Fußball-Oberliga

Latte und Pfosten entnerven den RSV

Andreas Spais (RSV Meinerzhagen)
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Vier Mal traf der RSV Meinerzhagen am Sonntag Latte oder Pfosten. Stürmer Andreas Spais (rechts) machte da in der 67. Minute keine Ausnahme.

Für den RSV Meinerzhagen hat nach der Niederlage im Kellerduell der Fußball-Oberliga nun auch ganz offiziell der Abstiegskampf begonnen.

Meinerzhagen – Auch am Sonntagabend, als der Abpfiff bereits ein paar Stunden zurücklag, blieb Mutlu Demir nur Kopfschütteln. „Ich kann mir immer noch nicht erklären, warum wir nicht als Sieger vom Platz gegangen sind“, bekannte der Trainer des RSV Meinerzhagen nach der 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen die SpVgg Vreden.

In der Tat war die bittere Pleite der Volmestädter im Kellerduell der Fußball-Oberliga eigentlich nicht nachvollziehbar: Sie investierten viel, spielten überwiegend sogar ansehnlich, dominierten das Spiel und erarbeiteten sich gute Torchancen. Den einzigen Treffer des Tages erzielten jedoch die primär mit Verteidigen beschäftigten Gäste aus dem Münsterland, Dass RSV-Torwart „Johnny“ Focher Maximilian Hinkelmanns Foulelfmeter sogar noch parierte, der Vredener Mittelstürmer aber im Nachschuss einnetzte (63.), passte nur allzu treffend ins Bild. Auf der anderen Seite hatte für SpVgg-Schlussmann Ricardo Ottink zu diesem Zeitpunkt bereits drei Mal die Aluminiumeinfassung seines Tores gerettet.

Elfmeter-„Fahrkarte“ verhindert die Führung

Vor nur 150 Zuschauern – Misserfolg ist offenkundig auch im Südsauerland nicht sexy – hatte speziell vor der Pause eigentlich nichts auf das für den RSV so niederschmetternde Ende hingedeutet. In bestmöglicher Aufstellung – neben dem gesperrten Hakan Demir musste auch Leo Becker (Verletzung im Abschlusstraining) passen – begannen die Hausherren druckvoll wie lange nicht. Das Führungstor schien nur eine Frage der Zeit, doch bei Nik Kunkels Freistoß war Ottink und bei Richard Dissings Nachschuss dann der linke Torpfosten (11.) im Weg. Raphael Gräßers verunglückte Flanke erwischte den Gäste-Keeper zwar auf dem falschen Fuß, aber dank der Querlatte stand die Null weiter (13.).

Die ultimative Chance zum 1:0 folgte in der 26. Minute: Vredens Dennis Wüpping trat den mit dem Rücken zum Tor um Ballkontrolle bemühten Ansgar Pflüger einfach um, das Elfmeter-Gastgeschenk setzte Kunkel aber nur ans Giebelkreuz.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit schwand die Dominanz der Meinerzhagener zunächst, doch als sie gerade den Taktstock wieder übernommen hatten, gerieten sie nach etwas mehr als einer Stunde unvermittelt in Rückstand. Der in der Innenverteidigung aufgebotene Can Sakar ließ sich von Felix Mensing tunneln, Til Bauman brachte den Vredener im Strafraum zu Fall, und Hinkelmann hatte das Glück, dass ihm der Ball nach Fochers Strafstoß-Parade wieder genau vor die Füße fiel.

Die Blau-Weißen machten auch nach diesem Rückschlag unermüdlich weiter. Allein: Auch der von Jun-Myeong Oh in die Gasse geschickte Andreas Spais traf nur den Pfosten (67.), Oh selbst verzog aus aussichtsreicher Position (73.), Gräßer zielte flach vorbei (80.), und Fatih Temel traf per Kopf nur ans Außennetz (87.). Die Perspektiven für den RSV nach der fünften Niederlage im sechsten Spiel benannte Mutlu Demir später dann ganz nüchtern: „Für uns hat heute der Abstiegskampf begonnen.“ Kämpferisch jedoch sein Nachsatz: „Den werden wir wie Männer annehmen!“

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