Auch Manager Karsten Mende ist angefressen

+
Von den Vorderleuten oft allein gelassen: Roosters-Neu-Keeper Erik Ersberg.

ISERLOHN -  Mit Einstellung feiert man Erfolge, ohne erlebt man das, was die Iserlohn Roosters erlebten: Pleiten, Pech und Pannen. Zwei Niederlagen in zwei Westderbys des Wochenendes, vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen, da ist das gute Gefühl des Saisonstarts dahin.

Die Gründe scheinen hausgemacht, es geht um die eigenen Tugenden. Die bestanden in Vorbereitung und zum Saisonstart insbesondere in der besonderen Einheit des Teams, im unbedingten Willen zur harten Arbeit. Da gaben Offensive und Defensive gemeinsam Gas, insbesondere in der Rückwärtsbewegung. Deshalb tendierte man zur Einschätzung, dass sich insbesondere an der Qualität in der Verteidigung etwas zum Positiven entwickelt habe. Seit dem Wochenende ist diese Annahme unter den gezeigten Rahmenbedingungen falsch.

„Wir müssen in dieser Woche unbedingt an unserer defensiven Einstellung arbeiten“, betont ein tief enttäuschter Mannschaftskapitän Michael Wolf nach der 1:4-Niederlage in Düsseldorf. Dort genauso wie am Freitag gegen Krefeld stimmte die Defensivarbeit selten. Die Bereitschaft zur harten Arbeit im Rückwärtsgang war nicht gegeben. Weil auch die Zeit des leichten Toreschießens Geschichte ist, kassierten die Roosters zwei klare Niederlagen. „Wir dürfen uns doch nicht darauf verlassen, dass wir es in der ganzen Saison so leicht haben werden, Treffer auf Treffer zu erzielen“, mahnt Wolf.

Auch Manager Karsten Mende ist nach den beiden Auftritten zum ersten Mal wirklich angefressen und bringt es auf den Punkt: „Ohne Kampf werden wir in dieser Liga keine Chance haben.“ Wie er es sagt, bedeutet, dass die Jungs eine harte Trainingswoche erwarten dürfen. Mende hat zu wenig Laufbereitschaft ausgemacht, zu wenig Leidenschaft, zu wenig Engagement. Immer wenn sein Team diese Tugenden in die Waagschale geworfen hat, war man in dieser Spielzeit erfolgreich. Den letzten Beweis trat das Team vor einer Woche in Wolfsburg an. Da wollte man den jungen Nachwuchsgoalie Henning Schroth unterstützen und spielte das beste Match der Saison. Auch als Schroth am Sonntag in Düsseldorf zwischen die Pfosten kam, den Schweden Ersberg ersetzte, den Mason mit seiner Entscheidung schützen wollte, schaltete das Team plötzlich zwei Gänge hoch.

Neuzugang Ersberg kann einem derweil nur leid tun. Elf Monate war es vor seinem Krefeld-Einsatz her, dass er das letzte Mal als Starting-Goalie auf dem Eis stand. Seitdem ließ seine Leistenverletzung nur Training zu. „Wir haben Erik in vielen Situationen allein gelassen. Er ist ein Weltklassegoalie, aber unsere Jungs dürfen sich auch nicht einbilden, dass man für einen Mitspieler dieser Klasse nicht alles geben muss“, betont Cheftrainer Doug Mason. Sein Ärger trifft die Mannschaft zu Recht, denn wirklich alles gegeben hat sein Team nicht. Dabei braucht gerade ein Goalie Erfolgserlebnisse, um Selbstvertrauen aufzubauen. Mit einer solch schlechten Defensivleistung ist das unmöglich. Diskussionen über Ersbergs Qualität verbieten sich deshalb nach diesem Wochenende.

Dass schon am Sonntagabend wieder die ersten Kritiker den Rausschmiss von Sébastien Caron als schweren Fehler ausgemacht hatten, war zu erwarten. Ob man den Fokus aber auf diesen Aspekt legen sollte, scheint doch verfrüht. - MiHei

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare