Fußball-Oberliga

Déjà-vu im Heidewaldstadion

Til Bauman (RSV Meinerzhagen)
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Zweikampfstark, aber auch unglücklicher Eigentorschütze: RSV-Verteidiger Til Bauman (rechts).

Fußball-Oberligist RSV Meinerzhagen geht auch in Gütersloh leer aus.

Gütersloh – Im Gütersloher Heidewaldstadion, das mittlerweile auf den etwas sperrigen Namen „Ohlendorf Stadion im Heidewald“ hört, lief am Sonntagnachmittag die fünfte Spielminute, als die wenigen mitgereisten Anhänger des RSV Meinerzhagen ein Déjà-vu hatten. Genauso wie schon in den Auswärtsspielen in Sprockhövel und Siegen geriet ihre Mannschaft auch im Ostwestfälischen früh ins Hintertreffen und packte sich damit abermals einen Rucksack auf die Schultern, den sie nicht stemmen konnte. Am Ende gewann der sonntägliche RSV-Gastgeber FC Gütersloh glatt mit 3:0 (2:0).

Dass gleich die erste ernsthafte Toraktion des Gegners zu einem Treffer führte, passt ins Bild, das die Blau-Weißen dieser Tage abgeben. Spielerisch keineswegs schlecht, doch ein vermeidbarer Fehler hier und eine unglückliche Aktion da genügen, um auf die Verliererstraße zu geraten. Das eingangs angeführte Gütersloher 1:0 wurde zu allem Überfluss auch noch von einem Meinerzhagener erzielt: Til Bauman verlängerte eine Flanke ungewollt ins eigene Tor, kam damit allerdings auch nur dem hinter ihm lauernden Nico Bartling zuvor. Zuvor hatte FCG-Flankengeber Bannink die komplette linke Seite der Gäste düpiert.

Früher Rückstand ist Gift für den RSV

Schon fast überflüssig zu erwähnen, dass der Rückstand für den RSV pures Gift war. „Gerade in einem solchen Spiel gilt es, möglichst lange die Null zu halten“, sagte hinterher Trainer Mutlu Demir, dessen Team etwas mehr als eine Minute vor dem Gegentor sogar selbst die Chance gehabt hatte, in Führung zu gehen. Jun-Myeong Ohs Flachschuss war nur knapp am Tor vorbeigezischt.

Aber diese Aktion blieb in der Folge dann auch die einzig erwähnenswerte der Meinerzhagener bis zum Pausenpfiff. Stattdessen bestand das Spiel aus einer extrem früh störenden Gütersloher Mannschaft, die den RSV so zu langen Bällen zwingen wollte, und einer Gäste-Elf, die darauf aus war, dem Gegner diesen Gefallen nicht zu tun. Endstation der Meinerzhagener Bemühungen um ein strukturiertes Spiel nach vorn war in Durchgang eins spätestens im Mittelfeld. Verlor der RSV die Kugel schon früher, wurde es natürlich brenzlig – nur gut, dass Abwehrchef Bauman gleich mehrfach noch im letzten Moment klären konnte.

Nichtsdestotrotz erhöhte der FC Gütersloh noch in der ersten Halbzeit auf 2:0: Mansteins Eckball landete maßgenau auf dem Kopf des zentral durchgestarteten Markus Baum (24.). Dass wenig später nicht schon das 3:0 folgte, war pures Glück für die Volmestädter: Beim Versuch, eine Flanke abzuwehren, traf der ohnehin fahrig wirkende Can Sakar den Pfosten des eigenen Tores (36.).

Dass Trainer Demir nach dem Spiel dennoch lobende Worte für seine Mannschaft fand, lag an den zweiten 45 Minuten. In diesen kombinierte sich der RSV immer wieder gut nach vorn und schnupperte ein, zwei Mal auch am Anschlusstor. Das vermochte freilich nicht darüber hinwegzutäuschen, dass wirklich zwingende Abschlusschancen dennoch ein rares Gut waren. Gleichzeitig beinhaltete Meinerzhagens Aufbauspiel auch weiterhin recht regelmäßig Fehlpässe in des Gegners Füße. Hätte Gütersloh diesen Geschenken mehr Beachtung zuteil werden lassen, wäre die Partie nicht erst in der 80. Minute entschieden gewesen, als Will dem für Johannes Focher (Schulterverletzung) im RSV-Tor stehenden Florent Ruhani das Nachsehen zum finalen 3:0 gab.

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