8. Lüdenscheider Schachtage

Die NRW-Landestrainerin findet es "faszinierend und wunderbar"

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Ein großer Spaß: Carmen Voicu-Jagodzinsky beim Simultanspiel.

Lüdenscheid – Besonderer Besuch bei den 8. Lüdenscheider Schachtagen: Am Dienstag war die NRW-Landestrainerin Carmen Voicu-Jagodzinsky aus Hemer zu Gast im Stern-Center und machte im Faszination-Schach-Team von Sebastian Siebrecht erst beim Schulprojekt als Trainerin mit und spielte dann am Nachmittag ein Simultanmatch auf der Center-Bühne, bei dem sie nur eine einzige Partie (gegen Verbandsliga-Spielerin Rebecca Browning vom MSHS) verlor.

Die weibliche Großmeisterin (seit 2006) und A-Lizenz-Trainerin (seit 2013) aus dem Nordkreis, die in Rumänien Sport studiert hat, arbeitet am Stützpunkt in Hemer mit den besten Jugendlichen des Bundeslandes, trainiert überdies am Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium in Hemer aber auch Jungen und Mädchen, die häufig so erst zum Schach finden. Landestrainerin ist Voicu-Jagodzinsky (38), die für die rumänische Nationalmannschaft bei zwei Schach-Olympiaden gespielt hat, seit 2016. Bei einer Schachwoche des Faszination-Schach-Teams von Sebastian Siebrecht war sie erstmals aktiv dabei und stellte sich am Ende des Tages den Fragen von Sportredakteur Thomas Machatzke.

Carmen Voicu-Jagodzinsky, Sie haben als Landestrainerin und auch als Schachlehrerin in der Schule viel Erfahrung, was das Lehren von Schach beim Nachwuchs angeht. Nun sind Sie das erste Mal bei den Schachtagen dabei. Was halten Sie von den Schachtagen?

Das war unglaublich heute. Es waren so viele Kinder, die zum ersten Mal Kontakt mit dem Spiel hatten. Ich vermute, es waren 100 Kinder. So ein Projekt finde ich faszinierend: Faszination Schach eben. Das ist wunderbar.

Was kann man mit den Schachtagen erreichen? Man bekommt ja nicht alle Kinder in den Verein...

Ich glaube, dass es für die Schachvereine schon ein Gewinn ist, wenn von 100 Kindern zwei kommen. Es waren so viele Kinder hier, da könnten schon zwei, drei langfristig dabei bleiben. Es ist einfach gut, dass die Kinder Kontakt mit dem Spiel haben. Für die Jungen und Mädchen ist das sehr gut.

Sie unterrichten Schach in Hemer am Gymnasium. Viele propagieren, Schach könnte auch ein gutes Schulfach sein. Wie stehen Sie dazu?

Ich bin 100prozentig dafür. In Hemer unterrichte Schach seit 2011 am Gymnasium. Inzwischen ist es optional in der fünften und sechsten Klasse – wer sich dafür entscheidet, muss ein Jahr zum Schach kommen. Dafür gibt es keine Noten. Aber es ist richtiger Unterricht. Bei uns haben viele Interesse. Sie kommen von ganz alleine.

Profitiert davon am Ende auch Ihr Verein?

Auf jeden Fall. Ich habe auch viele Mädchen dabei, von denen sogar drei inzwischen mit uns ‘alten Frauen’ – wir haben drei Großmeisterinnen um die 40 beim SV Hemer – in der 2. Frauen-Bundesliga spielen. Der Verein profitiert sehr davon, dass Schach in der Schule so eine Rolle spielt.

Carmen Voicu-Jagodzinsky im Gespräch mit 

Kommen wir zu ihrem Simultanmatch. Wie oft spielen Sie eigentlich ein Simultan im Jahr?

Ich weiß gar nicht genau, wann ich das zuletzt gemacht habe. Vielleicht vor vier Jahren. Ich spiele nicht so oft Simultanpartien. Heute war es etwas Besonderes. Das hat schon Spaß gemacht.

Ist es anders anstrengend als zum Beispiel eine lange, schwere Partie?

Ja, denn ich habe ganz viele Stellungen gleichzeitig, die ich berechnen muss. Das ist nicht einfach. Manchmal übersehe ich einfach Züge, aber trotzdem macht es Spaß.

Sie haben hier im Stern-Center alle Partien bis auf eine gewonnen – ärgert Sie die Niederlage gegen Rebecca Browning?

Nein, gar nicht, es ist ja nur Spaß!

Carmen Voicu-Jagodzinsky, vielen Dank für das Gespräch!

Windfuhr gewinnt zweites Blitzturnier

Thomas Windfuhr gewann am Dienstagabend das zweite Blitzturnier der 8. Lüdenscheider Schachtage vor dem punktgleichen Jamel Hellwig und Helmut Hermaneck (alle SG Lüdenscheid), der einen Punkt zurücklag. Auf Rang vier folgte Linda Becker (SG Hemer) vor Ingrid Hermaneck (MSHS) und Miron Naujoks (vereinslos). Zwölf Aktive nahmen teil. Da Windfuhr und Hellwig sich bereits am Montag für die Blitz-Masters am Samstag qualifiziert hatten, gingen die beiden Tickets für das Schachtage-Finale an Helmut Hermaneck und Linda Becker. 

Am Mittwochabend folgt um 18 Uhr Blitzturnier Nummer drei. Vorher wird um 16.30 Uhr Großmeister Sebastian Siebrecht ein Simultanmatch spielen. Sowohl zum Blitzturnier als auch zum Simultanspiel sind alle Interessierten auch kurzfristig eingeladen.

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