Roosters träumen jetzt offiziell von Platz sechs

Collin Danielsmeier und Christian Hommel (von links) gewannen beim Quiz „Wer wird Millionär“ mit 15 Eishockey-Fragen 100 Tickets für die Testspiele, die sie dann an Fans verteilen durften.

ISERLOHN -  Obwohl die Saisoneröffnung der Iserlohn Roosters am Samstag mit vielleicht 1000 Fans von der Resonanz her hinter den Erwartungen zurückblieb, war die Stimmung am Seilersee entspannt. Fünf Monate nach den zehn Abschlussniederlagen und dem frustrierenden 13. Platz, nach Trainerschelte und Manager-Ärger schien der Frust endgültig der Vergangenheit anzugehören.

„Kommunikation, das hat sich gezeigt, war unglaublich wichtig. Die Besuche von Wolfgang Brück, Karsten Mende oder Bernd Schutzeigel bei den Fanstammtischen haben dazu beigetragen, dass wir uns verstandener fühlen und auch den Wissensdurst der Fans ein wenig mehr stillen konnten“, betont Josef Jost, Roostersgesellschafter und zweiter Vorsitzender des Iserlohner EC.

Er war es auch, der sich erstmals verbindlich zum Saisonziel geäußert hat. Während Cheftrainer Doug Mason in inoffiziellen Gesprächen Platz sechs mit dieser Mannschaft angeblich nicht für unrealistisch hält, hat Jost jetzt den Druck erhöht – wohl auch im Sinne der Fans. Die hatten ja schon im letzten Jahr immer herausfordernde Vorgaben für die Mannschaft gefordert, ohne allerdings die genauen Rahmenbedingungen zu kennen. „Ich denke auch, dass Platz sechs denkbar ist, also die Pre-Playoffs zu umkurven“, betonte Jost auf der Bühne.

Dem Krombacher-Vertrag scheint diese Tatsache aber nicht geschuldet. Der helfe zwar deutlich, neue finanzielle Zeiten seien aber nicht angebrochen. Erstaunlicher als die Zieldefinition der Funktionäre sind aber die Aussagen der Spieler. Denn wenn sich ein schweigsamer Assistenz-Kapitän Mike York dazu hinreißen lässt, im Rahmen einer Vorstellungsrunde die Mannschaft und ihre Leistungsfähigkeit zu loben, steckt offenbar wirklich Hoffnung dahinter: „Wir sind deutlich kompakter, wir sind in der Lage mitzukämpfen, wir sind konkurrenzfähig“, freut sich der 579-malige NHL-Spieler. Diese Einschätzung auch ohne Mark Bell zu treffen, der bekanntlich aufgrund einer Schulterverletzung noch nicht angereist ist, wirkt mutig.

Abseits dieser Nachrichten war die Saisoneröffnung eine gemütliche, deutlich kurzweiligere Familienveranstaltung. Ob bei der Teamvorstellung ohne langatmige Spielerinterviews oder bei der Kopie des „Wer wird Millionär“-Quiz‘, in dem Collin Danielsmeier und Christian Hommel 100 Freikarten für die Saisonvorbereitung gewannen, lernten Fans und Mannschaft viel über die Neuen.

Auch der Nachwuchs fühlte sich gut repräsentiert. „Es hat viel Spaß gemacht, die Roostersfamilie zusammen zu sehen“, sagte Nachwuchschef Bernd Schnieder. Er durfte sich darüber freuen, dass insbesondere jene Jugendmannschaft, die in die Deutsche Nachwuchs Liga (DNL) aufsteigen soll, nicht nur vor vielen Besuchern einen weiteren Test bestritt, sondern auch auf der Bühne vorgestellt wurde. - MiHei

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