Roosters treiben ihre Personalplanungen voran

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Der Deutsch-Kanadier Brent Raedeke (Mitte) könnte zeitnahe seinen Vertrag bei den Iserlohn Roosters verlängern.

Iserlohn -  Dass Teams nach erfolgreichen Spielzeiten auseinanderbrechen, ist keine Seltenheit. Erfolg macht sexy. Dieses Phänomen erlebt der ERC Ingolstadt nach der ersten deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte, und das müssen auch die Iserlohn Roosters ertragen.

Dank des 6,5-Millionen-Etats, den die Panther Jahr für Jahr zur Verfügung haben, wird allerdings die Fallhöhe eine andere sein. Nur rund ein Drittel dieses Geldes verwaltet Karsten Mende, da ist es deutlich schwerer, Akzente zu setzen. „Ganz ehrlich, das ist nichts Neues. Ich bin in jeder Saison damit konfrontiert, starke Spieler ersetzen zu müssen, ich werde mich dieser Aufgabe auch in diesem Jahr stellen“, so der ehemalige Nationalspieler.

Weh tun am Seilersee bislang ohnehin nur zwei Abschiede: Sertich und Raymond. Bei beiden lauerte die Konkurrenz. Während Raymond allerdings schon vor mehr als einem Jahr auch auf der Liste von Mannheims Manager Fowler stand, er seinen Neuzugang allerdings erst ein Jahr in der DEL beobachten wollte, kam Hamburgs Entscheidung, Sertich zum Nummer-1-Center zu machen, gerade in Anbetracht der schwächeren Auftritte und des durchwachsenen Powerplay-Spiels gegen die Hanseaten überraschend.

Neben den beiden Letztgenannten dürfte auch Mike Brennan nicht an den Seilersee zurückkehren. Der träumte schon vor Saisonende von einem Engagement in Russland oder Skandinavien, scheint nicht mehr ins Gehaltsgefüge zu passen.

Umso bemerkenswerter ist, dass die Blau-Weißen Alex Foster halten konnten. Letztlich aber dürfte allen klar geworden sein, wie wichtig dieser Spieler in der vergangenen Saison war und für die Iserlohner anhaltend bleiben könnte. 40 Scorerpunkte sind deutlich mehr als erwartet, wichtiger aber ist die offensiv- und defensivstarke Spielweise des US-Amerikaners generell. „Außerdem darf man seine bemerkenswerte Arbeit neben dem Eis nicht vergessen. Er hat die verletzten Kapitäne auf hervorragende Weise vertreten und ist generell eine wichtige Persönlichkeit in der Kabine!“ Dass der Manager ihm dennoch keinen Vertrag für zwei Spielzeiten angeboten hat, ist das Resultat vergangener Jahre. Zu viele ausländische Spieler waren vor allem im ersten von zwei Vertragsjahren nicht in der Lage, an gezeigte Leistungen anzuknüpfen. Neben Foster sollten auch Giuliano und Danielsmeier zeitnahe ihre Verträge verlängern. Vielleicht gilt das sogar auch für die Deutsch-Kanadier Raedeke und Macek. Zumindest Maceks Freundin hat bei Twitter schon angedeutet, dass man sich wohl auf zwei weitere Jahre am Seilersee sehr freue...

Kommt Kevin Lavallée zum Seilersee?

Zweiter Neuzugang nach Youngster Marco Friedrich ist der ehemalige Wolfsburger Keeper Daniar Dshunussow. Der gebürtige Berliner kasachischer Abstammung kann trotz „Wundertüten-Charakter“ zum ganz großen Schachzug der Roosters werden. „Wenn man Daniar auf einen Stil festlegen soll, so gelingt das nie wirklich. Er spielt unkonventionell und das macht ihn aus“, sagt Mende. Dsunussow soll zunächst die Nummer zwei im Tor geben, hat aber, wenn er sich nach zwei schwächeren Jahren am Seilersee wieder fängt, das Talent, auch Mathias Lange unter Druck zu setzen. Allerdings wird es interessant sein, zu beobachten, ob ein Experiment mit zwei „deutschen“ Goalies am Seilersee gelingt. Das war in der Vergangenheit nicht immer garantiert.

Und weitere Gerüchte rund ums Personalwesen am Seilersee? – Dass Kevin Lavallée aus Hamburg kommt, scheint nur noch eine Frage der Bestätigung. Hamburger Medien haben den Wechsel ins Sauerland schon angekündigt. Mehr aber ist nicht zu erfahren. „Ich kann nicht sagen, wann das Team komplett ist, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran“, lässt sich der Manager zitieren. Unklar ist außerdem, ob Mike York trotz aller Bekundungen wirklich gesund an den Seilersee zurückkehrt und was aus Michael Wolf wird. Der hat den Gerüchten um ein Interesse anderer Clubs nicht widersprochen.

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