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Ende einer emotionalen Reise für die Lightnings

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Von: Wesley Baankreis

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Lightnings-Cheftrainer Michel Schumann (rechts) und Vorsitzender Chris Tremmel (links).
Für den ausscheidenden Cheftrainer Michel Schumann (rechts) muss Lightnings-Vorsitzender Chris Tremmel (links) einen Nachfolger finden. © Baankreis, Wesley

Aufstiege und Meisterschaften sind im Sport nahezu immer etwas Besonderes. Das galt am Wochenende auch für die American Footballer der Lüdenscheid Lightnings, die vor heimischer Kulisse den bislang größten Erfolg der noch sehr jungen Vereinsgeschichte feierten. Momente, die bei den Verantwortlichen vor, während und auch weit nach dem Heimspielfinale der laufenden Saison viel Eindruck hinterlassen haben.

Lüdenscheid - „Dieser Tag war eine Achterbahn der Gefühle. In der Nacht vor dem Spiel war ich so nervös, dass ich mitten in der Nacht noch einmal das Videostudium durchgegangen bin. Und auch während des Spiels war die Anspannung ungebrochen. Erst mit dem Schlusspfiff ist wirklich alles von einem abgefallen“, fasst Cheftrainer Michel Schumann den Aufstiegstag zusammen. Dabei ist der Headcoach der Lightnings kein Neuling im American Football, sondern blickt auf jahrelange Erfahrung zurück. Und doch war der Erfolg in seiner Heimat Lüdenscheid am Ende etwas anders gelagert. „Die Meisterschaft und der Aufstieg sind der Lohn für alle, die in den vergangenen Jahren so viel Arbeit und Herzblut in die Lightnings gesteckt haben. Für viele von uns war es die erste Meisterschaft überhaupt. So etwas erlebt man nicht jeden Tag. Das gilt für alle auf und neben dem Feld. Nehmen wir zum Beispiel unsere Trainer. Viele von ihnen mussten ganz neu in ihre Aufgabe reinwachsen und haben sich im Laufe der Vorbereitung der Saison ein Super-Fachwissen angeeignet“, sagt Schumann. Hinzu kommt, dass der Auftritt am Samstag das letzte Heimspiel für den Lüdenscheider an der Seitenlinie seines Vereins war. Nach dem Saisonausklang am Sonntag beendet Schumann seine Trainerlaufbahn.

Wir leben hier einfach dieses Gefühl einer Footballfamilie – das ist unglaublich toll.

Michel Schumann (Headcoach Lightnings)

„Meine Kinder kommen jetzt in ein Alter, in denen ich noch mehr Zeit mit ihnen verbringen möchte. Das ist bei so einem zeitaufwendigen Trainerengagement im Football nicht möglich. Umso dankbarer bin ich dem Verein und der Mannschaft, dass ich beim letzten Heimspiel noch einmal mit meinen Kindern ins Stadion einlaufen konnte und wir alle einen tollen Tag hatten. Wir leben hier einfach dieses Gefühl einer Footballfamilie, was unglaublich toll ist“, erklärt Michel Schumann, der den Lightnings aber weiter in der Vorstandsarbeit erhalten bleiben wird.

Ein besonderes „Dankeschön“ erhielt am Samstag aber nicht nur der scheidende Cheftrainer. Die erste Dusche des Tages mit der Getränketonne ging nach Abpfiff nicht an den Headcoach, sondern an Abteilungsleiter Chris Tremmel und den stellvertretenden Abteilungsleiter Khaled Afifi. „Das war das Letzte, mit dem wir gerechnet haben. Aber die Jungs haben uns danach gesagt, sie wollten damit einfach Danke dafür sagen, dass wir diese Saison trotz einiger Unsicherheiten vor einem Jahr so gut auf die Beine gestellt haben“, sagt Lightnings-Vorsitzender Chris Tremmel.

Zu lange auf dem Erfolg ausruhen wollen sich die Bergstädter indes nicht. Zunächst einmal soll am Sonntag (16 Uhr) bei den Heinsberg Bisons die Saison erfolgreich enden. Auch deshalb stand am Montag normales Training auf dem Programm – trotz des feststehenden Titels. Danach sollen dann die Planungen für die Spielzeit 2023 vorangetrieben und abgeschlossen werden. Gespräche mit neuen Cheftrainern gibt es bereits und die Lightnings hoffen, hier zeitnah Vollzug melden zu können.

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