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Schalksmühler TV: Ligasaison der Turnerinnen 2021 im WTB fällt aus

Turnen am Stufenbarren
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Wann geht es zurück an die Geräte? Für Jamie Prange und ihre STV-Teamkolleginnen könnte im Juni in Ibbenbüren ein erster Wettkampf warten.

Es wird nur Freundschaftswettkämpfe geben, wenn überhaupt: Die Ligasaison der Turnerinnen im Westfälischen Turnerbund wird es nicht geben. Der Schalksmühler TV hat damit den Klassenerhalt in der Landesliga 1 sicher.

Schalksmühle – WTB-Landescup, Liga-Auftakt, das wäre normalerweise dieser Tage das Programm für die Turnerinnen beim Schalksmühler TV. Doch natürlich hat die Pandemie auch das Turnen zum Stillstand gebracht. „Ich habe die Mädchen seit vier Monaten nicht in der Halle gesehen“, sagt Trainer Jochen Gerlach.

Für die Ligasaison des Westfälischen Turnerbund gibt es inzwischen eine konkrete Planung. Im Rahmen einer digitalen Versammlung haben die Vereine sich mit Ligachefin Christina Bröker (Rheine) auf die Austragung von Freundschaftswettkämpfen geeinigt – wenn diese denn möglich sein sollten.

Eine reguläre Saison 2021 wird es nicht geben, auch keine Auf- und Absteiger. Der Schalksmühler TV hält damit zum zweiten Mal in Folge die Landesliga 1, ohne dafür an die Geräte zu müssen.

STV: Ligasaison der Turnerinnen 2021 im WTB fällt aus

Natürlich ist das unbefriedigend, und so attestiert Jochen Gerlach sich selbst auch eine „coronabedingt schlechte Laune“. Was nicht bedeutet, dass er eine schnelle Rückkehr in den Wettkampf forcieren möchte, im Gegenteil. Gerlach plädiert für einen Vernunftweg beim Re-Start. Der erste Termin für Freundschaftswettkämpfe – im April in Bad Oeynhausen – ist mangels rechtzeitiger Lockerungen schon wieder ad acta gelegt. Somit gäbe es nun am 12./13. Juni in Ibbenbüren die nächste Wettkampfoption. Für realistisch hält Gerlach auch dies nicht.

„Wenn ich die steigenden Zahlen sehe, glaube ich nicht daran, dass wir direkt nach den Osterferien wieder in die Halle können“, sagt der STV-Trainer, „es gab zwar viele Trainer, die bei der digitalen Runde gesagt haben, dass sie ihre Turnerinnen auch bei einem Wiedereinstieg ins Hallentraining Ende April im Juni in einen Wettkampf schicken würden. Viele sind da schmerzfrei. Aber das sehe ich anders. Klar, der Grundgedanke dieser Wettkämpfe ist toll. Ich finde es auch gut, dass Christina Bröker da den Kopf nicht in den Sand stecken will. Aber sechs Wochen Training nach einer so langen Pause, das reicht nicht beim Gerätturnen. Wir werden die Mädchen dann ganz sicher nicht nach Ibbenbüren schicken.“

Der Grundgedanke dieser Wettkämpfe ist toll. Ich finde es auch gut, dass Christina Bröker da den Kopf nicht in den Sand stecken will. Aber sechs Wochen Training nach einer so langen Pause, das reicht nicht beim Gerätturnen. Wir werden die Mädchen dann ganz sicher nicht nach Ibbenbüren schicken!

Jochen Gerlach (Trainer Schalksmühler TV)

Die Teilnahme an den Freundschaftswettkämpfen ist zwar eine auf freiwilliger Basis, aber so ganz unverbindlich dann eben doch nicht. Auf jeden Fall müsste der STV zwei Kampfrichterinnen stellen. Das wird er auch tun. Ansonsten aber dominiert vornehme Zurückhaltung im Volmetal. „Wir machen inzwischen ein digitales Workout pro Woche, um eine gewisse Fitness für den Tag X zu garantieren“, sagt Gerlach, ein regelmäßiges Training ersetze so etwas aber natürlich nicht.

Neun Mädchen sind bei den digitalen Workouts dieser Tage am Start: Jana Simroth, Milena Flechsler, Jamie Prange, Merisa Zornic und Nele Middendorf aus der Landesliga-Riege, dazu aus dem Unterbau Mia Chiduck, Lara Ausborn, Svenja Djihangiroff, Lynn Reiling und Lili Fall. Mit der Rückkehr der mehrfachen Gaukunstturnmeisterin Lina Chiduck rechnet Jochen Gerlach nicht mehr unbedingt. Nach ihrer langen Verletzungs-Pause hat Chiduck inzwischen ein Studium aufgenommen. „Sie wird ihre Karriere wohl schleichend ausklingen lassen“, sagt der Trainer.

Zwei Riegen für Gau- und Landesliga: „Das wird schwierig“

Dazu steht bei Nele Middendorf nach dem Abitur die Option eines Jahres in den USA im Raum. Und Berenike Grau gestaltet zwar aktuell das Online-Programm noch mit, wird aber wohl bald auch durch ihr Medizin-Studium nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Schwere Zeiten: Nach dem Karriereende von Claudia Raczek, Tingni Lu und Selma Zornic gibt es immer weniger gestandene Turnerinnen in der Riege. Ein Problem, das durch die Pandemie-Problematik verstärkt wird, denn die jüngeren Turnerinnen, die nachwachsen könnten, können nicht trainieren und haben auch keine Wettkampfpraxis.

„Riegen für die Gauliga und die Landesliga zu stellen, das wird wohl schwierig“, sagt Gerlach mit Blick aufs aktuelle Personal. Es ist schwierig, zuversichtlich zu sein dieser Tage. Aber ähnlich wie beim WTB und den Wettkampf-Perspektiven gilt auch an der Volme: Den Kopf in den Sand zu stecken, das ist keine Option in der Jahnhalle.

„Unter 100“: Nur sechs Turnerinnen in einer Riege

Für die Freundschaftswettkämpfe, die die Liga-Saison ersetzen sollen, wurde die Ausschreibung leicht modifiziert. Damit pro Wettkampf nicht mehr als 100 Personen in der Halle sein sollen, dürfen die Riegen nur mit sechs Turnerinnen und zwei Betreuern, dazu zwei Kampfrichtern antreten. Bei acht Riegen pro Wettkampf käme man so auf gut 80 Personen in der Sporthalle. Zwischen den Wettkämpfen dürfen die Turnerinnen beliebig ausgetauscht werden. Ob am für Juni in Ibbenbüren geplanten Wettkampf festgehalten werden soll, wird im Rahmen einer weiteren digitalen Konferenz am 24. März entschieden.

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