Thomas Dregger: Bodenhaftung statt Flügel

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Die Fans feierten die zum fünften Mal erfolgreichen RWL-Kicker und die genossen den lange vermissten Beifall von den Rängen am Sonntagnachmittag sichtlich.

Lüdenscheid -  Rund 150 zahlende Zuschauer und Sprechchöre nach dem Abpfiff: Solche Begeisterung auf den Rängen wie am Sonntag nach dem 5:1-Erfolg über Liganeuling Grün-Weiß Siegen hatte Fußball-Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid schon länger nicht mehr entfacht.

Von Jörg Hellwig

Die Kicker vom Nattenberg schwimmen unter Neu-Trainer Thomas Dregger zweifellos aktuell auf einer Erfolgswelle, feierten gegen die Siegener ihren fünften Sieg in Folge. Der fiel nach den frühen Toren zum 4:0 in den ersten gut 30 Minuten unterm Strich noch zu knapp aus, weil RWL eine Vielzahl bester Tormöglichkeiten liegen ließ. Selbst als der Gast nach der roten Karte gegen Torwart Yücel die letzte halbe Stunde mit Fluchtmann einen stämmigen Feldspieler zwischen die Pfosten gestellt hatte: Der entpuppte sich allerdings auch als echtes Torhüter-Talent, das sich auf ungewohntem Posten beinahe besser aus der Affäre zog als zuvor in der Innenverteidigung gegen die für ihn viel zu schnellen Semir Tuz und Ewald Platt.

„Ich bin wirklich sehr zufrieden“, freute sich Trainer Thomas Dregger über den teilweise sehenswerten Auftritt seiner Truppe, gleichwohl ihm nicht entgangen war, dass seine Defensive hin und wieder noch wackelte, weil vor allem Siegens Flügelmann und Torschütze Fabrice Tafo für viel Leben sorgte.

Letztlich aber überstand RWL auch die heiklen Momente weitgehend unbeschadet und geht zuversichtlich ins letzte Hinrundendrittel.

Doch Thomas Dregger weiß auch, dass Rot-Weiß noch sehr schwere Gegner erwartet: „Wir waren vor einigen Wochen noch Schlusslicht, jetzt denken im Umfeld schon einige, wir werden um die Meisterschaft spielen. Aber Ergebnisse wie Klafelds Sieg in Kierspe zeigen doch: In dieser unberechenbaren Liga musst du Woche für Woche auf der Hut sein. Mir werden mit Sicherheit nicht aufgrund einiger Siege plötzlich Flügel wachsen. Ich bleibe am Boden“, bremst der Coach aufkommende Euphorie angesichts des strammen RestProgramms bei einem der Auswärts-„Angstgegner“ Gerlingen (7.), gegen Ottfingen (4.), in Freudenberg (2.), im Stadtduell beim SC und dann gegen Tabellenführer Kiersper SC. Zumal RWL auch wieder einige Blessuren beklagt: Kapitän Katsaros klagt über Knieprobleme, Rizzi zog sich bei seinem Kurzeinsatz wohl einen Muskelfaserriss zu und Außenverteidiger Vassos droht wegen einer Bänderdehnung auszufallen.

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