Fußball-Bezirksliga 6

Spiel der Spiele in Emst

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Außenverteidiger Pascal Ertelt (rechts) sieht sich mit „seinen“ Rot-Weißen am Sonntag einer Herkules-Aufgabe gegenüber: Die Bergstädter sind zu Gast beim überlegenen Spitzenreiter SpVg Hagen 11.

Kreisgebiet - Einmal Spitzenspiel, einmal Kellerduell: Während Rot-Weiß Lüdenscheid am Sonntagnachmittag im absoluten Liga-Schlager bei Tabellenführer SpVg Hagen 11 gastiert, muss der auf einem Abstiegsplatz beheimatete Neuling TuS Grünenbaum beim um vier Zähler besser gestellten SV Deilinghofen/Sundwig zum Duell des anderen Tabellenendes antreten.

SpVg Hagen 11 - RW Lüdenscheid (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasen Bezirkssportanlage Emst, Haßleyerstraße 55):  Es ist der absolute Ligaschlager des Tabellenersten gegen den Rangzweiten – und doch eine Partie mit unterschiedlichen Voraussetzungen: Denn wenn der Bezirksliga-Primus  Verfolger Rot-Weiß Lüdenscheid empfängt, trennt beide Klubs mehr als nur ein Platz – nämlich schon stolze sieben Zähler. Kein Wunder, der Aufstiegsfavorit aus Hagen hat noch keinen Punkt abgegeben in zehn Begegnungen, trumpft dermaßen souverän auf, dass der Konkurrenz Hören und Sehen vergeht.

Dennoch – RWL-Trainer Martin Rost sieht das Fell des Bären noch nicht verteilt, bevor der überhaupt erlegt ist. „Es müssen 90 plus x-Minuten erst einmal gespielt werden“, sagt er, „und ich glaube, dass wir nicht chancenlos sind.“ Einen festen Matchplan hat sich der Coach, der mit Langzeitausfall Lukas Finke (Bänderrisse) und Semir Tuz (Muskelverletzung) ein „fettes Pfund“ an Stürmerpotenzial ersetzen muss, noch nicht zurechtgelegt, er „brütet“ noch an diversen taktischen wie personellen Möglichkeiten.

Ein Fragezeichen dreht sich dabei auch um die Abwehrbesetzung: Zwar hat sich die Torwartfrage mit der Urlaubsrückkehr von Jonas Brackmann ohnehin geklärt, weil Jan Reischel wie Mittelfeldspieler Florian Neuke (verletzt) nicht zur Verfügung steht, aber in der Innenverteidigung ist offen, ob Marc Linneboden nach seiner gegen Deilinghofen erlittenen Prellung im Fußgelenk wieder einsatzfähig ist. Sonst muss die bewährte Innenverteidigung umgebaut werden, wäre Mark Sattler eine Option, der aber auch als „Notstürmer“ eine Alternative sein kann. Hinzu kommen Fragen um die drei zentralen Mittelfeldpositionen, für die vier Akteure zur Verfügung stehen.

Abhängig ist die Besetzung sicher auch von taktischen Erwägungen des Trainers, der in der Frage einer offensiveren oder defensiveren Ausrichtung noch schwankt, sicher auch von der enormen Qualität des Gastgebers beeinflusst wird, auch wenn er sonst gern derjenige ist, der sein eigenes Team den Rhythmus bestimmen lässt.

Aber die Truppe von Trainer Stefan Mroß hat viel zu bieten, in allen Mannschaftsteilen: Allein das Offensivquartett mit Ex-Jugendnationalspieler Tim Bodenröder (15 Tore), „Box-Stürmer“ Niklas Wilke, Safet Tupalla oder Domenico Restieri (je 7) hat mit 36 Toren ein Drittel mehr Treffer erzielt als das gesamte RWL-Team. „Seele“ des Spiels ist aber vor allem der überragende Spielmacher Yalcin Erkaya, ebenso wie Bodenröder zuletzt auf der Wunschliste von Westfalenligist FC Iserlohn. Hinzu kommen die klugen Diagonalbälle vom „6er“, Stefan Schwan, die das Offensivspiel „befeuern“. Aber auch defensiv ist die SpVg eine Macht: neun Gegentore in zehn Partien sind eine klare Empfehlung für die Favoritenrolle – auch gegen RWL.

RWL: Brackmann, Forkel – Yilmaz, Linneboden (?), Besirlioglu, Ertelt, Maatalla, Akdag, Mai, Scheerer, Breitenbach, Dissing, Jindou, Schönrath, Schwenck, Schwarzer, Sattler

SV Deilinghofen-Sundwig - TuS Grünenbaum (15.15 Uhr, Ernst-Loewen Sportplatz in Hemer): Vor einem Spiel der Kategorie „Verlieren verboten“ der TuS Grünenbaum am Sonntag. Im Idealfall, sprich: mit einem Sieg, könnte der Aufsteiger nach Punkten mit dem diesmal spielfreien Team von Türkiyemspor Hagen gleichziehen. Vor allem aber geht es darum, „den Rückstand zum Winter hin nicht allzu groß werden zu lassen“, wie es Betreuer Tom Herberg ausdrückt.

Hinzu kommt: Als Rangzwölfter zählt der SV Deilinghofen-Sundwig ohnehin zur Riege der Keller-Konkurrenten. Gefordert sind von den Grünenbaumern morgen Grundtugenden wie geschlossenes, diszipliniertes Auftreten und entsprechende Zweikampfführung.

„Dass wir speziell im Defensivbereich viele Ausfälle haben, das können wir nicht ändern“, sagt Herberg dazu, „aber wir müssen an den Dingen arbeiten, die wir beeinflussen können.“ Vier rein, zwei raus – so könnte man vor dem Duell mit den im bisherigen Saisonverlauf unbeständigen Hemeranern die Personalrotation in Halvers Norden beschreiben. Im Vergleich zum vergangenen Sonntag stehen Viktor Hense, Mohamed Chamkha, Moritz Marek und wohl auch Urlaubsrückkehrer Elia König wieder zur Verfügung. Im Gegenzug werden Richard Kochta (Urlaub) und Christopher Wand, der nach seiner Rotem Karte für vier Wochen gesperrt wurde, im Kader fehlen, der erneut mit Spielern der 2. Mannschaft aufgefüllt wird.

TuS: Kaldirim – Dogan, Gillmann, Hamel, Neuhaus, Renneckendorf, Chamkha, Hense, König, Schukanov, Yilmaz, Eicker, Klahr, Marek

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