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Roosters: Kein schönes Geschenk zu Hommels 40. Geburtstag

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Gewühl vor dem Tor der Roosters, Goalie Andy Jenike im Mittelpunkt: Bis zum 28. Februar kann auf der Torwartposition noch nachgebessert werden. Bis dahin muss klar sein, ob Christian Hommel & Co weiter auf die bisher kaum eingesetzte Nummer zwei Janick Schwendener bauen.

Die Niederlage gegen das Schlusslicht aus Krefeld am Vorabend des 40. Geburtstags von Manager Christian Hommel - sie war ärgerlich und vermeidbar für die Iserlohn Roosters.

Iserlohn – Christian Hommel war genervt. Wer kann es ihm verdenken? Am Tag vor seinem 40. Geburtstag hätte er sich ein anderes Ergebnis seiner Iserlohn Roosters gewünscht – vor allem gegen die Krefeld Pinguine. Die 3:6-Niederlage war vermeidbar.

„Wir sind und bleiben bekannt dafür, Tabellenletzten Erfolge zu ermöglichen“, sagt Hommel voller Selbstironie. Er hatte schon vor dem Match gegen das punktlose Tabellenschlusslicht gewarnt. Dann kam der morgendliche Rausschmiss von Michails Svarinskis, die Berufung von Boris Blank und der unbändige Wille der Mannschaft von Niederrhein, endlich Zählbares einzufahren.

Martin Schymainski machte in dieser Atmosphäre sein bestes Saisonspiel, Arthur Tyanulin, der vielleicht beste Spieler der Pinguine, konnte ebenfalls alles aufs Eis bringen, was er unter dem Ex-Coach nicht durfte. Das aber war nur ein Teil der Geschichte.

Kein schönes Geschenk zu Hommels 40. Geburtstag

„Krefeld war am Ende effizienter. Wir waren zwar spritziger als zuvor, trotzdem haben sie das bessere Spiel gemacht, und wir müssen gratulieren“, so Hommel weiter. Was er nicht thematisierte, war, dass sein Team an Kleinigkeiten scheiterte. Einmal mehr schafften es die Iserlohner nicht, über 60 Minuten konstant gutes und konstant intensives Eishockey zu spielen. Hinzu kam die Defensivleistung. Die ist nicht schlecht, aber eben auch nicht so gut wie in den ersten Saisonwochen. Hommel: „Ryan O’Connor fehlt uns. Er hat in jedem Spiel über 20 Minuten auf dem Eis gestanden. Das schafft Stabilität.“

Außerdem denken die Blau-Weißen manchmal einfach zu offensiv. Bestes Beispiel war der Freitagabend: Die Roosters schießen ein Tor, könnten jetzt das Spiel nach hinten erst einmal absichern und stabilisieren, riskieren aber zu früh zu viel und kassieren am Ende einen weiteren Gegentreffer. „Wir müssen Spiele nicht im ersten Drittel gewinnen. Das ist kein Sprint. Auch ein 2:1-Erfolg, ein 3:2 ist am Ende ein Sieg. Defensive beginnt und endet übrigens nicht immer mit der Verteidigung“, so Hommel weiter.

Warum der Manager dennoch überraschend einen weiteren Stürmer und eben keinen Verteidiger verpflichtet hat, ist einfach: Der Markt gab und gibt wenig her. „Wenn wir mehr Zeit in der gegnerischen Zone verbringen, hat der Gegner weniger Zeit in unserem Drittel – das ist auch ein Stück Defensivarbeit“, meint Hommel. Insofern war die Entscheidung zugunsten von Joel Lowry ohne Zweifel eine gute Idee. Seine Checks, seine körperliche Präsenz und sein Zusammenspiel mit Weidner und Sutter waren für ein erstes Spiel alles andere als schlecht. Auch die vierte Formation mit Friedrich, Lautenschlager und dem jungen Proske war präsenter als die zuletzt aufs Eis geschickten Reihenkombinationen. Bemerkenswert festzustellen ist allerdings, dass erneut weder Fleischer noch Samanski zum Aufgebot gehörten.

Am Donnerstag geht es zu den Eisbären

Nach zwei freien Tagen am Wochenende werden sich die Roosters ab Montag auf das Donnerstag-Auswärtsspiel bei den Eisbären in Berlin vorbereiten. Weil anschließend ein Match gegen die Fischtown Pinguins ansteht, stehen die Sauerländer zum allerersten Mal in dieser Saison ein klein wenig unter Druck. Denn vier Niederlagen am Stück könnten den guten Saisonstart vergessen lassen.

Noch ein Aspekt ist in den kommenden Wochen nicht unwichtig – die Torhüterfrage. Andy Jenike spielt zwar auch weiterhin überdurchschnittlich, die Frage aber ist, wann Janick Schwendener sein zweites Spiel bekommt. Sein allererster Auftritt gegen Düsseldorf hatte – wenig verwunderlich nach langer Pause – Momente, die verbesserungswürdig waren.

Bis zum 28. Februar um Mitternacht, dem Ende der diesjährigen Transferperiode in der DEL, müssen die Roosters wissen, ob sie auf Schwendener bauen oder sich vielleicht doch noch einmal auf dem Transfermarkt umschauen müssen. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, auch dem Deutsch-Schweizer in den kommenden Wochen eine oder zwei Möglichkeiten zu geben, sich im Wettkampf zu beweisen.

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