Fairness, Sportsgeist und viel Spaß

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Das ream der "Ärzteschwemme" wurde von Prof. Dr. Roland Bottlender (rechts) und Konstantin Brik (links) aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an den ersten Brettern angeführt.

Lüdenscheid - Der Chef der Veranstaltung war zufrieden, sehr sogar. „Ich denke, wir können ein bisschen stolz darauf sein, hier den Bürgermeister, mehrere Ratsmitglieder und Chefärzte und so viele andere ans Brett bekommen zu haben“, stellte Prof. Dr. Rolf Larisch am Samstag fest.

„Lüdenscheid schlau“, zweite Auflage: Nach 30 Teilnehmern bei der Premiere waren es diesmal mehr als 40 Aktive, die in zehn Mannschaften ans Brett traten. Das Jedermann-Turnier im Seminarzentrum in Hellersen, das wieder als Gemeinschaftsveranstaltung der Märkischen Kliniken und der Schachgemeinschaft Lüdenscheid daherkam, war Breitenschach in Reinkultur. Vereinsspieler waren nur in der Organisation anzutreffen und ganz vereinzelt am Brett.

Am Brett zum Beispiel bei den „Pumas“, jenem Team, das von SGL-Jugendspieler Maikel Vieth angeführt wurde und nach drei Siegen in drei Partien den Siegerpokal in Empfang nehmen durfte. „Die drei Jungs und das Mädchen auf der Bühne waren über ihren Erfolg so gerührt, dass sie nach kurzem Gedankenaustausch entschieden, den Pokal an das Flüchtlingsteam weiterzugeben“, freute sich Rolf Larisch sichtlich, „diese spontane Geste zeigt vielleicht am besten, dass man beim Spielen nicht nur kognitive Fähigkeiten, sondern auch Fairness und Sportsgeist lernt.“ Kurz vor dem Sieg hatte auch das Team „Ärzteschwemme“, ein Quartett aus dem Klinikum in Hellersen mit Prof. Dr. Roland Bottlender und Konstantin Brik aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an den ersten Brettern, gestanden.

Ärzte gegen Ratsteam in der Schlussrunde

Nach zwei Siegen spielten die Ärzte in der Schlussrunde gegen das Team des Rats, das nur in der 1. Runde ein reines Team aus Ratsmitgliedern gewesen war. Bürgermeister Dieter Dzewas hatte sich danach ebenso wie Björn Weiß und Susanne Mewes zu einem Anschlusstermin bei der Feuerwehr verabschieden müssen. So spielte nur Michael Meyer, gleichzeitig Vorsitzender des Stadtsportverbandes, durch und behielt am 2. Brett sogar eine blütenweiße Weste. Für das Team des Rates waren andere eingesprungen – nach zwei Siegen war das Kräftemessen mit den Ärzten eine Art Endspiel und zudem die längste Partie der letzten Runde. „Die Ärzte und der Rat rangen miteinander, als ob die Grundsteuer B vom Ausgang dieses Kampfes abhing“, schilderte Larisch den spannenden Vergleich, in dem Michael Meyer für den Rat, Konstantin Brik und Dr. Jan Galle für die Ärzte gewonnen hatten. Mit einem Sieg in der letzten laufenden Partie hätte der Leitende Ärztliche Direktor, Dr. Dieter Schnalke, dem Ärzteteam den Turniersieg sichern können. „Er hatte schon im letzten Jahr bewiesen, dass er über einen ordentlichen Punch verfügt, hatte sich einen beträchtlichen Vorteil herausgespielt“, sagt Larisch. Doch Schnalke lief in Gewinnstellung die Zeit davon, am Ende fiel sein Plättchen.

Pumas sichern sich den Sieg

So endete das Spiel zwischen dem Rat und den Ärzten 2:2 – und die Pumas waren lachender Dritter, sicherten sich den Turniersieg. Der Rat und das Team „Ärzteschwemme“ teilten sich den zweiten Platz. Auf Rang vier folgten punktgleich die Teams „Die unglaublichen Vier“ und „Die vier Starken“, gefolgt vom Geschwister-Scholl-Gymnasium, der SG Lüdenscheid, dem Team „Prenc“ der Flüchtlinge und zwei Mannschaften aus dem SOS-Kinderdorf. Sieger des Tages war indes auch der Schachsport, der bei vielen Nicht-Vereinsspielern ins Bewusstsein gerückt worden war, der zudem durch die Teilnahme der Teams der Flüchtlinge und vom SOS-Kinderdorf integrativen Charakter bewiesen hatte. Eine Veranstaltung, auf die Larisch zurecht stolz sein durfte.

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