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Sauerland-Open: Dramatik pur bei Regen und Sturm auf dem Centre-Court

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Von: Thomas Machatzke

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Tennisspieler im Handtuch auf dem Platz
Wo bin ich nur? Manuel Guinard schaut nach verlorenem ersten Satz und bei aufkommendem Sturm am Stadtpark angstvoll gen Himmel. © Machatzke, Thomas

Julian Lenz machte da weiter, wo er 2021 bei den Platzmann-Sauerland-Open aufgehört hatte, hatte den an drei gesetzten Franzosen Manuel Guinard am Montag am Rande einer Niederlage. Aber bei Regen und Sturm eben nur am Rande...

Lüdenscheid - Der Turniermontag bei den 2. Platzmann-Sauerland-Open war auf dem Centre-Court ein Tag der Marathon-Matches. Nur drei statt der geplanten vier Partien fanden auf diesem Platz statt. Die allerdings boten beste Unterhaltung für die Zuschauer, die am Montagnachmittag auf die Anlage am Stadtpark gefunden hatten. Unterm Strich hätten es ein paar mehr Besucher sein dürfen.

Als erstes Highlight der Turnierwoche wird bei der zweiten Auflage des ATP-Challenger-Turniers in Lüdenscheid der erste Auftritt des Setzlistendritten Manuel Guinard in Erinnerung bleiben. Vor allem allerdings, weil sich ein Publikumslieblings der Premierenauflage im vergangenen August direkt wieder in die Herzen der Tennisfans zu spielen schien: Der Gießener Julian Lenz setzte Guinard mit seinem starken Service und den kraftvollen Grundschlägen lange zu – zur ersten großen Überraschung reichte es indes nicht.

Die Erstrundenpartie fand am Montag als dritte auf dem Centre-Court statt. Im ersten waren die Bedingungen noch gut, gleichwohl zog ein Sturmtief namens Lenz über den Franzosen hinweg. In 30 Minuten hatte der Vorjahreshalbfinalist aus Hessen den ersten Durchgang 6:2 für sich verbucht. Und während die Plätze für Durchgang zwei hergerichtet wurden, wurde es über der Anlage immer düsterer. Der Wind brachte die Bäume am Stadtpark bedrohlich in Bewegung – Manuel Guinard, der 26-Jährige aus dem bretonischen Saint-Malo, der eigentlich aus der Heimat eine rauhe Witterung gewohnt ist, schaute ängstlich gen Himmel. Es dräute etwas, aber es regnete nicht. Bis zum 3:2 für Guinard wurde weitergespielt. Dann fing es über dem Stadtpark an zu schütten. Die Partie musste unterbrochen werden.

Sauerland-Open: Dramatik pur bei Regen und Sturm auf dem Centre-Court

Es bleibt Spekulation, wem die Unterbrechung in die Karten spielte – den zweiten Satz holte sich jedenfalls der Favorit mit 6:3. Und damit steuerte der Tag auf seinen Höhepunkt zu, den Entscheidungssatz. Nun war die Tribüne auch besser gefüllt, und sie fieberte mit Lenz mit, der in diesem dritten Durchgang zweimal gebreakt wurde und postwendend zweimal das Rebreak schaffte. Das Momentum schien auf seiner Seite, erst recht, als Lenz im Tiebreak 5:3 führte. Doch die letzte Wendung in dieser an Wendungen nicht armen Auseinandersetzung bescherte Manuel Guinard doch noch den 10:8-Sieg im Tiebreak. Der Favorit war noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen – was für ein Match so früh im Turnier.

Wobei: Eine ähnliche Dramatik hatte eigentlich schon der Vormittag gebracht. 2:52 Stunden dauerte das Kräftemessen des Syrers Hazem Naw und des Deutschen Jeremy Jahn im Kampf um einen Platz im Hauptfeld. Naw hatte den ersten Satz 5:3 gewonnen. Im zweiten Satz ließ er beim Stande von 5:4 einen Matchball ungenutzt und verlor den Satz noch 6:7. Im dritten Durchgang führte er wieder 5:4 und hatte einen Matchball, den er erneut ausließ. Jahn nutzte die Gunst des Momentes und holte sich den dritten Satz mit 7:5. Hazem Naw ließ dies einigermaßen konsterniert zurück.

Tennisspieler ballt die Faust
Starke Leistung, am Ende aber doch eine Niederlage in drei Sätzen: Julian Lenz. © Machatzke, Thomas

Ähnlich enge Drei-Satz-Matches spülten auch den Russen Bogdan Bobrov (gegen den Kasachen Denis Yevseyev) und den Ägypter Mohamed Safwat (gegen den Argentinier Martin Cuevas) in die Hauptrunde. In der gab es übrigens neben der Partie von Lenz und Guinard nur noch eine weitere: Zhang Zhizhen kämpfte in zwei Sätzen den spanischen Linkshänder Javier Barranco Cosano nieder. Im August 2021 hatte Barranco Cosano noch im Viertelfinale gestanden und erst dort gegen Daniel Altmaier verloren.

Aufgrund der Marathon-Matches und leichter Probleme auf Court 3, die eine Verlegung der Partie von Bobrov und Yevseyev auf Court 7 nötig machten, bekamen die Gastgeber das geplante Programm nicht komplett absolviert. Tobias Kamke und Marko Topo werden ihr Match ebenso wie Jozef Kovalik und Cedrik-Marcel Stebe erst am Dienstag absolvieren. Das macht indes gar nichts, denn am Dienstag soll es wettertechnisch noch deutlich besser werden. Das wird nicht nur dieses Quartett freuen.

Die Ansetzungen für den Dienstag

CENTRE COURT
11 Uhr (1. Runde): Marco Cecchinato (Italien) – Nicholas David Ionel (Rumänien)
anschließend Oleksii Krutykh (Ukrainen) – Mats Moraing (Deutschland/2)
anschließend Jozef Kovalik (Slowakei) – Cedrik-Marcel Stebe (Deutschland)
anschließend Rudolf Molleker (Deutschland) – Filip Horansky (Slowakei/8)
anschließend, aber nicht vor 18.15 Uhr Nicolas Jarry (Chile) – Daniel Dutra da Silva (Brasilien)

COURT 7
11 Uhr (1. Runde): Dominic Stricker (Deutschland) – Robin Haase (Niederlande)
Pablo Cuevas (Uruguay/7) – Mohamed Safwat (Ägypten)
anschließend Georgii Kravchenko (Ukraine) –Timo Stodder (Deutschland)
anschließend Alexey Vatutin (Russland) – Facundo Diaz Acosta (Argentinien)
anschließend, aber nicht vor 17.30 Uhr Marcel Zielinski (Deutschland) – Denis Yevseyev (Kasachstan/LL)

COURT 3
11 Uhr (1. Runde): Jeremy Jahn (Deutschland) – Nicolas Kicker (Argentinien)
anschließend Tobias Kamke (Deutschland) – Marko Topo (Deutschland)
anschließend Vitaliy Sachko (Ukraine) – Hamad Medjedovic (Serbien)
anschließend Bogdan Bobrov (Russland) – Santiago Rodriguez Taverna (Argentinien/5)

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