Fußball-Bezirksligen

Rückschläge , Erfolgshunger und Neuland

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RWL-Flügelflitzer Raphael Scharzer (Links) im Duell mit Hagens Michael Wandji. 

Kreisgebiet - Am vierten Bezirksligaspieltag sind wieder alle vier heimischen Teams im Einsatz, zwei betreten Neuland: RW Lüdenscheid hat noch nie gegen den FC Wetter um Punkte gespielt und auch noch nie im Stadion Am Harkortberg. Neues auch für den Kiersper SC: Die Carbotta-Elf bestreitet am Sonntag erst endlich ihr erstes Heimspiel. Parallelen gibt's aber auch beim Neuling TuS Neuenrade und dem TuS Plettenberg: Beide Teams beklagen wichtige Ausfälle. Dennoch hat das gesamte Quartett Gemeinsamkeiten: Punkte stehen überall im Südkreis auf dem Wunschzettel.  

Staffel 4

TuS Neuenrade - VfB Marsberg (Sonntag, 15.30 Uhr, Waldstadion):

Seit mehr als 20 Jahren ist Neuenrades Chefcoach Abi Ouhbi bereits im Trainergeschäft, aber das, was er am Vorsonntag in negativer Hinsicht in Freienohl mitansehen musste, stellte auch für ihn ein Novum dar: Vier Gegentore binnen sechs Minuten, ein Spiel, in dem der TuS nach frühem 0:2-Rückstand drauf und dran war, selbst mit 3:2 in Führung zu gehen, ging letztlich 2:7 verloren. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Es war eine Anhäufung individueller Fehler, die so nicht passieren dürfen, dazu war nach dem 4:2 die Moral vollends im Keller. So darf es auswärts nicht weitergehen“, bezog der Übungsleiter das 1:7 vom Auftakt in Leiberg gleich mit ein.

Jetzt aber ist erst einmal Heimspiel-Zeit, und zumindest im Waldstadion lief es vor 14 Tagen mit dem 5:0 gegen den TuS Voßwinkel ja prächtig. Allerdings: Mit dem VfB Marsberg gastiert  ein Kontrahent in der Hönnestadt, der trotz der 2:4-Heimpleite gegen SuS Langscheid/Enkhausen ein anderes Kaliber sein dürfte.

 „Die scheinen hinten zwar verwundbar zu sein, haben in drei Spielen aber schon zwölfmal getroffen. Von daher muss unser Schwerpunkt zunächst einmal auf defensiver Stabilität liegen. Und damit sind nicht nur die Abwehrspieler gemeint“, nimmt Ouhbi auch das defensive Mittelfeld in die Pflicht: „Das Umschalten in die Rückwärtsbewegung muss einfach schneller gehen.“

Personell wird es zwangsläufig zu Änderungen kommen: Acar hat sich in den Urlaub verabschiedet, Caliskan ist erkrankt, doch am schlimmsten hat es Offensiv-Leistungsträger Sönmez erwischt. Der 33-Jährige musste in Freienohl nach einem Foul schon nach einer Viertelstunde das Feld verlassen, neben einer starken Prellung sind die Bänder am Knöchel überdehnt.

Staffel 5

Kiersper SC -SC Listernohl/Windhausen/ Lichtringhausen (Sonntag, 15 Uhr, Felderhof-Stadion): Am vierten Spieltag feiert der KSC er SC endlich seine Heimpremiere nach zwei Auswärtsauftritten und einem dazwischen liegenden spielfreien Wochenende. "Wir wollen auf Sieg spielen", lässt Trainer Marco Carbotta keinen Zweifel daran, was nach dem ersten Auftritt vor eigenem Publikum zu Buche stehen soll. Dass der Coach mit dem jüngsten Auftritt seiner Schützlinge nicht zufrieden war, liegt auf der Hand. Mit 0:3 verloren die Kiersper in Attendorn, und besonders der Umstand, dass nach dem ersten Gegentor allzu schnell die Köpfe nach unten gingen, war Carbotta ein Dorn im Auge.

"Das darf nicht passieren, zumal ja fast noch eine halbe Stunde zu spielen war", kritisiert er. Gearbeitet hat der KSC in der zurückliegenden Trainingswoche an seinem wohl leidigsten Problem: der Chancenverwertung. Wir müssen unsere Tormöglichkeiten einfach besser nutzen", nennt der junge Trainer das Kind beim Namen.

Was Gegner SC LWL 05 angeht, so gilt dieser nicht erst seit gestern als eine der spielerisch stärksten Mannschaften der Liga. Vor allem aber verfügen die Gäste über gute Konterspieler: "Da müssen wir wach sein und dürfen ihnen keinen Raum lassen", warnt co Carbotta seine Defensivreihe obwohl der SC noch keine seiner drei Partien gewinnen konnte.

Der KSC möchte sich aber ohnehin nicht am Gegner orientieren, sondern versucht, sein eigenes Spiel durchzubringen. Hilfreich sicher, dass der Coach dabei am Sonntag wieder auf Andreas Kalman zurückgreifen kann. Fehlen werden die verhinderten Tom Hoffmann und Seyfettin Macit.

SV Ottfingen - TuS Plettenberg (Sonntag, 15 Uhr, Am Siepen): Viermal in den vergangenen fünf Spielzeiten ist der stets hoch eingeschätzte SV Ottfingen knapp am Aufstieg in die Landesliga vorbeigeschrammt. Auch vor dieser Saison zählte der einstige Verbandsligist wieder zum Kreis der Titelanwärter und ist den Erwartungen mit 7 Punkten aus den ersten drei Spielen auch gerecht geworden.

Insofern läuft der „ewige Favorit“ auch  gegen den noch punktlosen TuS Plettenberg mit allerbesten Siegchancen auf. Zumal der „Pechfaktor“, wie es Trainer Kosta Michailidis bezeichnet, bei den Blau-Gelben erneut zugeschlagen hat. Mussten am vergangenen Sonntag vor dem 0:5 gegen den TSV Weißtal der an der Schulter verletzte Torwart Adriano Mazzeo (drei Wochen Pause) und der inzwischen von einer starken Erkältung genesene Salih Öztürk ersetzt werden, so fallen nun in Ottfingen drei weitere Leistungsträger aus. Steffen Hegemann ist wegen seines Umzugs privat verhindert, Angreifer Vincent Schlotmann hat sich bei einem nicht geahndeten Foul gegen Weißtal einen Bänderanriss im Sprunggelenk zugezogen, der eine drei- bis vierwöchige Pause erfordert. Noch schlechter sieht es bei Krenar Reka aus, der mit einem Meniskusschaden im Knie wohl den Rest der Hinserie verpassen wird. Da auch Christian Hagedorn zuletzt auf die Zähne biss, nur unter Schmerzen spielen konnte, das Training reduzieren musste und eventuell passen muss, reduziert sich die „Qualität, die wir mal in der Breite hatten“, wie Michailidis sagt, erheblich.

 „Dennoch ziehen die Jungs super mit“, lobt der TuS-Coach gerade die noch unerfahrenen Spieler, „die wir aber nicht verbrennen dürfen“. Gerne würde Michailidis ihnen Licht am Ende des Tunnels zeigen, muss tief in die Motivationskiste packen, um die Stimmung hochzuhalten. Improvisation ist in Ottfingen gefragt, so im Sturm, wo Fadi Mrida eine „flache Neun“ geben könnte, oder auf der „Königsdisziplin“, der Sechserposition, wo Salih Öztürk vorgesehen ist. „Wir brauchen Punkte, aber Ottfingen ist eine spielstarke Mannschaft“, weiß Michailidis, „die einzige Hoffnung ist, dass wir auch gegen Weißtal lange gut mitgehalten haben."

Staffel 6

FC Wetter - RW Lüdenscheid (Sonntag, 15 Uhr, Stadion am Harkortberg): Neuland betritt Rot-Weiß mit dem Gastspiel beim FC Wetter im doppelten Wortsinn: Noch nie haben die Bergstädter im Stadion am Harkortberg um Punkte gespielt und auch der Landesligaabsteiger ist für RWL ein Buch mit sieben Siegeln: „Wir wissen wenig bis nichts über die Spielweise des FC“, muss Trainer Martin Rost einräumen.

Das hält ihn aber nicht davon ab, zuversichtlich auf einen weiteren Sieg zu setzen, um sich in der Tabelle weiter nach vorn zu arbeiten. „Wir wollen an die Ergebnisse aus dieser Woche (4:1 gegen SSV Hagen, 7:0 beim FC Altena- Red.) anknüpfen.“ Ergebnisse sagt der ehrgeizige Coach bewusst, weil die Leistung gegen die Hagener eben nicht den Vorstellungen Rosts vom Erfolgsfußball nahe kam.

Eine Leistungssteigerung will der Coach auf jeden Fall sehen und ist weit davon entfernt, die Gastgeber zu unterschätzen. „Es wäre höchst gefährlich, Wetter daran zu messen, dass dem FC bislang lediglich ein Punktgewinn gelungen ist. Ich mahne höchste Konzentration bei den Spielern an.“

Personell aber kann er fast aus dem Vollen schöpfen, wird aus dem Kader sogar den einen oder anderen Akteur nicht ins Aufgebot nehmen: „Es hat wenig Zweck, acht Spieler auf die Bank zu setzen“, meint er. Verzichten müssen die Rot-Weißen weiter auf den gesperrten Stammkeeper Jonas Brackmann, noch einmal auf Urlauber Leonardo Viggiani sowie den „Neu-Urlauber“ Robin Breitenbach. Dafür ist aber Stürmer Lukas Finke nach verbüßter Sperre wieder einsatzbereit, für den Allround-Waffe Mark Sattler seinen Platz im Angriffszentrum wird wieder räumen müssen. Auch Gürkan Besirlioglu spielte im Pokal volle 90 Minuten, mit von der Partie dürfte zudem auch wieder Abwehrchef Mark Linneboden sein, auch wenn der wegen leichter Oberschenkelprobleme beim Gastspiel in Altena noch geschont worden war. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Kapitän Richard Dissing, der sich am Donnerstag noch auf eine Laufeinheit beschränkte, um die geschwollene Lippe zu schonen.

 

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