Rund um die Uhr im Dienste der FIFA

Dr. Bernd Lasarzewski, hier im Sportkrankenhaus mit Nationalspielerin Kerstin Stegemann, ist bei der U20-WM „General Medical Officer“.

LÜDENSCHEID – Es ist eine Art Probelauf für die FIFA-WM der Frauen, die 2011 in Deutschland stattfindet: Im Moment spielen in Bochum, Bielefeld, Augsburg und Dresden die U20-Fußballerinnen um den Weltmeistertitel. Wenngleich die Aufmerksamkeit im Lande natürlich nicht dieselbe ist wie beim Turnier der älteren Spielerinnen, so ist es doch ein FIFA-Turnier – alles muss perfekt laufen.

Dr. Bernd Lasarzewski, Chefarzt der Knie-, Schulter- und Ellenbogen-Chirurgie im Sportkrankenhaus in Hellersen, schaut sich die U 20-WM dieser Tage meist aus der Ferne und doch alles andere als unbeteiligt an. Lasarzewski ist gemeinsam mit Prof. Tim Meyer, dem Mannschaftsarzt der Fußball-Männer, „General Medical Officer“ der WM. „Wir teilen uns diese Arbeit“, sagt der Lüdenscheider, „ich übernehme den Part in diesem Jahr stärker, Tim Meyer wird im nächsten Jahr mehr für diese Aufgaben zuständig sein.“

Die Aufgabenteilung macht Sinn: Meyer weilte zuletzt in Südafrika und war für die Planung nicht vor Ort. Lasarzewski wiederum wird 2011 die deutsche Fußball-Frauennationalmannschaft betreuen und dort stärker eingebunden sein. Der „General Medical Officer“ der WM sucht im Vorfeld für die einzelnen Spielorte Ärzte, die während der WM einen reibungslosen Ablauf garantieren sollen. Bei der WM selbst koordiniert Lasarzewski nun aus Hellersen für alle vier Spielorte die medizinische Betreuung. „Die FIFA hat uns ein Handy gegeben, auf dem wir 24 Stunden erreichbar sein müssen“, sagt Lasarzewski. Da indes an den Spielorten gute Vorarbeit geleistet worden ist, schellt das Handy nicht permanent.

Wenn Lasarzewski von „uns“ spricht, meint er damit auch Dr. Ulrich Schneider. Der Sportmediziner aus der Abteilung von Dr. Ernst Jakob ist der zuständige Arzt für den Spielort in Bochum und außerdem fürs „Headquarter“ der FIFA in Düsseldorf. Schneider hat damit von allen vor Ort verantwortlichen Ärzten den stressigsten Job. Er muss alle medizinischen Termine in Bochum, Düsseldorf und zusätzlich in einem Außenquartier der FIFA in Dortmund koordinieren. Bricht sich ein FIFA-Funktionär zum Beispeil ein Stück Zahn ab, besorgt Schneider den Termin beim Zahnarzt, der Fahrservice der FIFA bringt den Patienten dann zum Arzt. Schneider hat hierfür im Vorfeld an den drei Orten ein Netzwerk geschaffen, das ihm schnell hilft, alle Probleme zu lösen.

Eine weitere Aufgabe des Sportmediziners aus Hellersen ist es, die Schiedsrichter des Turniers, die allesamt in Düsseldorf untergebracht sind, zu betreuen und im Falle einer Krankheit oder Verletzung außerdem einen Rat auszusprechen, ob der Referee fit ist für seinen nächsten Einsatz. Schneider wohnt zudem allen WM-Partien in Bochum bei. Auch der am Samstag – dann trifft die deutsche Nationalmannschaft in Bochum im Viertelfinale auf Nordkorea, und Schneider trifft damit auf einen weiteren Kollegen aus Hellersen: Carsten Lueg. Der nämlich ist während des Turniers Mannschaftsarzt der deutschen U 20-Auswahl.

Thomas Machatzke

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