Schach (DVM 2018)

Große Herausforderung für den MSHS

+
Lukas von Bargen (rechts) und Alex Browning (Mitte) spielen für den MSHS an den Spitzenbrettern.

Schalksmühle - Die Deutschen Vereins-Meisterschaften im Schach gehörten für den Nachwuchs des MS Halver-Schalksmühle in den vergangenen Jahren zum Jahresende wie Weihnachten und Silvester. Der vierte Platz des U16-Teams im Dezember 2017 in Walldorf bei Heidelberg war ohne Zweifel der größte sportliche Erfolg in der Historie des Vereins.

In diesem Jahr tritt der MSHS in der U20-Klasse bei den nationalen Titelkämpfen an. Das ist zum einen eine Überraschung und auch ein großer Erfolg: Als Tabellendritter der Jugend-Bundesliga West ließ das MSHS-Team einige namhafte Konkurrenten hinter sich, u.a. den DVM-Dauergast SG Bochum 31. 

Die Kehrseite der Medaille: Der MSHS darf bei den am Donnerstagmorgen beginnenden Titelkämpfen in Osnabrück nicht auf das komplette Sextett zurückgreifen, das die Qualifikation möglich gemacht hat. Im Schachbund NRW gibt es seit dem Sommer 2017 die Möglichkeit, per Zweitspielrecht in einem Jugendteam zu spielen, das nicht demselben Verein angehören muss wie das Seniorenteam, für das man aktiv ist. So soll Jugendlichen, die in ihrem Verein keine Spielmöglichkeit in einer Nachwuchsliga haben, eine Spielmöglichkeit geschaffen werden, ohne den Verein wechseln zu müssen.

Die Tücken der neuen Paragraphen 

In der Praxis sah dies so aus, dass gute Jugendspieler zwar in ihren Jugendteams blieben, sich aber ihrer Spielstärke entsprechende Möglichkeiten bei den Senioren suchten. Im Fall des MSHS spielte Rebecca Browning in der Saison 2017/18 mit Aktiv-Spielrecht bei den Senioren für die SG Porz, Sebastian Scholz kehrte zu seinem Stammverein SV Menden zurück. Beide spielten für den MSHS weiter mit Zweitspielrecht in der Jugend-Bundesliga. 

Auf nationaler Ebene allerdings gibt es keine ähnlichen Regeln wie im Schachbund NRW. Deshalb lässt der Deutsche Schachbund zur DVM nur Spielerinnen und Spieler zu, die in der Saison 17/18 ein aktives Spielrecht für den jeweiligen Verein hatten. Für Rebecca Browning und Sebastian Scholz – beide gehörten vor zwölf Monaten zur Mannschaft, die in Walldorf Vierter wurde – bedeutet dies, dass sie bei der DVM 2018 nicht für den MSHS spielen dürfen. 

Mit Alex Browning, Lukas von Bargen, Julian Kroo und Niklas Kölz sind somit nur vier Spieler aus dem Jugend-Bundesligateam der Vorsaison dabei. Dieses Quartett bildet den MSHS-Stamm an den ersten vier Brettern. Mit Robert Leonidas und Maximilian Laufer kommen in Osnabrück zwei Spieler aus der 2. Jugendmannschaft dazu. Vor allem für diese Beiden ist die Teilnahme an der DVM eine besonders große Herausforderung. So starken Gegnern haben sie sich bislang noch nicht stellen müssen. Auch die beiden wollen sich indes im starken Feld beweisen. 

Trainer Thomas Franke rechnet ob der Konstellation mit sechs Spielern pro Team (bei der U16 waren es vier) und angesichts des Fehlens der beiden Leistungsträger zwar nicht mit einem Spitzenplatz, geht jedoch kämpferisch an die Sache heran. „Wir wollen versuchen, in unseren Begegnungen alles zu geben“, sagt Franke, „wir wissen sehr gut, dass auf dem Brett immer sehr viel möglich ist, wenn man mutig ist und selbstbewusst in die Partie geht, dann kann ein noch so starker Gegner plötzlich auf Augenhöhe rücken. Und mit dieser Gewissheit werden wir uns so teuer wie möglich verkaufen.“ Franke ergänzt: „Hochmotiviert ist es unser Ziel, unseren Platz in der Startrangliste um einige Plätze zu übertreffen.“ 

Die Position in der Startrangliste ist die Position 13. Die Mannschaften aus Porz, Magdeburg, Kiel und auch von den SF Brackel aus Dortmund gehören zum Favoritenkreis und werden sich mit Sicherheit spannende Auseinandersetzungen um den Titel liefern. Dahinter ist vieles möglich. Je nach Tagesform auch ein gutes Abschneiden für den MSHS in Osnabrück.

Linda Becker und Rebecca Browning auch im Einsatz

Sieben nationale Titelkämpfe an vier Orten: Die Deutsche Vereins-Meisterschaft im Schach sorgt wieder für viel Bewegung zwischen den Jahren: In Osnabrück geht es um den Titel in der U20-Klasse (offen) und bei den U20-Mädchenteams. Bei den U20-Mädchen spielt die Halveranerin Rebecca Browning mit Gastspielrecht für die SG Solingen am 4. Brett – das Team ist Setzlistenzweiter im starken Feld. 

In Magdeburg finden gleich drei Turniere statt: U14 (offen), U12 (offen) und U10 (offen). Der U16-Titel (offen) wird in Aurich ausgespielt, das Turnier der U14-Mädchen in Neumünster. In Neumünster gehört die SG Porz mit der Plettenberger Gastspielerin Linda Becker, die das Spitzenbrett bekleiden wird, zu den Titelaspiranten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare