Schach

Traumfinale für Plettenberger Schachtalent: Bronze auf nationaler Ebene

Bronzeplatz bei den Deutschen Einzelmeisterschaften der U14-Mädchen im Schach: Linda Becker aus Plettenberg spielte in Willingen ein ganz starkes Turnier.

Willingen – Was für ein Finale für das Plettenberger Schachtalent Linda Becker. Mit einem Schwarzsieg in der 7. und letzten Runde gegen die Setzlistenzweite Emilia Bildat (SC Turm Lüneburg) schaffte Becker den Sprung auf Rang drei des Endklassements und sicherte sich bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften der U14-Mädchen im Sauerlandstern in Willingen die Bronzemedaille.

„Ich bin richtig glücklich, dass es so gut geklappt hat“, freute sich die Plettenbergerin, die als Nummer fünf der Setzliste ins Turnier gegangen war. Mit einem Treppchenplatz war im starken nationalen Feld gleichwohl nicht unbedingt zu rechnen. Erst recht nicht nach dem durchwachsenen Start Anfang der Woche (0,5 Punkte aus zwei Partien). 

Doch Becker fightete sich zurück ins Turnier mit ihren Siegpartien in den Runden drei und vier, wobei der Sieg mit Schwarz gegen die nach DWZ etwa gleichstarke Darja Fischer in der 4. Runde ein echtes Ausrufezeichen gewesen war in einer taktischen Schlacht mit offenem Visier. Eine Spur weniger spektakulär, dafür aber vielgelobt war der Erfolg Beckers in der Schlussrunde gegen Bildat. 

Wie gegen Fischer musste sich die Plettenbergerin mit Schwarz in einer Englischen Partie beweisen und spielte diesmal technisch sauber und strategisch stark ihren Sieg heraus. Es war eine Leistung, die auch Großmeister Sebastian Siebrecht, der am Ende der ersten DJEM-Woche in Willingen als Kommentator mit von der Partie war, im Analyseraum in höchsten Tönen lobte. Becker hatte bereits Raumvorteil und stand sehr gut, als es ihr im Mittelspiel taktisch gelang, die Qualität zu gewinnen. Im Endspiel mit jeweils vier Bauern sowie Turm und Springer gegen Läufer und Springer schlug Linda Becker nochmals taktisch zu und gewann den Springer ihrer Gegnerin, die direkt aufgab. 

Für Linda Becker war es im Rückblick ihre schönste Partie im DJEM-Turnier: „Die Vorbereitung ist aufs Brett gekommen“, sagt Becker, die von Landes- und Vereinstrainerin Carmen Voicu-Jagodzinsky (SV Hemer) vorbereitet worden war, einen Tag nach dem überzeugenden Sieg, „und in der Partie selbst hat dann einfach alles gestimmt.“ 

Ehrung durch Großmeister Sebastian Siebrecht 

Emilia Bildat hatte vor dem Turnierfinale einen Punkt mehr gehabt als Becker und noch Chancen auf den Titel. Im Endklassement waren Bildat und Becker punktgleich (beide 5,0) – zwei Buchholz-Punkte mehr bescherten Bildat indes die Silbermedaille. Die Setzlisten-Zwölfte Saskia Pohle (Muldental Wilkau-Haßlau) holte sich mit 6,5 Punkten nach einem überragenden Turnier überraschend den Deutschen Meistertitel. Die vor der letzten Runde mit Becker gleichauf liegenden Margarethe Wagner (Erfurter SK) und Lepu Coco Zhou (SC Weiße Dame, Setzlistenplatz 1) machten in der letzten Runde im direkten Vergleich remis, so dass sie Becker im Kampf um einen Treppchenplatz nicht mehr gefährlich wurden. Zhou landete auf Rang vier, Wagner wurde Fünfte. 

Für Linda Becker war es bei der fünften DJEM-Teilnahme – der ersten als Spielerin des SV Hemer – das beste Abschneiden. „Ich habe viel trainiert und habe natürlich gehofft, dass es gut läuft, aber mit so einem Abschneiden kann man nicht rechnen“, stellte sie fest. Die besonderen Turnierbedingungen – alle Partien mussten mit Mund-Nasen-Schutz gespielt werden, machten ihr nichts aus. „In der Schulklasse trage ich auch mehrere Stunden am Tag die Maske. Das hat mich am Brett nicht gestört“, sagt Becker, „ungewohnt war es am Anfang aber schon, wieder eine lange Partie am Brett zu spielen, denn zuletzt haben wir ja nur Schnellschach gespielt. Es ist aber toll, dass es überhaupt möglich war.“ 

Bei der Siegerehrung am Samstagabend im Sauerlandstern übernahm Großmeister Sebastian Siebrecht die Ehrung der U14-Mädchen – ein großer Moment für die Plettenbergerin, die erst im Januar im Siebrecht-Team bei den Schachtagen im Lüdenscheider Stern-Center mit dabei gewesen war. Es war der krönende Abschluss einer ganz besonderen Turnierwoche für Linda Becker.

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