Skispringen

Saisonhöhepunkt in Lahti: WM-Premiere für Skispringer Simon Spiewok

Skispringer im Flug
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Simom Spiewok hofft in Lahti auf „bestmögliche Sprünge“. Wozu sie reichen können? Es gibt kein konkretes Ziel.

Im finnischen Lahti findet ab Montag die Nordische Ski-WM der Junioren statt. Einer von 39 vom Deutschen Ski-Verband nominierten Aktiven ist der 18-jährige Meinerzhagener Skispringer Simon Spiewok.

Meinerzhagen – Der Wecker klingelte am Freitagmorgen früh bei Simon Spiewok, sehr früh. Um 5 Uhr ging es von Willingen aus via Frankfurt/Main und Helsinki gen Lahti.

Ein langer Reisetag, den der 18-jährige Meinerzhagener aber sehr gerne auf sich nahm, denn in der finnischen Winterlandschaft wartet ein Wettkampf auf den Skispringer des TuS Neuenrade, den er als den wichtigsten in seiner Karriere einstuft: Spiewok vertritt in der nächsten Woche den Deutschen Skiverband bei der Nordischen Ski-WM der Junioren.

„Klar war auch der Continental-Cup zuletzt etwas ganz Besonderes – wenn man in einem Wettkampf mit Skisprung-Legenden wie Gregor Schlierenzauer oder Noriaki Kasai dabei ist...“, sagt Spiewok, wenn er auf den Stellenwert der Junioren-WM für ihn angesprochen wird, „aber vom sportlichen Wert ist eine WM natürlich noch höher anzusiedeln.“

Saisonhöhepunkt in Lahti: WM-Premiere für Skispringer Simon Spiewok

Da trifft es sich gut, dass bei Spiewok vor dem Saisonhighlight auf der Salpausselkä-Normalschanze, die nach dem Salpausselkä-Höhenzug rund 100 Kilometer nördlich von Helsinki benannt ist, die Formkurve stimmt. Beim Vorbereitungslehrgang in Villach jedenfalls hinterließ Spiewok einen sehr guten Eindruck, zeigte aus dem fünfköpfigen DSV-Team für Lahti die besten Trainingssprünge und dürfte so eigentlich neben dem Einzel- auch fürs Teamspringen gesetzt sein.

„Natürlich geht es immer noch besser“, sagt der Willinger Internatsschüler wie nach so manchem Wettkampf (zum Beispiel in Oberhof), „aber eigentlich war das schon sehr gut.“ Wie die Deutschen bereiteten sich auch die Junioren aus Österreich und Italien am Wochenende in Villach auf die WM vor. Auch deshalb, weil die Schanze im Kärntner Land die selben Charakteristika aufweist wie jene Normalschanze in Lahti, auf der übrigens Kamil Stoch mit einem 103,5-Meter-Sprung aus dem Jahr 2017 den Schanzenrekord hält. Ein sehr steiler Anlauf ist etwas, das Spiewok und seine Konkurrenten in Lahti genauso wie beim Training in Villach erwartet. Dass Spiewok in Villach sehr gut damit zurechkam, darf ihm durchaus Selbstvertrauen für die WM geben.

Klar war auch der Continental-Cup zuletzt etwas ganz Besonderes – wenn man in einem Wettkampf mit Skisprung-Legenden wie Gregor Schlierenzauer oder Noriaki Kasai dabei ist... Aber vom sportlichen Wert ist eine WM natürlich noch höher anzusiedeln.

Simon Spiewok (Skispringer)

Zwar ist der Sauerländer noch nie in Lahti gesprungen, doch der WM-Wettkampf am Donnerstag (Einzel) wird trotzdem nicht seine Premiere in der finnischen Skisprung-Hochburg sein. Am Samstag und am Sonntag finden hier zwei FIS-Cup-Springen statt – die perfekte Generalprobe für den WM-Ernstfall. „In diesen Springen geht es natürlich darum, sich an die Schanze zu gewöhnen, sie kennenzulernen“, sagt Spiewok und freut sich auf die Herausforderung, auch wenn ihm der lange Anreisetag am Freitag beim ersten Springen des Wochenendes noch in den Knochen stecken wird.

Simon Spiewok im Keller des Sportinternats in Willingen: In der nächsten Woche vertritt dre Meinerzhagener den DSV bei der Junioren-WM im finnischen Lahti.

„Der FIS-Cup im Vorlauf gibt uns die Möglichkeit, eine tolle Wettkampfwoche zu organisieren. Wir glauben fest an unsere fachkundige und engagierte Gemeinschaft“, hob Juha Kolu, der Präsident der Lahti-Ski-Association, die Vorteile der Planungen hervor, als die Finnen im November den Zuschlag erhielten, für Zakopane als Austragungsort der Junioren-WM einzuspringen. Schon wieder – erst 2019 hatte auf der Salpausselkä-Normalschanze die Junioren-WM stattgefunden. Nun findet diese Junioren-WM also nur zwei Wochen nach dem Weltcupspringen der absoluten Topstars der Szene in Lahti statt.

Sei’s drum: Für Spiewok ist es die WM-Premiere. Eine Premiere, bei der er sich nicht unter Druck setzen will. „Das Besondere an diesem Wettkampf wird bisher eher von außen an mich herangetragen“, sagt der Youngster, der am Donnerstag noch keine besondere Nervosität oder Anspannung spürte.

Ein guter Ratschlag von Heimtrainer Heinz Koch

Wenngleich er in Lahti vom DSV-Trainertrio Christian Leitner/Tino Haase/Andreas Günter auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet wird, so hat er sich doch von seinem Heimtrainer Heinz Koch – der erfahrene Österreicher, der am Skisprung-Standort Willingen die Talente ausbildet, war 2016 im DSV Skisprung-Trainer des Jahres – einen ganz wichtigen Rat mit auf die Skandinavien-Reise genommen. „Ich werde kein konkretes Ziel definieren, nicht auf einen bestimmten Platz schauen“, sagt der junge Meinerzhagener, „damit setzt man sich nur unter Druck. Ich versuche einfach, das Bestmögliche aus den Sprüngen zu machen – und dann schaue ich, was am Ende dabei herauskommt.“

Direkt am Wochenende bei den FIS-Cup-Springen will Spiewok den Koch-Rat beherzigen, von Sprung zu Sprung schauen und auch die Junioren-WM als Karriere-Highlight einfach nur genießen.

Nordische Ski-WM der Junioren an zwei Standorten

Vom 8. bis zum 14. Februar findet in Lahti und Vuokatti in Finnland die Nordische Ski-Weltmeisterschaft der Junioren statt. In Lahti werden die Titelträger im Skispringen und der Nordischen Kombination ermittelt, in Vuokatti geht es im Langlauf um die Medaillen. Die Skisprung-Wettbewerbe sind für Mittwoch (Damen, Einzel), Donnerstag (Herren, Einzel) und Freitag (Mannschaft) terminiert. Der DSV hat bei den Junioren neben dem Meinerzhagener Simon Spiewok (TuS Neuenrade) auch Eric Fuchs (Oberstdorf), Luca Geyer (Lauscha), Claudio Haas (Schonach) und Quirin Modricker (Hinterzarten) nominiert. Bei den Juniorinnen springt mit Michelle Göbel ein weiteres Talent aus Willingen mit.

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