Schach: Südwestfalen-Stützpunkt neu in Hemer

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Verantwortliche Trainerin am Landesleistungsstützpunkt in Hemer. Carmen Voicu-Jagodzinsky.

Kreisgebiet - Die Entwicklung ist folgerichtig und doch ein Stück weit eine Überraschung: Der Schachverband Südwestfalen, der in diesem Frühjahr gleich drei NRW-Jugendmeister gestellt hat, hat im Sommer vom Schachbund NRW einen eigenen Leistungsstützpunkt zugeteilt bekommen.

Die südwestfälischen Kaderspieler werden damit ab Herbst nicht mehr am Landesleistungsstützpunkt in Dortmund trainiert, sondern in Hemer. Von 153 Jungen und Mädchen, die aktuell zum NRW-Landeskader zählen, kommen immerhin 13 Talente aus Südwestfalen. Alleine vier NRW-Kaderspieler stellt mit Rebecca Browning, Alex Browning, Niklas Kölz und Sebastian Scholz der MS Halver-Schalksmühle.

Der Stützpunkt in Südwestfalen ist NRW-weit der achte dieser Art. Bisher gab es bereits die Leistungsstützpunkte Münster, Herfold, Köln/Aachen, Köln/Bonn, Essen/Mülheim, Düsseldorf und Dortmund. In Hemer wird der neue Stützpunkt im Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium installiert. Stützpunktleiter ist der Vorsitzende des SV Hemer, Andreas Jagodzinsky. Verantwortliche Trainerin am Stützpunkt ist die weibliche Großmeisterin Carmen Voicu-Jagodzinsky, Inhaberin der A-Trainer-Lizenz.

Gegenüber der Arbeit in Dortmund soll sich in Hemer einiges ändern. War es bisher so, dass das Fördertraining in Dortmund donnerstags in den späten Nachmittagsstunden stattgefunden hat, so soll es in Hemer weniger Termine geben, dafür aber ausführlichere an Samstagen. Außerdem soll es dem Vernehmen nach neben dem Gruppentraining für die 13 Südwestfalentalente noch ein weiteres separates Angebot für die aktuellen drei NRW-Meister aus Südwestfalen – Florian Biermann (TuS Ende, U12), Alex Browning (MSHS, U14) und Rebecca Browning (MSHS; U14 weiblich) – geben.

Verbands-Verantwortliche sehen Wahl des Standorts kritisch

Die Neuerungen hat der Schachbund NRW beschlossen, an der Spitze der Vizepräsident Olaf Winterwerb (Lippstadt) und Landestrainer Thomas Michalczak (Marsberg). Für die Verantwortlichen in Südwestfalen kam die Entwicklung dabei dem Vernehmen nach durchaus überraschend. Zumal die Planung im Detail Fragen aufwirft. Für die neue Spielzeit gibt es kaum mehr freie Samstage, an denen eine zusätzliche Umsetzung des Kadertrainings in Hemer günstig erscheint. Dazu gibt es Stimmen im Verband, die Hemer nicht für einen besonders glücklichen Standort halten. Gegenüber Dortmund bietet dieser Standort am Rande des Verbandsgebietes fahrtechnisch für die meisten keine Verbesserung. Ein Stützpunkt im Mittelbereich des Verbandes – in Olpe, Drolshagen oder Meinerzhagen zum Beispiel – wäre von den Verantwortlichen im Verband eher favorisiert worden.

Dazu kommt, dass der Schachbund NRW mit der Wahl von Ort und Trainer die bisherige Förderarbeit im Verband, die sehr erfolgreich durch den Südwestfalentrainer Thomas Franke (Waldbröl) geleistet worden ist, unberücksichtigt gelassen hat. Der Verband plant, die Arbeit des Südwestfalenkaders, in dem die 13 NRW-Kaderspieler und drei weitere Aktive dabei sind, mit Thomas Franke am Standort Schalksmühle wie gehabt fortzuführen. Franke und als zweiter Trainer Johannes Karthäuser hatten zuletzt die Südwestfalen-Talente auch bei den NRW-Meisterschaften sehr erfolgreich gecoacht.

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