Schach

Ehrenamtsflaute beim Nachwuchs

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Daniel Mohr (rechts) überreichte Christian Midderhoff zum Abschied ein Präsent.

Neuenrade – Die Abschiedsvorstellung war ein „Heimspiel“: Am Samstag wurde Christian Midderhoff im Musikraum der Hönnequellschule als Spielleiter des Schachverbandes Südwestfalen verabschiedet. Vier Jahre lang hat der Vorsitzende der SF Neuenrade den Mannschaftsspielbetrieb im Verband organisiert.

Am Samstag gab er das Amt aus beruflichen Gründen ab. Zu Midderhoffs Nachfolger wurde beim Verbandskongress sein Vorgänger gewählt: Kai Lück (KS Iserlohn) kehrt ins Amt des Spielleiters zurück. 

Zwei Vorstandsmitglieder standen am Samstag zur Wahl: Neben dem Spielleiter auch der 1. Vorsitzende. In diesem Amt wurde Daniel Mohr (Weidenau) einstimmig bestätigt. Mohr hatte vor seiner Wahl angekündigt, dass er ein Vorsitzender „auf Abruf“ ist. Innerhalb der nächsten sechs Jahre, wahrscheinlich eher vier Jahre, plant Mohr mit dem Wechsel des Arbeitsplatzes seinen Umzug nach Süddeutschland. Schon heute verbringt der Siegerländer viele Wochenenden im Süden des Landes. 

So gut aufgestellt wie der Hauptvorstand des Verbandes ist die Jugend keineswegs. Hier standen am Samstag vier Positionen zur Wahl an. Keine einzige Position wurde besetzt. Sowohl für die Jugendwartin Sarah Pieck als auch für Thomas Franke (Sabbatical in San Sebastian) als Spielleiter Einzel und Verbandsjugendtrainer wurden keine Nachfolger gefunden. Auch ein Jugendsprecher fand sich nicht. Damit besteht der Jugendvorstand nur noch aus Kai Lück (Spielleiter Mannschaft). „Wir suchen ehrenamtliche Mitarbeiter aus den Bezirken“, stellte Kai Lück fest, „der Plan ist, Kandidaten zu suchen und dann im November einen außerordentlichen Verbandsjugendtag zu machen. Bis dahin werden wir von Turnier zu Turnier schauen, wie wir es organisiert bekommen.“ Lück setzt dabei auf die Hilfe der Jugendwarte aus den Bezirken. Andreas Jagodzinski (Vorsitzender Bezirk Iserlohn) und Karin Browning (Jugendwartin Bezirk Sauerland) werden zudem versuchen, Lösungen für die Fortführung des Kadertrainings zu organisieren. 

Grundsätzlich ist der Verband Südwestfalen gerade im Jugendbereich exzellent aufgestellt, brachte zuletzt fünf Aktive aus dem Verband bei den NRW-Titelkämpfen zur Deutschen Meisterschaft. „Es ist aber nicht damit getan, gute Schachspieler hervorzubringen, wir brauchen auch Leute, die das Ganze organisatorisch begleiten können“, nahm Daniel Mohr die Vereine und Bezirke in die Pflicht. 

Unter vielen Anträgen, die sich zum Teil nur mit Details der Spielordnung befassten, war ein einschneidender: Mit klarer Mehrheit beschloss der Verbandskongress, die Einzelmeisterschaft in Südwestfalen ab der Saison 19/20 abzuschaffen. Der Vorstand soll die Möglichkeit erhalten, die Ermittlung eines Verbandsmeisters an ein Open in Südwestfalen zu übertragen. Angedacht ist hier die Offene Lüdenscheider Stadtmeisterschaft am Fronleichnam-Wochenende. Da die NRW-Einzelmeisterschaft inzwischen offen ausgetragen wird, ist die Verbandsmeisterschaft kein Qualifikationsturnier mehr. Entsprechend waren die Felder zuletzt nicht mehr so gut besetzt. „Wenn man schon auf der Homepage nach Teilnehmern suchen muss, dann ist das nicht mehr gefragt“, stellte Daniel Mohr fest, „dann muss kein Geld und keine Energie mehr in so ein Turnier stecken. Die Leute können ebenso gut ein Openturnier spielen.“ 

Was beim Kongress nur am Rande eine Rolle spielte, war der Spielbetrieb und die Ligenstruktur der Zukunft. „Im ländlichen Bereich kränkelt der Spielbetrieb“, stellte der 2. Verbandsvorsitzende Lothar Mirus (Halver) fest, „wir haben verkrustete Strukturen – wir müssen aber einen vernünftigeren Spielbetrieb auf Südwestfalebene hinbekommen.“ Die Delegierten wollen allerdings nun erst einmal abwarten, wie der Spielbetrieb auf NRW-Ebene nach der Reform der NRW-Spielklassen anläuft. Danach soll entschieden werden, wie den Bezirken, in denen die Klassen immer schwieriger besetzt werden können, geholfen werden soll.

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