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RSV ohne Punkte am Rothaarsteig

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Von: Thomas Machatzke

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Auch Alessandro Tomasello (links) mühte sich am Sonntag in der Pulverwaldkampfbahn redlich, doch ein Tor gelang auch dem Linksfuß des RSV nicht.
Auch Alessandro Tomasello (links) mühte sich am Sonntag in der Pulverwaldkampfbahn redlich, doch ein Tor gelang auch dem Linksfuß des RSV nicht. © S. Salzmann

Nach der achten Niederlage im neunten Saisonspiel und dem überraschenden Clarholzer Erfolg in Rheine rutschte der RSV Meinerzhagen am Sonntag in der Fußball-Oberliga auf den 20. und vorletzten Platz ab.Das wäre nicht nötig gewesen.

Erndtebrück - Beim 0:1 (0:0) beim TuS Erndtebrück war das Demir-Team eigentlich die aktivere Mannschaft, hatte mehr Spielanteile und auch mehr Chancen. Aber vor dem Tor wollte mal wieder nichts gelingen. Auch nicht in der dritten Minute der Nachspielzeit, als Raphael Gräßer wie aus dem Nichts alleine zentral noch eine letzte Riesenchance bekam.

Es wäre der Schuss ins Glück gewesen. Ein Tor, das die fünfte Niederlage in Folge hätte abwenden können. Doch Gräßers Schuss ging über das TuS-Gehäuse. Die Gastgeber, sie durften so für einen an diesem Nachmittag ziemlich minimalen Aufwand einen beträchtlichen Lohn, nämlich volle drei Punkte, verbuchen.

Entwarnung bei Focher

RSV-Trainer Mutlu Demir hatte am Rothaarsteig auf sein gewohntes 4-3-3-System gesetzt, allerdings hatten Oh (nun über rechts) und Gräßer (nun über links) die Außenbahnen tauschen dürfen. Jakobs war wieder dabei, und auch Focher im Tor, bei dem nach dem MRT-Termin am Donnerstag Entwarnung für die lädierte Schulter gegeben worden war. In dieser Anordnung gelang dem RSV etwas, was ihm in den vergangenen Wochen so häufig nicht gelungen war: Er verteidigte solide weg, ließ defensiv erst einmal nichts anbrennen. Hatte Mutlu Demir einen Gastgeber erwartet, der früh attackiert und presst, so wurde er zudem eines Besseren belehrt: Der TuS ließ es eine Woche nach dem 0:5-Debakel in Paderborn ruhiger angehen. Und damit wiederum kam der RSV gut zurecht.

Die Folge: In der ersten Hälfte war hüben wie drüben vor dem Tor wenig los. Der erste RSV-Torschuss ging nach 40 Minuten aufs Konto von Julian Jakobs (geblockt). Das war wenig, doch der TuS hatte noch weniger vorzuweisen gehabt. Das 0:0 zur Pause war mangels auch nur einer einzigen echten Großchance zwangsläufig.

Frühes Gegentor in der zweiten Halbzeit

Nach dem Wechsel war es der RSV, der besser ins Spiel zu kommen schien. Zwei gute Szenen brachte der Gast nicht zu einem zwingenden Abschluss. Und so passierte es doch wieder: Ein schlampiges Zuspiel von Dissing auf Kunkel ermöglichte dem Ex-Regionalligisten eine Konterchance. Nach Attias Vorarbeit zog Lars Schardt auf der rechten Seite aus spitzem Winkel ab, sein Ball schlug im langen Eck ein. Es hieß 1:0.

So bitter es für den RSV war, mal wieder in Rückstand geraten zu sein, so couragiert reagierte er darauf: Sakars Freistoß ging übers Tor (49.), als der von Tomasello bediente Oh im Fünf-Meter-Raum im Zweikampf mit Tomita zu Boden ging, forderte der RSV einen Elfmeter, bekam ihn aber nicht (51.). Es folgten ein Spais-Kopfball übers Tor (64.), ein Kunkel-Flachschuss nebens Tor (66.) und zwei parierte Distanzschüsse von Tomasello (67.) und Gräßer (68.). Es war keineswegs so, dass der RSV keine Chancen auf den Ausgleich gehabt hätte. Allein: Keine einzige dieser Chancen nutzten die Kicker von der Oststraße. Auf der anderen Seite gab der TuS bei seinen wenigen Chancen ein eher klägliches Bild ab. Einen vielversprechenden Konter spielte er nicht gut zu Ende, einen 18-Meter-Freistoß setzte er in die Mauer. So blieb als beste Chance nach einem Einwurf ein Attia-Schuss aus zentraler Position, den Focher aber stark parierte (56.).

Als dem RSV auf der Zielgeraden auch nicht viel einfiel und die Partie auf dieses irgendwie trübe 1:0 hinsteuerte, brachte die Nachspielzeit dann eben doch noch finale Aufreger. Zunächst eine Situation, in der es überhaupt keine Gefahr fürs Erndtebrücker Tor gab, einem TuS-Verteidiger gleichwohl am Strafraumeck der Ball etwas ungelenk an die Hand sprang. „Ein klarer Handelfmeter“, stellte Mutlu Demir fest, „das hat auch mein Trainerkollege Stefan Trevisi auf der Pressekonferenz so zugegeben.“ Die RSV-Kicker protestierten, doch der Pfiff blieb aus. So schien es ausgleichende Gerechtigkeit zu sein, als Gräßer wenig später das Spielgerät in so guter Position vor die Füße fiel. Doch wie beschrieben: Sein Schuss ging übers Tor. Und damit war sie dahin, die Hoffnung auf Zählbares. Mal wieder.

Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir waren die klar bessere Mannschaft.“

Mutlu Demir, RSV-Trainer

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, stellte sich Trainer Mutlu Demir gleichwohl vor seine Schützlinge, „wir waren die klar bessere Mannschaft, hatten mehr Spielanteile und eine ordentliche Spielidee. Aber es ist die alte Leier: Wir gewinnen einfach nicht.“ Die nächste Chance auf einen Sieg gibt es nun an Halloween an der Oststraße gegen die U23 von Preußen Münster. Der Druck vor dem Heimspiel gegen den 15. der Tabelle, er wird dann sogar noch etwas größer sein. Aber mit ihm auch die Wahrscheinlichkeit, dass jede Serie einmal zu Ende geht. Auch die von fünf Nullnummern in Folge, die der RSV Meinerzhagen zuletzt hingelegt hat.

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