Finalrunde von hohem erzieherischen Wert

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Abwehrbemühungen im Finale gegen die Volmetaler Silas Kaufmann (links) und Niklas Polakovs – auch bei Lutz Weßeling und Christian Feldmann eine Spur zu halbherzig.

Schalksmühle - Es gibt im Sommer 2015 keinen Mangel an Vorbereitungsturnieren für Handballmannschaften auf Drittliga-Niveau.

Für die SG Schalksmühle-Halver war der Auftritt beim Kronen-Cup von Westfalia Hombruch am Sonntag indes der einzige Turnierbesuch der Vorbereitung. Einer, der die SGSH gerade wegen des verpassten Turniersieges einen Schritt weiter bringen könnte.

Ob in Ratingen, in Neuss, in Krefeld, in Köln-Chorweiler oder jüngst auch in Solingen und Leichlingen. Die Turniere sprießen aus dem Boden und verschaffen den Handballern einen regelrechten Wettkampf-Stress in der Zeit, in der Wettkämpfe doch so unbedeutend sind. Terminhatz mit überschaubarem sportlichen Wert. Für die SGSH schien das gerade mit Blick auf den Kronen-Cup lange ganz besonders so zu sein.

Die sportliche Gegnerschaft wusste das Grasediek-Team in der Vorrunde nicht zu fordern, nicht einmal der TuS Volmetal, der beim 6:12 zum Vorrundenfinale chancenlos Rang zwei in der Gruppe zusteuerte. In der anderen Gruppe hatten die höherklassigen Teams sogar frühzeitig die Segel gestrichen. Die Soester ohne die Loer-Brüder – ein Drittligist ohne Drittliga-Niveau an diesem Tag. Die SGSH strebte der Titelverteidigung entgegen, und es gab eigentlich niemanden, der sie aufhalten sollte.

Es kam anders, und gerade deshalb sollte der Cup mental wertvoll werden für das internationale Ensemble von der Volme. Zunächst im Halbfinale gegen Gastgeber Hombruch. Es war ein David-gegen-Goliath-Duell, bei dem der Goliath schnell ein 3:0 vorlegte. „Dann sind wir nicht konsequent, und auf einmal sind die anderen dran. Dazu kommen dann zwei, drei Entscheidungen“, stellte Mathias Grasediek fest. 8:8 gegen einen Landesligisten – es zeigte der SGSH auf, wie es gehen kann, wenn man die Dinge eine Spur zu leicht nimmt.

Das Finale ging in die gleiche Richtung, aber es war natürlich mehr als das. Der Gegner hieß Volmetal, in seinen Reihen spielen mit Polakovs, Herzog und Stuhldreher Ex-Schalksmühler. Das benachbarte Auffangbecken des SGSH-Handballs, der Underdog zwischen Schalksmühle und Hagen mit dem komplett anderen Ansatz. Der einzige Derby-Gegner der Saison zudem. Die Volmetaler spielten viel besser als in der Vorrunde, und die SGSH spielte so ähnlich wie gegen Hombruch: halbherzig, inkonsequent, eine Spur zu bequem. So ging das Finale 8:11 verloren, verdient. Grün-Weiß jubelte, und die SGSH schaute bedient drein.

„Man hat gesehen, dass man sich in 20-Minuten-Spielen nicht viel erlauben darf. Das ist dann nicht mehr zu reparieren“, analysierte Mathias Grasediek, „die Volmetaler haben das gut gemacht – sowohl hinten als auch vorne, wo sie Maciej Dmytruszynski immer wieder isoliert haben.“ Sprach’s und wirkte gar nicht unzufrieden. Die Auftritte im Halbfinale und Finale hatten Arbeitsaufträge formuliert, hatten pädagogischen Wert. Und das Finale wird die SGSH-Sinne für die Meisterschaft schärfen. Was wäre gefährlicher als ein Derby gegen einen Gegner, den man gleich zweimal mühelos beherrscht hat? Natürlich ist das nur die eine Sicht der Dinge. „Für uns was das ganz wichtig fürs Selbstvertrauen“, sagt Volmetals Coach Stefan Neff. Auch da ist was dran – ein Sieg gegen den Favoriten ist auch ein Mutmacher für den Underdog.

Die Volmetaler jedenfalls freuen sich nun über ihren ersten Kronen-Cup-Sieg und aufs eigene Turnier am nächsten Wochenende. Das SGSH-Programm ist auch ohne Turnierteilnahmen prall gefüllt. Am Mittwochabend gastiert das Grasediek-Team beim Neu-Zweitligisten TuS Ferndorf an der Stählerwiese. Für die Kreuztaler ist es die Generalprobe für den DHB-Pokal, in dem Ferndorf am Wochenende in Lingen gegen den HSV Hamburg spielt. Der SGSH-Plan für die Restwoche ist unspektakulärer. Am Freitagabend kommt Verbandsligist HSG Hohenlimburg zum Löh, am Sonntag dann wartet das Gastspiel beim Oberligisten HSG Gevelsberg-Silschede in der sportlichen Heimat von Dominic Luciano und Tobias Fleischhauer. Partien, in denen die SGSH Dominanz gegen Gegner, die man vermeintlich dominieren sollte, üben kann.

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