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Kritik an fehlender Kommunikation

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Von: Mirko Heintz

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Als Sprecher für die Roosters-Aktiven kritisiert Goalie Andy Jenike den fehlenden Dialog mit den DEL-"Machern". © Hahn

Iserlohn – Nur redenden Menschen kann geholfen werden ... Diese alte Weisheit entfaltet gerade in diesen Tagen mal wieder ihre unerschütterliche Wahrheit und hätte den Clubs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) eine öffentliche Auseinandersetzung mit ihrem spielenden Personal erspart. Dabei würden sich die Fans in diesen Zeiten nichts sehnlicher wünschen, als ein definitives „Go“ für die kommende DEL-Saison und, vor allem, einen Starttermin.

Stattdessen herrscht Zwist über Corona-Klauseln mit dem sogenannten 75/25-Modell, das nur im Fall der Zustimmung durch die Aktiven, die Lizenzierung ihrer Clubs möglich macht. Es geht natürlich auch darum, das finanzielle Risiko der Vereine in der Saison nach der Krise zu minimieren. Der Weg dahin aber steht in der Kritik und könnte das deutsche Eishockey nachhaltig verändern. Weil sie nicht in die Suche nach Lösungen eingebunden waren, wollen die Spieler nun eine Interessensvertretung gründen, vielleicht sogar eine Gewerkschaft, die zukünftig mit am Tisch sitzt und sie mit einer Stimme sprechen lässt.

„Im Prinzip war ja abzusehen, dass auch in der DEL irgendeine finanzielle Lösung gefunden werden muss, um den Vereinen in dieser Situation zu helfen. Aber wie da von der DEL kommuniziert wurde, war – ich glaube, irritierend. Es gab keine Einbindung der Spieler, keine Kommunikation mit den Jungs“, sagt Roosters-Torhüter Andy Jenike. Er ist einer von 14 Spielern, die ausgewählt wurden, um für ihre Mannschaftskameraden an den einzelnen Standorten zu sprechen.

Der gebürtige Hamburger hätte sich gewünscht, dass sie Spieler deutlich früher in die Überlegungen der Liga und ihrer Clubs einbezogen worden wären. „Der Weg, den die DEL da gewählt wurde, war der unglücklichste, denn der Großteil der Spieler war und ist bemüht, Lösungen zu finden.“ Den Beweis lieferten die Spieler vom Seilersee selbst. Sie unterzeichneten die Corona-Klauseln, akzeptieren gegebenenfalls Kurzarbeit und eine Gehaltsstundung. „Wir haben alle unterschrieben. Es waren keine einfachen Gespräche, aber das sind wir dem Verein und den Fans schuldig“, sagt der letztjährige Assistenzkapitän Marko Friedrich gegenüber unserer Zeitung. Auch die Kommunikation am Seilersee soll, so hört man vom ersten Moment an, von großem gegenseitigen Respekt geprägt gewesen sein. Wolfgang Brück, der Clubchef der Sauerländer, sagt selbst nichts zum Thema, hält sich als Aufsichtsratsmitglied an die Maßgabe der Liga, die nicht über die Einzelheiten der Lizenzierung kommunizieren möchte.

Ob auch alle anderen 13 Ligavereine die Unterschriften ihrer Spieler bei der Abgabe der Lizenzunterlagen anfügen konnten, ist offen. Definitiv bestätigt ist es aus Bremerhaven, auch die Augsburger Panther vermeldeten im Interview mit der Augsburger Allgemeinen, dass ihre Spieler unterschrieben hätten. Gleiches vernimmt man aus Wolfsburg. Die Eisbären Berlin wollen nach Informationen der Berliner Morgenpost die schriftliche Zustimmung nachreichen.

Inzwischen diskutiert man auch im deutschen Handball über einen notwendigen Gehaltsverzicht der Spieler. Die DEL ist wie beim unvermeidbaren Saisonende Vorreiter, hätte sich aber mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl den Streit mit den eigenen Spielern sparen können.

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