Fußball

RSV verliert das Südwestfalenderby

Ansgar Pflüger (RSV Meinerzhagen)
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Der Siegener Till Hilchenbach klärt vor Meinerzhagens Ansgar Pflüger (rechts).

Vierte Niederlage im fünften Spiel: Der RSV Meinerzhagen geht auswärts erneut leer aus.

Siegen – Bei den Platzherren ist der Knoten geplatzt, die Gäste standen sich nicht zum ersten Mal selbst im Weg – das ist die Quintessenz des Südwestfalenderbys der Fußball-Oberliga, das der RSV Meinerzhagen am Sonntagnachmittag bei den Sportfreunden Siegen mit 1:3 (0:2) verloren hat.

Letztlich vorentscheidend ins Hintertreffen geriet der RSV im Leimbachstadion bereits in der Anfangsphase. In der fünften Minute fand Moschs Freistoß, von der linken Außenbahn auf den langen Pfosten geschlagen, den von den Meinerzhagenern außer Acht gelassenen Patrick Jöcks – 1:0. Der Jubel im Sportfreunde-Block war kaum verhallt, da spielte der Stadionsprecher abermals den Torjingle ein: Raphael Gräßers Ballverlust in der Vorwärtsbewegung erwischte die ebenfalls im Aufrücken begriffene Hintermannschaft der Blau-Weißen auf dem falschen Fuß, SFS-Angreifer Arda Nebi jagte die Kugel ins lange Eck (6.).

Zwei aus Meinerzhagener Sicht absolut vermeidbare Gegentore, die für den bislang glück- und deshalb auch noch sieglosen Gegner Gold wert waren. Die Entschlossenheit, die die Siegener in den Auftaktminuten zur Schau getragen hatten, paarte sich nun mit frisch gewonnenem Selbstvertrauen. Überdies agierte die Cramer-Elf im Kampf gegen den Ball sehr robust – eine Gangart, die dem nach wie vor stark auf spielerische Lösungen setzenden RSV schon in der Vergangenheit bekanntermaßen nie behagt hat.

Im letzten Drittel zu harmlos

Daraus resultierte fortan ein Fußballspiel, in dem die Meinerzhagener zwar beharrlich daran arbeiteten, ergebnismäßig wieder auf Tuchfühlung zu kommen, im letzten Drittel aber harmlos blieben. Ausnahmen bildeten Til Baumans Kopfball ans Lattenkreuz (41.) und Andreas Spais’ Flanke vor das Tor, die gegen aufgerückte Siegener keinen Abnehmer fand (44.). Und zur Wahrheit gehört auch, dass der RSV schon zur Pause gänzlich aus dem Rennen hätte sein können, wenn Bauman nach einem Eckball nicht kurz vor der Torlinie geklärt (30.) und der per Diagonalpass freigespielte Siegener Nebi den Ball nicht hauchdünn am Tor vorbeigelegt hätte (43.).

Im zweiten Durchgang hatten die Sauerländer dann eindeutig mehr vom Spiel, die Vorteile, die sich daraus ergaben, waren jedoch allein optischer Natur. Oder anders ausgedrückt: In die torgefährliche Zone spielten sie sich nur sehr selten vielversprechend vor, weil sie ganz einfach viel zu wenige Offensivzweikämpfe für sich entschieden.

Die Angriffsgeister des RSV weckte auf der Zielgeraden der Begegnung schließlich ein als Joker gekommener Youngster: Fatih Temel, schon im Westfalenpokal-Spiel am Donnerstag für Jun-Myeong Oh eingewechselt, stand erst wenige Augenblicke auf dem Platz, als er Andreas Spais mit präziser Linksflanke den Anschlusstreffer auflegte.

Gespielt waren in diesem Moment 74 Minuten – Zeit genug also noch, um doch noch einen Punkt aus dem Leimbachtal zu entführen. „Das wäre uns auch geglückt, wenn wir nicht dieses dumme dritte Tor bekommen hätten – auch das hätten wir verteidigen können“, ärgerte sich RSV-Trainer Mutlu Demir hinterher. Freilich war jenes 3:1, das Berkan Koc auf Vorarbeit von Joshua Walter in der 86. Minute erzielte, das von seiner Entstehung her noch am wenigsten ärgerliche Meinerzhagener Gegentor dieses Nachmittags: Der Gast setzte alles auf eine Karte, hatte einen zusätzlichen Stürmer (Erlon Sallauka) für einen Innenverteidiger (Leo Becker) gebracht und fing sich einen Konter – kann passieren.

Eine ganze Spur ärgerlicher war derweil der Schlussakkord des Fußball-Sonntags: Der bereits verwarnte Hakan Demir produzierte ein überflüssiges Frustfoul, flog mit der „Ampelkarte“ vom Feld und fehlt seinem Team somit im nächsten Spiel.

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