Start der 3. Schachtage: Facetten der Faszination

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Die „Einer-gegen-alle“-Faszination auf der Stern-Center-Bühne: Der Internationale Meister Georgios Souleidis gewann am Dienstag im Simultan 22 seiner 24 Partien. Nur gegen Dirk Jansen musste er sich geschlagen geben.

Lüdenscheid - Es ist nicht neu, aber immer wieder neu faszinierend: Das Lüdenscheider Stern-Center als Schach-Mekka, zehn Stunden Programm im Zeichen des königlichen Spiels. Vertreten: Jung und Alt. Und mittendrin ein wirklich großer Großmeister, der 2,02-Meter-Hüne Sebastian Siebrecht aus Essen. Vorhang auf zu den 3. Schachtagen in der Bergstadt.

Von Thomas Machatzke

Auf dem Sweatshirt von Siebrecht und seinen Mitstreiten steht das Motto der Woche: „Faszination Schach“ – klingt dick aufgetragen, ist es aber gar nicht. „Wenn man das hier sieht, ahnt man erst, wie viel Potenzial Schach hat“, sagt Siebrecht am Nachmittag am Rande des Simultanmatches. Der Internationale Meister Georgios Souleidis tritt gegen Vereinsspieler und Vereinslose an, gegen Grundschülerinnen, gegen Lehrer und gegen Großväter mit Schiebermütze. Das Gegnerfeld ist so bunt wie die Kundschaft in der Ladenstraße. Und diese Kundschaft bleibt stehen und schaut, weil es faszinierend ist, wenn einer gegen alle spielt und trotzdem fast alle Partien gewinnt. In 22 der 24 Matches bleibt Souleidis an diesem Nachmittag Sieger, nur gegen Plettenbergs Oberliga-Spieler Dirk Jansen muss er sich geschlagen geben, gegen seinen griechischen Landsmann Christos Moukagiadis, einen ehemaligen Vereinsspieler aus Lüdenscheid, macht er remis. Ein tolles Ergebnis für Moukagiadis, aber eben auch eine tolle Bilanz für Souleidis.

„Simultan zieht immer“, sagt Siebrecht am Rande, fasziniert davon, wie viele Menschen gebannt zuschauen. Für den zweiten Tag der Lüdenscheider Schachtage steht um 16 Uhr eigentlich „Schlag den Großmeister“, ein Wettkampf im Handicap-Blitzschach gegen Siebrecht selbst, auf dem Plan. Aber das Programm wird kurzfristig ergänzt: Alisa Frey, weibliche Fide-Meisterin, wird parallel am Mittwoch ab 16 Uhr auch zum Simultanmatch antreten. Die Nachfrage bestimmt das Programm...

Schulunterricht in der Woche komplett ausgebucht

Groß ist die Nachfrage auch in den Vormittagsstunden. Obwohl die Schachtage diesmal über fünf Tage mit vier Werktagen laufen, ist der Schulunterricht restlos ausgebucht. Zum Auftakt sind am Vormittag zunächst zwei Klassen der Pestalozzi-Grundschule zu Gast, am Nachmittag wird eine Grundschule aus der Lösenbach folgen, im Wochenverlauf kommen auch Schulen aus Halver und Herscheid dazu. Klippert gewinnt erstes Blitzturnier Wenn sich die Horde von Grundschülern an einem Tisch um drei Schachbretter drängt und dem Großmeister an den Lippen klebt – dann ist Siebrecht in seinem Element, dann ist er wie im Lied König dieser Kinder. Es ist ein Crashkurs, an den sich die Praxis anschließt.

3. Schachtage im Lüdenscheider Stern-Center

Bürgermeister Dieter Dzewas schaut dem Treiben begeistert zu. Wie bei den ersten beiden Auflagen hat er die Schirmherrschaft übernommen und den ersten Zug ausgeführt. Anschließend spielt Dzewas eine Partie gegen die Grundschüler. Nebenan führt Alisa Frey drei Mädchen ins Computer-Programm „Fritz & Fertig“ ein. Der Computer auf der Stern-Center-Bühne ist diesmal neu. „Die Programme sind gut – und wenn die Kinder lernen wollen, ist das für zu Hause ideal“, sagt Siebrecht. Die Schulprojekte – sie liegen dem Essener besonders am Herzen. „Darum geht es mir“, sagt er, ganz Botschafter in Sachen Schach.

Klippert gewinnt Blitz vor Kämper

Zur Schach-Vielfalt gehört indes auch der Wettkampf. Bei den Schachtagen sind es die Blitzturniere am Abend, die nicht, aber natürlich vor allem auch Vereinsspieler anlocken. Turniere, die durch den neuen Stern-Center-Cup am Samstag aufgewertet worden sind. Die beiden stärksten Spieler jedes Abends qualifizieren sich für den Samstag. Am ersten Tag setzt sich der Plettenberger Verbandsklassen-Spieler Jan-Oliver Klippert vor Verbandsliga-Akteur Ralph Kämper (MS Halver-Schalksmühle) durch. Dahinter folgen mit Pornchai Ertelt (MSHS), Stefan Sönnecken (SK Meinerzhagen) und Till Stoltmann (SG Lüdenscheid) weitere Vereinsspieler, die knapp die Qualifikation verpassen. Doch es bleiben noch drei Abende, um sie nachzuholen. Drei Abende im Zeichen des Blitzschachs, vier volle Tage im Zeichen der „Faszination Schach“. Die 3. Schachtage kommen gerade erst auf Touren.

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