Schach

Chessbuddies-Online-Cup: Schulze räumt drei Titelträger aus dem Weg

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Starker Auftritt beim Chessbuddies-Online-Cup: Marc Schulze.

Kreisgebiet – Der Online-Schachboom in Corona-Zeiten ist eine Chance für die Kreativen. Der Chessbuddies-Online-Cup – ein Blitzturnier im K.o.-Modus der beiden Internationalen Meister Christian Braun aus Aachen und Patrick Zelbel aus dem Ruhrpott, die einen gemeinsamen Schachkanal auf twitch.tv betreiben – wird für gutklassiges Schach und gute Unterhaltung in Erinnerung bleiben. Ganz besonders auch im Schachbezirk Sauerland.

Dafür sorgte Marc Schulze, Blitzexperte der SvG Plettenberg. Der Oberliga-Spieler ist gut mit Patrick Zelbel bekannt und war deshalb im Feld der 16 Spieler dabei. Zwölf Titelträger, darunter zwei Großmeister. Doch bangemachen galt nicht für Schulze. Vom ehemaligen NRW-Landestrainer Tom Michalczak bestens vorbereitet, schlug Schulze im Achtelfinale den Großmeister Sebastian Siebrecht 4:2. Eine kleine Sensation. 

Damit war er der einzige Nicht-Titelträger im Viertelfinale. Wieder bereitete Michalczak den Plettenberger sehr gut vor, diesmal auf den niederländischen FIDE-Meister Oscar Lemmers, der im Achtelfinale gegen Schulzes Plettenberger Teamkollegen Aleksej Litwak, ebenfalls einen FIDE-Meister, keine Mühe gehabt hatte. Wieder geriet Schulze direkt 0:1 in Rückstand und gewann doch noch 4:2. So stand er am Samstag im Halbfinale gegen Patrick Zelbel. Gegen seinen Freund Zelbel legte Schulze nach. Während dieser die Partien auf twitch.tv gemeinsam mit Christian Braun live kommentierte, schlug Schulze taktisch zu, stand nicht immer gut, rettete die Stellungen aber und nutzte jeden Fehler Zelbels. Am Ende stand auch hier ein 4:2-Erfolg. Der „König vom Sauerland“ (O-Ton Zelbel) stand sensationell im Finale.

Finale: Taktiker contra Stratege 

Das Endspiel am Samstagabend ab 20.15 Uhr war auf acht Partien angesetzt. 4,5 Punkte reichten zum Sieg. Gegner war der Internationale Meister Christian Seel, der ob seines Heimatorts Aachen als Schach-„Aixperte“ im Netz unterwegs ist. Der vierte jener so hochinteressanten Zweikämpfe. Schulze, der Taktiker, gegen Seel, der sein Spiel so positionell anlegt. Nach zwei Remis-Partien griff Schulze in remislicher Stellung in Partie drei fehl und stellte einfach einen Bauern ein. Das reichte Seel. In der vierten Partie dann stand der Plettenberger erst mäßig, drehte das Blatt indes, griff fulminant an, doch Seel verteidigte sich in äußerster Zeitnot exzellent und hielt die Partie nach 112 Zügen remis. „Da war ich frustriert“, sagte Schulze später. 

Die fünfte Partie endete mit einem Remis – in der sechsten dann stellte er mit guten Remischancen mit Schwarz einen Springer ein. 4:2 – das war’s, mit einem Remis sicherte Seel danach seinen Turniersieg zum 4,5:2,5 ab. „Unzufrieden bin ich trotzdem nicht“, sagte Schulze danach, „der Sieg für Christian war hochverdient. Ich habe es nicht geschafft, Ungleichgewichte zu schaffen, um taktische Chancen zu haben. Und er hat einfach keine Fehler gemacht.“ Drei Siege gegen vier Titelträger – der „König vom Sauerland“ durfte trotzdem am Ende stolz sein auf diese Leistung. Auch der Vizerang war in diesem Feld aller Ehren wert.

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