Fußball

Südwestfalenderby im Leimbachstadion

Jun-Myeong Oh (RSV Meinerzhagen)
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Sein Tor zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung verhinderte das Pokal-Aus des RSV Meinerzhagen auch nicht: Jun-Myeong Oh (rechts).

Der Westfalenpokal ist Geschichte, nun geht‘s für den Fußball-Oberligisten RSV Meinerzhagen wieder um wichtige Meisterschaftspunkte.

Meinerzhagen – Die Magie eines Flutlicht-Spiels vor ordentlicher Zuschauerkulisse entfaltete sich am Donnerstagabend trotz neun Toren in 90 Minuten nur bedingt. In Erinnerung vom Westfalenpokal-Aus des RSV Meinerzhagen gegen die SpVgg Vreden bleibt vor allem eines: Das 4:5 war das, was man gemeinhin einen vogelwilden Auftritt nennt.

„So richtig verdaut habe ich das noch nicht“, grummelte Mutlu Demir am Tag danach. Der RSV-Trainer tat dann aber natürlich das, was ein Trainer nach einem solchen Spiel tun muss: Er strich das Positive heraus. „In Sachen Einstellung kann ich den Jungs absolut keinen Vorwurf machen“, sagte er. In der Tat blieb hinsichtlich des Einsatzwillens auch kein Wunsch offen, und mit etwas Glück hätten sich die Meinerzhagener am Ende noch ins Elfmeterschießen gerettet.

Die Qualität ist vorhanden, aber wir müssen die Konzentration hochhalten.

Mutlu Demir (Trainer RSV Meinerzhagen)

Das ändert freilich nichts daran, dass der RSV seine defensiven Schwächen auch am Donnerstag nicht zu kaschieren vermochte und sich erneut den einen oder anderen Fehler zu viel leistete. Grundsätzliche Zweifel an der sportlichen Güteklasse hat Mutlu Demir trotzdem nicht: „Die Qualität ist vorhanden, aber wir müssen die Konzentration hochhalten.“

Nachhaltig funktioniert letzteres aber nur dann, wenn sich möglichst viele Spieler im oberen Leistungsbereich bewegen – und das ist beim RSV Meinerzhagen anno 2021/22 bis dato (noch) zu selten der Fall und macht die schwierige Mission Klassenerhalt mitnichten leichter. Am Donnerstag schließlich kam dann noch der Ausfall von Stammtorhüter „Johnny“ Focher hinzu, dessen Vertreter Florent Ruhani bei gleich mehreren Vredener Treffern eine unglückliche Figur machte.

Wie auch immer – Zeit, sich ausschweifend in Retrospektive zu üben oder der verpassten Pokal-Chance nachzutrauern, hatte das Personal des heimischen Oberligisten beim Freitag-Training nicht. Denn schon am Sonntag geht’s wieder um Meisterschaftspunkte, und obendrein steht dann das erste Südwestfalenderby der noch jungen Spielzeit an: Ab 15 Uhr ist der RSV im Leimbachstadion bei den Sportfreunden Siegen zu Gast.

Besonderes Spiel für zwei Ex-Siegener im RSV-Trikot

„Dort haben wir etwas gutzumachen“, nimmt Mutlu Demir den Prestigegedanken auf, der im Duell der A45-Anrainer natürlich immer mitschwingt – nicht nur, weil mit Til Bauman und Julian Jakobs zwei Ex-Siegener für den RSV auflaufen. Viel zu holen gab es für die Meinerzhagener in den bisherigen zwei Oberliga-Duellen mit den SFS nicht: Im Oktober 2019 erkämpfte sich der RSV in Unterzahl immerhin ein 2:2, ein Jahr später unterlag er mit 0:1.

Vor dem nun anstehenden dritten Aufeinandertreffen sind die Siegener vielleicht eine Idee mehr in Zugzwang als ihr Gast: Die bisherige Bilanz (zwei Unentschieden, zwei Niederlagen) ist nicht das, was man sich im kritischen Umfeld erhofft hatte. Auch am vergangenen Wochenende in Paderborn konnte die Cramer-Elf den Bann nicht brechen, sondern verlor bei ihrer 1:3-Niederlage auch noch Torhüter Schnitzler durch einen Platzverweis.

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