Roosters heute mit Lange im Tor, Sonntag kommt Köln

+
Roosters-Angreifer Alex Foster (links) im Sprintduell mit dem Augsburger Stürmerkollegen John Zeiler: Heute Abend müssen sich die Iserlohner in Schwenningen beweisen.

ISERLOHN - Als Urlaubsziel mag Villingen-Schwenningen zumindest bei manch‘ deutschsprachigem Roostersspieler in der Vergangenheit schon mal auf der Agenda gestanden haben. Als Eishockeyziel hätten viele indes gerne darauf verzichtet. Das hat weniger mit dem Standort an sich zu tun, sondern vielmehr mit der Distanz. Das kleine Örtchen steht genauso wie der Seilersee für eine ganz besondere Eishockeytradition, ist aber doppelt so weit von der Waldstadt entfernt wie der letztjährige Standort der Schwenninger Eishockeylizenz, die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover.

„Wir alle freuen uns mit den Fans und der Organisation über die Rückkehr in die DEL und wünschen viele spannende und attraktive Eishockeyspiele“, betont Mannschaftskapitän Michael Wolf. Gerade er kennt sich rund um die Doppelgemeinde bestens aus, spielt doch mit Alexander Dück einer seiner besten Freude bei den Wild Wings.

Dass den Neuling im heutigen Heimspiel gegen die Roosters (19.30 Uhr) niemand offiziell unterschätzen will, ist obligatorisch, aber auch insgeheim sind die Roosters trotz ihres ersten starken Liga-Wochenendes mehr als bescheiden. „Von uns wird doch nicht wirklich einer nach Schwenningen fahren und sagen, das ist ein Pflichtsieg. Wir sind definitiv nicht mit dem FC Bayern zu verwechseln“, stellt Collin Danielsmeier fest.

Auch wenn man nach dem klaren 6:0-Sieg gegen Augsburg ein gutes Spiel in Berlin gemacht habe (5:7), sei man doch ohne Zählbares heimgekommen. „Eine Niederlage bedeutet null Punkte! Wir hätten in Berlin aber etwas holen können. Das ist uns trotz der vielen lobenden Worte aber nicht gelungen.“

Danielsmeier lässt zweierlei erkennen: zum einen den echten Ärger über die Niederlage, zum anderen die veränderte Ambitio,n zukünftig nicht nur mit guten Spielen, sondern vor allem mit Punkten zufrieden sein zu wollen.

Punkte in Schwenningen müssen die Sauerländer definitiv ohne Jeff Giuliano einfahren. Entgegen erster Hoffnungen hat sich die Verletzung des US-Amerikaners nicht so verbessert, dass er im Match bei den Wild Wings eingesetzt werden kann. „Jeff hat in der ganzen Woche nicht trainiert, noch ist das Risiko einfach zu hoch. Ob sich unsere Entscheidung für das Sonntagsspiel daheim gegen Köln ändert, entscheiden wir erst Samstag“, sagt Cheftrainer Doug Mason mit Blick aufs zweite Heimspiel am Seilersee (16.30 Uhr).

Alle anderen Spieler sind an Bord, auch Christian Hommel, der am Montag Vater eines Mädchens geworden ist: „Jetzt habe ich ein kleines Engelchen und ein kleines Teufelchen daheim – und ich bin ein sehr stolzer Papa.“

Im Tor steht heute nicht Sébastien Caron, sondern Mathias Lange. Der hat selbst schon in Schwenningen in der zweiten Liga gespielt und verließ die HeliosArena als Zweitligameister. Auch deshalb hat die sportliche Leistung schon in der vergangenen Woche entschieden, den Österreicher mit deutschen Wurzeln dieses Ligaspiel als Premiere im Roosters-Tor erleben zu lassen.

Blickt man hinter die Kulissen, ist es aber auch ein Statement. Die sieben Gegentore aus Berlin dürften Mason und Co. – auch wenn Caron keinen offensichtlichen Fehler gemacht hat – nicht gefallen haben. Aufgrund der vorhandenen Alternative wird sie auch gezogen, so dass auch dem Franko-Kanadier verdeutlicht wird, dass er in jedem Spiel Topleistung abrufen muss, will er die Nummer eins im Tor sein. Mal schauen, welche Entwicklung der Urlaubsort im Schwarzwald außerdem beschert…

Roosters: Lange (Caron) – Brennan, Raymond; Gödtel, Jares; Danielsmeier, Orendorz – Sertich, Wolf, Tyson Mulock; York, Macek, Raedeke; Foster, Frosch; Fischhaber, Hommel, Kopitz

Von Mirko Heintz

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare