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Mehr Kellerduell geht nicht

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Von: Thomas Busch

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Julian Jakobs
Unbedingt nachlegen müssen Julian Jakobs (links) und der RSV Meinerzhagen im Kellerduell. © Axel Meyrich

Unbedingt punkten muss der RSV Meinerzhagen.

Meinerzhagen – Tabellenvorletzter contra Schlusslicht: Das Duell zwischen dem RSV Meinerzhagen und dem SC Westfalia Herne ist in der Fußball-Oberliga das Kellerduell schlechthin. Auch wenn sie nach dem Münster-Spiel (2:1) vom Coronavirus ausgebremst wurden, wollen die gastgebenden Volmestädter auch nach zwei spielfreien Wochenenden den Schwung dieses Erfolgserlebnisses nutzen und mit ihrem dritten Saisonsieg den Anschluss ans nominell rettende Ufer herstellen.

Dass gegen die einzige Mannschaft der Liga, die noch hinter dem RSV rangiert, ein Sieg Pflicht ist, ist unstrittig. „Wir müssen jetzt ganz einfach nachlegen“, lässt Meinerzhagens Trainer Mutlu Demir schon grundsätzlich keinen Zweifel daran. Allerdings hat er seine Schützlinge auf einen Gegner vorbereitet, der zwar mit der roten Laterne an der Oststraße aufkreuzen wird und noch kein Spiel gewonnen hat, den aber keineswegs die Resignation eines designierten Absteigers umwabert. Denn dass der SC Westfalia Herne fünf Mal lediglich mit einem Tor Differenz verloren hat, ist eher kein Zufall.

Davon konnte sich der RSV-Trainer jedenfalls am vergangenen Sonntag als Zaungast des Westfalia-Heimspiel gegen den ambitionierten SC Paderborn II überzeugen: „Wie ein abgeschlagener Tabellenletzter hat sich Herne dort absolut nicht präsentiert“, sagt er über den jüngsten Auftritt der Ruhrgebietler, der für sie äußerst unglücklich mit 1:2 verloren ging. Defensiv kompakt und diszipliniert, nach vorn das Mittelfeld mit langen Bällen überbrückend – so erwartet Demir die Herner, die bislang noch nie zu einem Oberliga-Punktspiel in Meinerzhagen zu Gast waren. Denn in den zurückliegenden Abbruch-Saisons kam jeweils nur das Hinspiel zur Austragung, in dem beide Male der frühere Zweitligist Heimrecht hatte.

Kein Wiedersehen gibt’s für den RSV dabei heute mit dem Mann, der den SC Westfalia Herne in dessen finanziell schwierigen vergangenen Jahren am meisten geprägt hat: Christian Knappmann, durchaus umstrittener Lautsprecher an der Seitenlinie, ist Anfang Oktober von seinem Traineramt zurückgetreten, das er seit dem Sommer 2015 ausgeübt hatte. Aber ohne Fußball kann „Knappi“ natürlich nicht: Mittlerweile ist er als Scout für den Drittligisten Türkgücü München tätig.

Und der RSV? Nun: Hinter den Meinerzhagenern liegt eine zufriedenstellende Trainingswoche, in der auch die beiden zu Monatsbeginn an Corona erkrankten Spieler wieder mitgemischt haben, sich aber wenig überraschend noch nicht wieder voll auf der Höhe präsentierten. Generell ist die Personallage indes positiv: Einziger definitiver Ausfall neben dem Langzeitverletzten Musa Sesay ist Erlon Sallauka, den eine Zerrung zum Zuschauen verurteilt.

Apropos Zuschauen: Das Kellerduell wird deshalb erst um 17 Uhr angepfiffen, weil sich die Meinerzhagener von dieser relativ späten Anstoßzeit größeren Besucherzuspruch erhoffen.

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