Eishockey, DEL

Roosters mit einem Anflug von Euphorie nun gegen die DEG

Foto von Zuschauernbildern auf der Tribüne
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Stumme Unterstützer bei Roosters-Heimspielen - auch am Donnerstagabend gegen die DEG...

Zwei Tage nach dem überraschenden Heimsieg gegen die Eisbären aus Berlin erwarten euphorisierte Roosters am Donnerstagabend die Düsseldorfer EG am Seilersee.

Iserlohn – Christian Hommel gibt nach Meisterschaftsspielen seiner Jungs selten detaillierten Einblick in die eigene Gefühlslage. Nach dem Heimsieg gegen die Eisbären aus Berlin konnte er sein Grinsen selbst unter seiner blau strahlenden Roosters-FFP2-Maske nicht verbergen.

Berlin war ein Gradmesser, eine echte Prüfung für seine Mannschaft – und die hat sie bestanden: „Das war specialteam-lastig, geprägt von hoher Intensität, hart umkämpft, aber letztlich darf man behaupten, das war ein verdienter Sieg für unsere Mannschaft!“

Das stimmt – und zwar ein Sieg des gesamten Teams. Natürlich könnte man es sich einfach machen und nach dem Eisbären-Match die Über- und Unterzahlformationen über die Maßen hervorheben, betonen, dass ein Leistungsträger wie Joe Whitney einen Treffer selbst gemacht und drei weitere Tore vorbereitet hat. Dann aber würde man der Geschichte der Partie nicht gerecht.

Roosters mit einem Anflug von Euphorie nun gegen die Düsseldorfer EG

„Ohne Sutter haben wir uns entschieden, eine Reihe mit Grenier, Whitney und Bailey zu bilden, die wirklich aus überragend erfahrenen und talentierten Spielern besteht. Aber auch die anderen Linien haben das gut gemacht. Im Fünf-gegen-Fünf haben wir Berlin nicht viel gegeben. Ich bin auch froh über die Leistung der jungen Spieler, es war eine komplette Mannschaftsleistung“, stellte Cheftrainer Jason O’Leary fest. Natürlich aber hatte auch er nicht verpasst, wie überragend seine Mannschaft gerade in Über- und Unterzahl gespielt hatte, deshalb vier der fünf Treffer im Powerplay erzielt hatte. Eine Überzahlquote von 35 Prozent, davon hätten O’Leary und die letztjährige Mannschaft nur träumen können. „Das Training der letzten Tage hat geholfen, aber auch die Tatsache, dass die Jungs schnörkellos gespielt haben. Ich hoffe, dass das auch für die Zukunft wirkt“, unterstreicht Hommel.

Doch die großen Momente sind nicht die, die letztlich über die Saison echten Erfolg bescheren können. Genauso wichtig ist die gesamte Defensivleistung – und die war herausragend. Hommel: „Über die Qualität von Ryan Johnston müssen wir nicht sprechen, aber über die gute Arbeit von Riefers, von Buschmann, aber auch von Dieter Orendorz. Jeder von den Jungs hat gezeigt, dass er Eiszeit haben will und sie sich verdient.“

Saisondebüt für Schwendener gegen die DEG

Aus Sicht von Mannschaftskapitän Torsten Ankert gibt es dafür eine einfache Erklärung: „Jeder in dieser Mannschaft kennt seine Rolle und akzeptiert sie auch. Baxi (Jens Baxmann/Anm. der Redaktion) war vor den letzten zehn Minuten klar, dass wir das gegnerische Drittel nicht mehr sehen werden, aber das war kein Problem. Wir wussten, dass wir defensiv gebraucht werden, und hatten eigentlich auch nicht das Gefühl, dass wir das Spiel nicht gewinnen würden.“

Wir gehen mit dem Gefühl in jedes Match, dass wir es gewinnen können. Ich habe in der Vergangenheit gelernt, was es bedeutet, wenn man mit einem Mal- schauen-Blick in ein Match startet.

Torsten Ankert (Iserlohn Roosters)

Genau in diesem Punkt scheint sich ein weiterer Unterschied zu den vergangenen Jahren zu zeigen, der die Roosters zu mittlerweile drei Siegen aus den ersten vier Spielen geführt hat. Das Selbstvertrauen ist groß, das Vertrauen zu den Mitspielern ebenso. „Wir gehen mit dem Gefühl in jedes Match, dass wir es gewinnen können. Ich habe in der Vergangenheit gelernt, was es bedeutet, wenn man mit einem Mal- schauen-Blick in ein Match startet. Dann hast du ganz andere Voraussetzungen“, sagt Ankert weiter.

Gäste kommen mit der Empfehlung zweier Auswärtssiege

Jetzt kommt es aber darauf an, die eigene Stärke auch am Donnerstag im Match gegen die Düsseldorfer EG (20.30 Uhr/Eissporthalle am Seilersee) nicht in Überheblichkeit umschwingen zu lassen. Auch Ankert kennt diese Momente, weiß aber auch ums Gegenmittel: „Dein Kopf darf das nicht zulassen. Du darfst dich freuen, aber dann musst du dich auf die nächste Aufgabe vorbereiten und dich von Neuem konzentrieren!“

Im Tor wird erstmal in dieser Saison nicht Andy Jenike stehen, sondern Neuzugang Janisch Schwendener. Der Deutsch-Schweizer bekommt sein erstes Match. Fehlen könnte neben Sutter (gesperrt), Hoeffel (noch nicht fit) und O’Connor (Oberkörperverletzung) erneut auch Marko Friedrich. Die DEG, die auswärts bislang zwei Erfolge eingefahren hat, kommt ohne Geitner und Svensson. Mirko Pantkowski steht im Tor.

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