Iserlohn Roosters wollen „Gefrierschränke“ abtauen

+
Die Iserlohn Roosters um Kevin Lavallée verbuchten zuletzt vier Siege in Serie und wollen heute Abend gegen die Freezers unbedingt nachlegen.

Iserlohn - Es könnte wieder einer dieser besonderen Eishockey-Abende werden. Abende, an denen die Iserlohn Roosters ein vermeintliches Schwergewicht der Deutschen Eishockey Liga mit leidenschaftlichem Kampf nicht nur ins Taumeln bringen, sondern auch auf die Knie zwingen. Abende, an denen sich die Eissporthalle am Seilersee in einen Hexenkessel verwandelt und die von der Schlittschuh laufenden Konkurrenz so sehr gefürchtet werden.

Von André Günther und Lars Schäfer

Zugegeben: Berauschende Eishockeyabende hat es am Iserlohner Seilersee schon unzählige gegeben. Fest steht aber auch, dass die Fans der Sauerländer Kufencracks nach genau diesen Eishockeyfesten dürsten. Und aller Personalsorgen zum Trotz deutet so manches darauf hin, dass das heutige Heimspiel der Roosters gegen die Hamburg Freezers (19.30 Uhr, Eissporthalle am Seilersee) wieder zu einem dieser ganz besonderen Abende im Sauerland werden könnte. Nach Vorstellungen der Danielsmeier, Duponts und Giulianos soll der Konjunktiv, ein stets beliebter Fluchtort für Verlierer, nach den 60 Minuten daher eher im Hamburger Wortschatz Gebrauch finden.

Die „Gefrierschränke“ von der Elbe blieben in der noch jungen Saison hinter den Erwartungen zurück. Im DEL-Tableau sind die Hamburger nach acht Partien und neun gesammelten Zählern auf Platz elf zu finden, sechs Punkte und sieben Ränge hinter den Waldstädtern. Und am Dienstagabend verabschiedeten sich die Freezers trotz ihres ersten Erfolges in der Champions Hockey League aus dem laufenden Wettbewerb. Im sechsten Anlauf verbuchten Garrett Festerling und Co. zwar einen 6:0-Sieg gegen die Nottingham Panthers, das vorzeitige Ausscheiden der bislang unterkühlt auftretenden Norddeutschen aus der europäischen „Königsklasse“ war allerdings schon vor dieser Partie besiegelt.

Doch trotz des bislang eher enttäuschenden Abschneidens der Hansestädter warnt Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen seine Schützlinge eindringlich vor den Freezers, die nach dem bisher schlechtesten Saisonstart des Clubs vor zwei Wochen die Reißleine zogen, Trainer Benoît Laporte beurlaubten und seitdem unter dem neuen Coach Serge Aubin auf Kurs sind. Die Hamburger gewannen unter Aubin vier von fünf Partien und rollen das DEL-Feld nun von hinten auf.

Die Spielweise und die harte Gangart der körperlich robusten Freezers sind den Iserlohnern noch in bester Erinnerung. Schließlich begegneten die heimischen Kufencracks dem letztjährigen Vorrundenersten in den Play-Offs lange auf Augenhöhe und zogen erst in Spiel sechs der „Best-of-Seven“-Serie den Kürzeren. Nach der erfolgreichen Vorsaison setzten die Norddeutschen auf personelle Kontinuität und verpflichteten lediglich fünf Neuzugänge. Allerdings verloren die Freezers wie auch die Roosters ihren Leitwolf. Während es Michael Wolf bekanntlich nach München zog, verließ Hamburgs David Wolf den Club in Richtung Calgary Flames in die NHL.

Wichtig, sagt Roosters-Coach Pasanen, sei es, die Freezers möglichst weit vom eigenen Tor entfernt zu halten und sie nur da schießen zu lassen, wo wenig Gefahr fürs eigene Tor ausgehe. „Wir wollen dieses Spiel gewinnen“, gibt Pasanen die Richtung vor. Wieder an Bord ist Mike York, der bei den Trainingseinheiten in dieser Woche auf dem Eis stand, laut Pasanen aber noch Nachholbedarf im Bereich der Fitness hat. Zusammen mit York und Petersen wird Rückkehrer Chris Connoly die erste Reihe bilden. Der 27-Jährige absolvierte gestern seine erste Einheit und hinterließ laut Pasanen einen starken Eindruck. Jeff Giuliano rückt wieder zurück in die Verteidigung, als siebter Verteidiger ist Collin Danielsmeier geplant.

Am Samstagmorgen wird in Iserlohn trainiert, mittags geht es dann mit dem Bus in Richtung Ingolstadt. Dort stehen die Roosters am Sonntag ab 16.30 Uhr beim Meister ERC Ingolstadt vor der nächsten Hürde.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare