Fußball-Bezirksligen

Vorn dabei, etabliert und noch nicht am Ende

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Das Bild täuscht: RWL-MIttelfeldspieler Richard Dissing (rechts) musste Schiedsrichter Ugur Ok nicht umspielen, der Referee macht rechtzeitig den Weg frei.

Kreisgebiet - Die Schlagworte für die vier heimischen Fußball-Bezirksligisten in den Staffeln 6, 5 und 4 reichen von "Pflichtsieg" über "Offensivspektakel" und  "Underdog" bis hin zum nackten "Punktetraum". Das Wochenende verspricht wieder spannende Duelle.     

RW Lüdenscheid – ASSV Letmathe (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen):  „Der Oktober wird zum Monat der Wahrheit und nach der ersten November-Woche werden wir dann wohl wissen, wohin die Reise gehen kann oder wird.“ Schon vor Wochen hatte Rot-Weiß Lüdenscheids Teamsenior Lars Scheerer die Bedeutung der kommenden Spiele für den aktuellen Ligaspitzenreiter aus der Bergstadt unterstrichen. Die vermeintlich lösbarste Aufgabe kommt dabei in Gestalt des ASSV Letmathe auf die Kreisstädter zu. Der Tabellen-13. zu Hause, da stehen die Zeichen bei den Rot-Weißen auf Sieg: „Ohne den Gegner gering zu schätzen, am Nattenberg muss da für uns ein Pflichtsieg her“, sagt auch Trainer Martin Rost und fordert gegenüber dem vorwöchigen Auftritt bei Schlusslicht Sinopspor Iserlohn „eine deutliche Leistungssteigerung“. Und der Coach weiß selber, „es mag mitunter skurril wirken, wenn ich nach neun Pflichtspielsiegen in Folge immer wieder kritisiere, aber wir haben uns im Video noch einige Szenen vom Vorsonntag angeguckt, da ist leistungsmäßig noch jede Menge Luft nach oben vorhanden und das weiß auch die Mannschaft. Und deshalb bin ich auch nicht zufrieden“, legt der Coach die Messlatte hoch.

Auch weil er um die folgenden „Brocken“ weiß: In Voerde, gegen Türkiyemspor Hagen, in Gevelsberg und dann Anfang November gegen Geisecke hängen die Trauben für RWL ungleich höher, muss die Leistung über komplette 90 Minuten stimmen.

Zunächst aber Letmathe, das kurzfristig wegen einer Verlegung auf den kommenden Dienstag angefragt hatte, weil einige Akteure nicht zur Verfügung stünden. „Das machen wir normalerweise gern, aber das kam zu kurzfristig und am Dienstag würden auch bei uns einige Akteure ausfallen, zudem hätte ich selbst Probleme, rechtzeitig aus Bonn in Lüdenscheid zu sein.“

So wird seine Mannschaft in beinahe kompletter Stärke gegen die Elf von Gästecoach Aykan Kutlu auflaufen können, nachdem auch Routinier Scheerer zumindest wieder auf der Bank sitzen kann. „Da kann ich beinahe aus dem Vollen schöpfen“, freut sich Rost über Alternativen für alle Mannschaftsteile. Ein Konkurrenzkampf, der sich leistungsmäßig positiv auswirken dürfte.

Kiersper SC – FC Eiserfeld (Sonntag, 15 Uhr, Felderhof-Stadion):  Die Vorzeichen stehen bestens für einen hochinteressanten Fußballnachmittag, stehen sich am Felderhof doch der KSC SC (4.) und der Tabellendritte gegenüber. Und mehr noch: Abgesehen vom letzten bedeutungslosen Aufeinandertreffen im Mai waren die Vergleiche dieser beiden Kontrahenten immer spektakulär.

Beide Mannschaften haben bis dato eine beeindruckende Serie hingelegt. Der FC stolperte zwar mit einer 3:4-Niederlage bei Germania Salchendorf und einem 2:2 gegen Türk. Geisweid mehr schlecht als recht in die Saison – doch die jüngsten fünf Spiele wurden allesamt gewonnen. Auf bei den Gastgebern stehen fünf ungeschlagene Spiele in der Historie, inklusive des torlosen Remis gegen den SV Ottfingen.

KSC-Trainer Marco Carbotta jedenfalls freut sich mächtig auf das Spiel: „Ähnlich wie wir spielt Eiserfeld offensiv und sehr kampfbetont und hat mit Lukas Weber einen exzellenten Torjäger, der schon zehn Treffer erzielt hat. Mein Kollege Jan Fünfsinn hat dort ganz hervorragende Arbeit geleistet, Eiserfeld steht verdient auf dem dritten Platz.“

Dennoch ist Carbotta uneingeschränkt optimistisch, sieht keinen Grund, das KSC-Licht unter den Scheffel zu stellen: „Wir sind ebenfalls offensivstark, sind selbstbewusst, wollen und können gewinnen.“ Ein 3:3 im letzten Heimspiel und das 6:2 in der vorletzten Saison waren Spiele, an die man sich gerne zurückerinnert. Am Feiertag gab der Coach seiner Elf trainingsfrei, das intensive Spiel in Freudenberg (2:1) hatte dann doch einige Spuren hinterlassen hat. „Es gibt leichte Blessuren bei dem einen oder anderen, sodass wir erst vor dem Spiel entscheiden, wer in der Startelf aufläuft“, so Carbotta. Ausfallen wird neben Orhan Eroglu aber in jedem Fall Özgür Muti.

TuS Plettenberg – 1. FC Türk Geisweid (Sonntag, 15.30 Uhr, Lennestadion):  Zwei Trainingseinheiten haben die TuS-Spieler nach der Trennung von Trainer Kosta Michailidis unter der Leitung von Markus Hildebrandt und Domenico Musella absolviert, eine dritte fand gestern statt. Am Sonntag wird sich zeigen, ob es in dieser kurzen Zeit gelungen ist, die Mannschaft fit zu machen für den Abstiegskampf in der Bezirksliga, der im Oktober richtig Fahrt aufnimmt. Denn mit dem 1. FC Türk Geisweid, RW Hünsborn II und dem FC Altenhof haben die Blau-Gelben nun drei Gegner, die zwar nicht auf einem Abstiegsplatz stehen, aber für das punktlose Schlusslicht mit einer Erfolgsserie einholbar sind.

„Laufen und kämpfen kann jeder. Wir hoffen, dass die Köpfe frei sein, der Wille und die Bereitschaft, sich zu zerreißen, zu erkennen sind. Der Verein muss jetzt näher zusammenrücken. Es ist unser erstes Endspiel“, macht Hildebrandt die Bedeutung der Partie gegen den Aufsteiger aus Siegen-Geisweid deutlich.

„Da müssen wir ja fast schon gewinnen. Das wird ekliger Abstiegsfußball – alles wird nur über den Kampf gehen.“

Erkenntnisse über den 1. FC Türk erhofft sich Hildebrandt von Uwe Helmes, der kommende Woche wieder als Trainer des TuS Plettenberg einsteigen wird. Schließlich liegen Helmes’ Wohnort Alchen und Geisweid nicht weit voneinander entfernt. Für Sonntag steht bei den Blau-Gelben aktuell nur die Angriffsreihe (Mrida, Karadag, Schlotmann) und der Torhüter (Mazzeo) fest.

„Wir wissen noch nicht, wer fit ist“, fischen Hildebrandt und Musella noch etwas im Trüben. Hegemann kehrt ins Team zurück, die Benennung der Mittelfeldspieler dürfte aber zu einer „Bauchentscheidung“, so Hildebrandt, den der Ausfalle von Kalaitzis nach der Roten Karte in Salchendorf besonders schmerzt. „Wir werden versuchen, defensiv sicher und stabil zu stehen. Vielleicht gelingt es uns ja mal, in Führung zu gehen, damit die Jungs das Gefühl bekommen, dass sie ein Spiel gewinnen können“, spricht der Interimstrainer nicht anders als sein Vorgänger. Ob es diesmal gelingt?

SuS Langscheid/Enkhausen – TuS Neuenrade (Sonntag, 15 Uhr, Sportpark Langscheid): Dank eines „Mini-Laufs“ mit sieben Zählern aus drei Spielen hat sich der Aufsteiger TuS Neuenrade Luft auf die Abstiegsränge in der Landesliga der Staffel 4 verschafft. Die nächste Möglichkeit, sich weiter im Mittelfeld der Tabelle festzusetzen, bietet sich der Ouhbi-Elf beim morgigen Gastspiel an der Sorpe.

TuS-Übungsleiter Abi Ouhbi sieht seine Mannschaft nun endgültig in der Liga angekommen: „Wir haben uns durch die Ergebnisse der letzten Zeit eine komfortable Ausgangslage geschaffen, aber wir möchten natürlich dafür sorgen, dass diese nach dem Spiel immer noch gut ist.“

In einer Liga „voller Unbekannter“ kann Ouhbi die Heimmannschaft im Gegensatz zu anderen Teams ein wenig besser einschätzen, da sich mit Schoppe, Kessler und dem Spielertrainer Sander gleich mehrere frühere Akteure der FSV Werdohl im SuS-Kader befinden, zudem mit Kabath ein Ex-Spieler des TuS Langenholthausen. „Im Vorfeld der Saison habe ich sie ganz oben angesiedelt. Sie lösen ihre Aktionen spielerisch, ich sehe uns in diesem Spiel schon als Underdog“, weiß Ouhbi um die Stärke des Gegners.

Personell muss der Aufsteiger weiterhin auf Danis, Schmidt, Gültekin und Kele verzichten. Auch die Verletzung des letzte Woche ausgewechselten Routiniers Sahin Murat „ist noch nicht vollends auskuriert“, zudem brummt Kirci das letzte Spiel seiner Rotsperre ab.

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