Eishockey, DEL

Roosters nach Traumstart nun am Dienstag nach Bremerhaven

Eishockeyspieler lacht
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Gut angekommen: Neuzugang Casey Bailey war gegen Wolfsburg auf der Zielgeraden der Partie der entscheidende Faktor und hatte sichtlich Spaß daran.

Besser hätte der Auftakt für die Iserlohn Roosters nicht verlaufen. Zwei Spiele, zwei Siege - da geht es nun mit breiter Brust am Dienstagabend nach Bremerhaven.

Iserlohn – Zwei Spiele, zwei Siege – vom Zauber der Weihnacht zu sprechen, ist vielleicht ein wenig vermessen, aber rund ums Fest hätte der Saisonstart der Sauerländer kaum besser laufen können. Sechs Punkte legte der Weihnachtsmann den Blau-Weißen unter den Baum. Erfolge in Krefeld und daheim gegen die Grizzlys Wolfsburg katapultieren die Mannschaft auf den ersten Platz der Tabelle, weil der am Ende entscheidende Punktequotient von drei Zählern aktuell nicht besser sein könnte.

„Es war eine komplette Teamleistung – und die braucht man zum Siegen. Man hat den Eindruck, dass die Jungs füreinander alles tun“, sagt Cheftrainer Jason O’Leary nach dem zweiten Saisonspiel. Ein Kompliment, das er selten verteilt, der Glaube also scheint groß. Passend zum leider schon beendeten Fest. Und schaut man in die Historie der Sauerländer Eishockeys, dann ist es nicht selten der Fall gewesen, dass in dieser Jahreszeit Großes begann.

Ob das auch in diesem Jahr so sein wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht Ende Januar wird man wirklich einschätzen können, was sich in den ersten 120 Minuten andeutete. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Neuzugänge offenbar tatsächlich produzieren können. Insbesondere Whitney und Bailey präsentieren sich offensivstark und stellen damit unter Beweis, anders als es manchmal in der letzten Saison den Eindruck hatte, bis zum Ende eines Spiels alles geben zu wollen.

Roosters nach Traumstart nun am Dienstag nach Bremerhaven

Zwei Tore und eine Beihilfe von Casey Bailey in den letzten Minuten des Wolfsburgs-Spiels beweisen das. „Ich bin in Iserlohn wirklich angekommen, fühle mich in der Kabine und auch in der Stadt mit meiner Frau und meinem Baby sehr wohl. Auch das letzte Drittel gegen Wolfsburg war für mich richtig gut. Ich denke wir haben als Mannschaft alles investiert und haben uns belohnt“, sagt Bailey.

Mehr als solide präsentiert auch die Defensive. Gravierende Fehler in der Rückwärtsbewegung hatten Seltenheitswert, auch deshalb, weil sich die Stürmer aktiv ins Defensivgeschehen mit einbinden. Andy Jenike im Tor machte zudem zwei richtig gute Spiele, wirkt noch ruhiger als in der vergangenen Saison. „Ich sehe mich immer als Torhüter, der viel Ruhe ausstrahlt. Das war in der Vergangenheit so und ist auch in dieser Saison eigentlich nicht anders“, sagt der ehemalige Nürnberger.

Ob O’Leary ihn gegen Bremerhaven aus dem Tor nimmt, bleibt abzuwarten. Nötig ist es sicherlich noch nicht, denn ihr nächstes Match bestreiten die Roosters erst am 5. Januar. Trotzdem darf man den Zeitpunkt nicht verpassen, an dem sich auch Neuzugang Yannick Schwendener Spielpraxis sammeln muss. Bemerkenswert ist auch die Iserlohner Unterzahlquote mit aktuell 94,12 Prozent. Nur ein Gegentreffer aus 17 möglichen Situationen und über 21 Minuten im Penaltykill sind gut, wenn man auch festhalten muss, dass der IEC aktuell viel zu viele Strafminuten kassiert.

Beim Powerplay noch „Luft nach oben“

Im Powerplay gibt es dagegen mit nur einem Tor aus 13 Gelegenheiten viel Entwicklungspotenzial. „Powerplay ist eine Sache, an der wir noch eine Menge zu tun haben, die Automatismen sind noch nicht in den Köpfen. Dazu brauchen wir viel mehr Trainingszeit, zudem haben wir gegen Wolfsburg auch einige Anpassungen vornehmen müssen“, so O’Leary.

Bereits am Dienstagabend um 20.30 Uhr treten die Waldstädter auswärts bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven an, der Mannschaft, die im Magenta Sport Cup bis ins Finale vorrückte, die ersten beiden Ligaspiele aber verloren hat. Am Sonntag gab es dann ein deutliches 4:1 gegen die DEG. Bremerhaven profitiert insbesondere von der starken Besetzung auf der Torhüterposition und, neben der slowenischen Paradeformation, von rund einem Dutzend Spielern, die jederzeit Tore schießen können. Die Sauerländer selbst könnten auf Ryan Johnston zurückgreifen und müssen das sogar, denn Top-Verteidiger Ryan O’Connor musste abends nach dem Wolfsburg-Match ins Krankenhaus, wurde bereits operiert.

Fragezeichen hinter Marko Friedrich

„Wir haben noch keine ganz genaue Diagnose, müssen aber davon ausgehen, dass er mindestens acht bis zwölf Wochen ausfällt“, sagt Manager Christian Hommel. Es ist die Nachricht, vor der sich alle am Seilersee am meisten gefürchtet haben, auch deshalb, weil der Verteidiger derzeit hervorragend drauf ist. Marko Friedrich steht aufgrund einer anhaltenden Oberkörper-Problematik ein Fragezeichen.

Auch Neal Samanski dürfte erst im neuen Jahr ins Team zurückkehren. Der Vertrag mit Verteidiger Tobias Schmitz ist in den Nachmittagsstunden übrigens in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. Er hat sich neue Ziele gesteckt, die mit dem Seilersee offenbar nicht kompatibel waren.

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