Schach

Frankes "Sabbatical" im Baskenland

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Thomas Franke in seinem Element als Trainer beim Jugend-Bundesliga-Team des MSHS.

Schalksmühle - Am 2. Weihnachtstag wird die Spannung noch einmal steigen. Wie immer. Noch einmal Deutsche Vereinsmeisterschaften, diesmal mit dem U20-Nachwuchs des MS Halver-Schalksmühle, noch dazu direkt vor seiner eigenen Haustür in Osnabrück.

Nationale Titelkämpfe, die für Thomas Franke als Verbandstrainer des Schachverbandes Südwestfalen keine Seltenheit sind und doch diesmal etwas Besonderes, denn es wird für Franke mit einem Südwestfalenteam wahrscheinlich seine letzte DVM sein. Im April enden zehn überaus erfolgreiche Jahre – auf eigenen Wunsch. Franke nimmt ein „Sabbatical“, es zieht ihn nach San Sebastián ins Baskenland. In Spanien hat Franke schon einmal als Student gelebt. 

In Südwestfalen ist mit dem Namen Thomas Franke ein unerhörter Aufschwung in der Nachwuchsarbeit verbunden. Franke brachte Struktur in die Förderung, arbeitete sehr erfolgreich mit seinem Südwestfalenkader. Als es den gebürtigen Berliner, der vor mehr als 30 Jahren mit seinen Eltern nach Osnabrück zog und dort Wurzeln schlug, beruflich nach Wiehl verschlug, er in Waldbröl eine neue Heimat fand, zog es den leidenschaftlichen Schachspieler und -trainer zunächst zum SV Morsbach. Er formte die Jugend des Vereins aus dem Bezirk Oberberg und führte sie bis in die Jugend-Bundesliga. Dasselbe gelang ihm später auch mit dem Nachwuchs des MS Halver-Schalksmühle. 

Vorfreude auf die spanische Lebensweise 

Auch hier entdeckte der 47-Jährige Talente, bildete Spielerinnen und Spieler aus, führte sie zu sportlichen Ehren. Aktuell ist es für den MSHS mit Franke die dritte Spielzeit in der Jugend-Bundesliga West, in der man sich im Sommer durch den dritten Platz in der Abschluss-Tabelle überraschend für die U20-DVM 2018 qualifizierte. „Sowohl als Verbandstrainer als auch als Vereinstrainer blicke ich auf eine sehr erfolgreiche Ära zurück“, sagt Franke, „der vierte Platz mit Schalksmühle bei der U16-DVM im Vorjahr stach besonders heraus. Natürlich sind diese Erfolge immer die Leistung eines starken Teams. Dazu gehören neben den Spielern auch die Eltern und die vielen unterstützenden Personen im Hintergrund.“ 

Franke indes ist in diesen Teams stets der Vater der Erfolge gewesen. Ganz gleich, wo er arbeitete – er spürte die Talente auf, begeisterte sie und arbeitete akribisch mit ihnen. Zwischen den Stationen in Morsbach und Schalksmühle gelang ihm auch mit dem Nachwuchs der KS Iserlohn der Sprung zu den Deutschen Vereinsmeisterschaften.

Seine Schützlinge waren auf NRW-Titelkämpfen so erfolgreich wie nie zuvor in der Vergangenheit des Verbandes, schafften es nicht selten zu Deutschen Einzelmeisterschaften. Zuletzt Alex Browning und Rebecca Browning vom MSHS, die es in der U16-Klasse zu NRW-Meisterehren brachten, oder auch die Plettenbergerin Linda Becker, die in ihrem Jahrgang auch auf Bundesebene ausgezeichnete Ergebnisse nach Hause brachte. 

Wanderungen entlang der Nord-Atlantikküste

„Ich bin stolz darauf, dass ich einen Beitrag dazu leisten konnte, Jugendliche in Südwestfalen für das Schachspielen zu begeistern“, sagt Franke, „für mich persönlich wird sich im nächsten Jahr einiges verändern. Mein Umzug nach Spanien, um ein ‘Sabbatical’ zu erleben, hat zur Folge, dass ich neben meiner beruflichen Tätigkeit auch meine Aufgabe als Trainer für den Kader der Schachjugend Südwestfalen nach zehn erlebnisreichen Jahren beenden werde.“ 

Ein Zurück nach Wiehl wird es nach seiner „Auszeit“ in Spanien nicht automatisch geben, Franke hat sich trotzdem entschieden, diesen Schritt zu wagen, macht sich um seine berufliche Zukunft nach einer Rückkehr keine Sorgen. Bis es so weit ist, werden andere Dinge in den Vordergrund rücken. 

„Ich werde meine Zeit in Spanien nutzen, um Dinge zu tun und zu erleben, die in den letzten Jahren zeitlich einfach nicht machbar waren“, sagt Franke, „Wanderungen entlang der Nord-Atlantikküste sind mir ebenso wichtig wie das Wiederentdecken der spanischen Lebensweise, die mich bereits während meines Studiums sehr stark geprägt hat. Ich freue mich auf diesen neuen und spannenden Abschnitt meines Lebens.“ 

Auch Schach wird in Spanien eine Rolle spielen im „Sabbatical“ des Erfolgstrainers. Ganz gewiss sogar. „Schach hat in Spanien noch einen ganz anderen Stellenwert“, sagt Franke und freut sich auf die Zeit im Golf von Biskaya. Vorher allerdings wartet noch das Heimspiel in Osnabrück. Noch einmal volle Konzentration für ein bestmögliches Abschneiden. Noch einmal akribische Vorarbeit, Mitfiebern und Anspannung. Wie so oft in den vergangenen zehn Jahren.

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