nicht einmal einen Referee haben (z.B. Littfeld-Eichen). 

Wie schwer es ist, neue Männer oder Frauen an der Pfeife zu gewinnen, hat der letzte gemeinsame Anwärterlehrgang mit dem Kreis Iserlohn/Arnsberg – der Lehrgang war nur mit großer Mühe zu Stande gekommen – gezeigt: Sechs neue Schiedsrichter hat er für den Kreis Lenne-Sieg gebracht. „Das ist zu wenig in einem Jahr“, sagt Krause, der gerade wieder zwei Abmeldungen verzeichnet hat: Calvin Broscheit, Rechtsaußen der SGSH Dragons II, trainiert inzwischen ein Jugendteam und hat deshalb keine Zeit mehr zum Pfeifen, bei Fabian Jens (TuS Linscheid) ist es genauso. 

Der Kreisvorsitzende Klaus Krass sieht die Problematik auch, er freut sich über jeden neuen Schiedsrichter, doch er würde sich eben auch wünschen, dass nicht nur neue junge Referees gefunden werden, sondern „dass man den Alten mal die Pfeife in die Hand gibt“. „Die Jungen haben es doch in den Hallen unheimlich schwer“, sagt Krass – seine Botschaft: An einem alten, erfahrenen Handballer prallt schlechtes Benehmen womöglich eher ab als an einem Heranwachsenden. 

Auch André Krause fand für die Entwicklung in den Sporthallen am Freitag klare Worte. „Es ist noch nie so schlimm gewesen wie in den vergangenen zwei Jahren“, urteilt Krause und kritisiert vor allem auch das Verhalten von Eltern auf der Tribüne bei Jugendspielen, „es wird immer schlimmer. Wir müssen eine andere Landschaft in der Sporthalle schaffen. Wir dürfen am Ende nicht beim Fußball landen.“

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