RWL: Gut oder nicht – aber gesiegt

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Ist sich auch für eine Grätsche nicht zu schade: RWL-Kapitän Matthias Urbas trennt im Rückwärtsgang Hickengrunds Eduard Frantz von der Kugel.

Lüdenscheid - Trainer Marco Sadowski war nach dem 5:2-Sieg von Rot-Weiß Lüdenscheid bei der SG Hickengrund hoch zufrieden: „Wir haben gut gespielt und auch in der Höhe völlig verdient gewonnen“, freute sich der Coach.

Dabei war ihm sicher nicht entgangen, dass die seine Elf einen echten Klimmzug hatte hinlegen müssen, um die Punkte mitzunehmen.

„Auch die erste Hälfte war völlig okay, ich glaube, die SG war vier Mal in Strafraumnähe“, befand der Coach. Doch da gab’s auch Zweifler. Für den Geschmack der wenigen mitgereisten Anhänger hatte sich Rot-Weiß in dieser Phase vom fußballerisch limitierten Gastgeber anstecken lassen und zu viele lange Bälle gespielt. Und wenn das vom Coach eingeforderte Kurzpassspiel praktiziert wurde, dann waren zu viele Fehlpässe im Spiel, so dass zur Pause durchaus auch resümiert werden konnte: Kein gutes Spiel.

Rot-Weiß-Trümpfe stechen ab 60. Minute

Die Außenverteidiger Dunkel und Adams allein und nicht fehlerfrei mit ihren Defensivaufgaben beschäftigt, im Deckungszentrum Sattler mit Leichtsinnspatzern und in der Mittelfeldschaltzentrale der angeschlagene Sommer weit von der Vorwochenform entfernt und auch Torjäger El Alami bei Passspiel und Dribbling glücklos: so blieb’s nach dem erneuten Rückstand auch nach Wiederbeginn bis zur 60. Minute noch hakelig. Dann aber stachen die Rot-Weiß-Trümpfe mit der torhungrigsten Offensive der Liga doch noch. In der letzten halben Stunde bewahrheitete sich das Einschwören des Trainers auf die starke Bank: Obwohl mit Roman Klukowski eine Offensivkraft am Morgen erkrankt abgesagt hatte, war diesmal Patrick Klatt Alternative genug. Der Ex-61er rückte in die Sturmspitze, Yasin Güzelcümbüs etwas dahinter und Redouane El Alami ging für den ausgewechselten Timo Sommer, der sich trotz Blessur in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte, auf die 6.

Und der Angreifer blieb vor der Bude eiskalt, netzte binnen 19 Minuten dreimal ein und drehte die Partie. Als Klatt in der 68. Minute ausglich, fragte Hickengrunds fehlerfreier, oft unterschätzter Keeper Stephan Hennig, schon bedeutungsschwanger „Wie lange noch?“ und quittierte die Antwort mit „Ach du Sch...“.

Der Kapitän ahnte, dass seine nicht komplett austrainiert wirkenden Vorderleute der Welle der topfit attackierenden Rot-Weißen nicht würden standhalten können. Damit stach auch die zweite Trumpfkarte der Bergstädter. Und am Ende standen völlig verdient drei Punkte auf dem Konto – und die Frage, „gut gespielt oder nicht?“ war gar nicht mehr so wichtig für RWL.

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