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VfB Altena patzt: RSV-Reserve fehlt nur noch ein Pünktchen zum Titel

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Von: Lars Schäfer, Michael Jeide

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Der VfB Altena kam gegen einen guten SC Lüdenscheid nicht über ein 2:2 hinaus.
Der VfB Altena kam gegen einen guten SC Lüdenscheid nicht über ein 2:2 hinaus. © Schäfer

„0:2 in Altena“ – als diese Nachricht vom Rückstand des VfB gegen den SC Lüdenscheid an die zu diesem Zeitpunkt schon mit 4:0 in Plettenberg führenden Spieler des RSV Meinerzhagen II verbreitet wurde, lag der Titelgewinn des Tabellenführers am vorletzten Spieltag der Kreisliga A in der Luft, doch am Ende der 29. Runde wurde die Entscheidung nochmals vertagt.

Altena/Plettenberg - „Es wäre natürlich schöner, zu Hause Meister zu werden. Wir sind ja heute gar nicht vorbereitet“, schien es Yasin Aktas am Sonntag kurz nach dem 8:2 (4:0)-Sieg des A-Liga-Spitzenreiters RSV Meinerzhagen II bei Türkiyemspor Plettenberg fast lieber, als bliebe es im Altenaer Reineckestadion beim 2:2-Unentschieden zwischen Verfolger VfB und dem SC Lüdenscheid. Und in der Tat wäre es quasi ein unbegleiteter Aufstieg der RSV-Zweiten geworden, denn nur ganz wenige Fans hatten die Fahrt ins Oestertal mitgemacht – parallel spielte ja auch das Oberligateam.

Yasin Aktas „Wunsch“ wurde erhört. Als alle Teamkollegen des RSV II-Spielertrainers längst in der Kabine entschwunden waren, kam die Bestätigung aus der Burgstadt: 2:2 in Altena, Meinerzhagen II ist noch nicht Meister, kann die Feier nun aber mit noch größerer Gelassenheit für den Pfingstmontag (12.30 Uhr, Oststraße) planen, denn gegen Absteiger LTV 61 genügt ein Punkt.

Bei Türkiyemspor, das am Donnerstag das Kreispokalsendspiel gegen Meinerzhagens Erste (0:6) ebenfalls mit sechs Toren Differenz verloren hatte, eröffnete der nach einer Rotsperre ins RSV-Team zurückgekehrte Hakan Aktas (12.) nach einem Konter über Brock und Rempel den Torreigen. Der Goalgetter legte dann Jonas Rempel, der per Hacke abschloss, das 0:2 (16.) auf, ehe Treise (27.) und Mirik (34.) jeweils per Kopf für den 0:4-Halbzeitstand sorgten.

Nach Wiederbeginn nahm sich der Primus eine 25-minütige Auszeit, was Torhüter Ropte („Wir sind nur am Schlafen“) zornig machte. Fadi Mridas 1:4 (49.) leitete aber keine Plettenberger Aufholjagd ein, weil weitere Chancen für Mrida und Öztürk sowie zwei Freistöße von Ömer und Oguzhan Durgun ungenutzt blieben. Also gab Meinerzhagen II nochmal Gas: Brock (72.) nach Zuspiel von Aktas, Schechtel (74.) nach einer Ecke, erneut Hakan Aktas (78.) und der eingewechselte Strongface (86.) stockten das Resultat, nur unterbrochen durchs zweite TSP-Tor durch den künftigen RSVer Karaman (80.), auf 2:8 auf.

Als die RSV-Reserve an der Ostertalstraße schon in den Katakomben verschwunden war, wurde in Altena noch gekickt. Der VfB drängte gegen einen bravourös fightenden und auch spielerisch überzeugenden SC Lüdenscheid bis tief in die fünfminütige Nachspielzeit hinein auf den Siegtreffer, doch im Abschluss ließen die Burgstädter allzu oft die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. So blieb es beim 2:2, das den Altenaer Traum von der Meisterschaft endgültig platzen ließ. „Wir müssen einen viel zu hohen Aufwand betreiben, um zum Torerfolg zu kommen“, betonte VfB-Trainer Christian Weiß, der dann aufs große Ganze blickte: „Ich glaube nicht daran, dass Meinerzhagen im letzten Spiel gegen den LTV 61 patzt. Von daher: Glückwunsch zum Aufstieg an den RSV.“

Ich glaube nicht daran, dass Meinerzhagen im letzten Spiel gegen den LTV 61 patzt. Von daher: Glückwunsch zum Aufstieg an den RSV.

VfB-Trainer Christian Weiß

Nach dem ersten Durchgang im Reineckestadtion hatte es sogar so ausgesehen, als müssten die Altenaer auch dem SC Lüdenscheid gratulieren – und zwar zum Auswärtssieg. Nach Toren von Patrick Lange, der nach einer Parade von VfB-Keeper Nielsen gegen Marco Pepe den Abpraller über die Torlinie drückte, und Aaron Morlinghaus führte das taktisch gut eingestellte Team von Trainer „Matze“ Thielicke nach 31 absolvierten Minuten mit 2:0 beim RSV-Jäger. Und die Lüdenscheider hätten sogar ein drittes Tor erzielen können, doch Mario Pepe war bereits in der 5. Minute per Foulelfmeter an Lars Nielsen gescheitert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Burgstädter bereits nach 120 Sekunden hätten führen können, wenn Kosta Karagiorgidis aus Kurzdistanz präziser abgeschlossen hätte. So aber rannte der Tabellenzweite einem Rückstand hinterher und tat sich auch danach weiter schwer rund um den Strafraum der Lüdenscheider. Damiano Intravaia besorgte für die Blau-Weißen dann aber doch den Anschlusstreffer (34.) – und Klukowski glich nach dem Seitenwechsel zum verdienten 2:2 aus (52.).

Der VfB hätte das Spiel komplett drehen können, besaß unter anderem durch Skerath, de Wall und Klukowski gute bis sehr gute Möglichkeiten. Auf der Gegenseite blieben die Lüdenscheider nach Kontern brandgefährlich. Manko der Bergstädter aber war, dass sie häufig ins Abseits liefen oder gegen insbesondere in der Schlussphase alles nach vorne werfende Hausherren den finalen Pass nicht sauber an den eigenen Mann brachten. Als dann Mario Pepe Sekunden vor dem Ende der Nachspielzeit noch die „Ampelkarte“ sah und der VfB einen Freistoß zugesprochen bekam am Rande der „Box“, hätte Altena fast noch zugeschlagen. Doch SC-Keeper Idrizi fischte Schneiders Geschoss noch aus dem bedrohten Eck und hielt den Punkt für den Gast fest.

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