Der Seher vom Nattenberg

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Jubel ohne Grenzen: Die Rot-Weißen nach Klatts 2:0. 

Lüdenscheid - Welch ein Herzschlagfinale zum Hinrundenabschluss am Sonntag: Gleich vier der fünf Erstplatzierten sind unter sich, wenn im Fernduell zwischen Tabellenführer Rot-Weiß Lüdenscheid und dem punktgleichen Verfolger FSV Gerlingen der inoffizielle „Wintermeister“ ermittelt wird, bevor der erste Rückrundenspieltag das Punktspieljahr 2016 abschließt.

Rot-Weiß ist eine Woche nach dem 2:0-Arbeitssieg über eine starke „Zweite“ des 1. FC Kaan-Marienborn bei einem Auswärts-„Angstgegner“, den VSV Wenden, in Schönau zu Gast. Doch auch Verfolger FSV Gerlingen hat ein ganz dickes Brett zu bohren: Die Brüser-Elf trifft auf den ambitionierten RSV Meinerzhagen, der mit der Empfehlung von zuletzt fünf Siegen in Folge zum Bieberg kommt.

Doch was heißt bei RWL 15/16 schon „Angstgegner“: schließlich punktete die Truppe von Trainer Marco Sadowski nach entmutigenderer Negativserie beim torlosen Remis bereits auf eben jenem gefürchteten Bieberg, hatte zuvor schon die Misserfolgsserie in Salchendorf gestoppt (3:1). Und nun also Wenden.

Letzter RWL-Erfolg am 9. März 2008

Der letzte RWL-Erfolg in Schönau datiert vom 9. März 2008. Mit 4:2 setzten sich die Bergstädter damals in der Landesliga durch. Mit am Ball: Der aus personeller Not noch einmal im Mittelfeld eingesprungene damalige Assistent von Trainer Sven Krahmer, Marco Sadowski. Vielleicht ein gutes Omen für die letzte Hinrundenpartie.

Doch der Coach weiß genau, dass weder Omen noch Erinnerungen Punkte bringen, sondern nur mit knallharter Arbeit auf dem Platz zu verdienen sind.

So wie am Sonntag gegen das Kellerkind aus Kaan-Marienborn. Das hatte bei der Nattenberger „Windlotterie“ weit seinem aktuellen Tabellenplatz ad absurdum geführt, spielerisch überzeugt und sich zweikampfstark präsentiert. Kein Wunder, verfügt Gästecoach Koch in seinem Aufgebot im „Talentbecken“ für den Westfalenligaspitzenreiter doch gleich über neun Vertragsamateure. Mithin genügend Rüstzeug für Bezirksligaqualität. Jeder der nur knapp 50 Zeugen, die sich bei den unwirtlichen Bedingungen zum Platz verirrt hatten, glaubt den „Känern“ deshalb, dass ihnen aktuell das Pech an den Füßen klebt.

Rot-Weiß ficht das indes nicht an: Sadowski ist heilfroh über den schwer erkämpften, aber unterm Strich verdienten Dreier, für den eine – gelinde gesagt – umstrittene Elfmeterentscheidung den Steigbügelhalter gegeben hatte. „Wir haben einen guten Gegner bezwungen und sehr gut gespielt“, bilanzierte er. Sadowski hatte sein Team auch in Halbzeit eins schon sehr diszipliniert gesehen und nach Wiederbeginn mit den Einwechslungen von Urbas und Klatt ein glückliches Händchen bewiesen. „Patrick Klatt ist vor dem Tor einfach unglaublich. Es bedurfte keiner großen taktischen Vorgaben. Ich habe ihm nur gesagt, du musst das Ding für uns entscheiden. Und das hat er getan“, lobt der Coach den Torinstinkt des „Edeljokers“ und bewies doch ein bisschen „seherische“ Fähigkeiten.

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