Eishockey, DEL

Roosters-Gastspiel in Berlin: Leben in der Blase

Eishockey-Laufduell
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Marko Friedrich (links) ist mit den Roosters in der Bundeshauptstadt Berlin zu Gast.

Wenn die Iserlohn Roosters am Donnerstagabend in Berlin antreten, dann wird nichts sein wie üblich. Die Auflagen sind weitaus strenger als bei den sonstigen DEL-Saisonspielen.

Iserlohn – Leben in der Blase. Das ist dem Team der Iserlohn Roosters, trotz Pandemie-Alltag, in den zurückliegenden Wochen weitgehend erspart geblieben. Natürlich verzichten Spieler, Trainer und Staff auf Kontakte, trotzdem führte der Weg vom Training nach Hause und von dort wieder zurück an den Seilersee.

Die Auswärtstour nach Berlin zum Match am Donnerstagabend bei den Eisbären (18.30 Uhr, Mercedes-Benz-Arena) aber findet unter etwas anderen organisatorischen Rahmenbedingungen statt.

Per Bus geht’s in die Hauptstadt, dort aber ausschließlich ins Hotel, direkt neben der Arena. Dort bleibt die Mannschaft, auch mangels zahlreicher anderer Gäste auf einer Etage nahezu unter sich. Besuche, selbst bei den Familien sind vor dem Match nicht vorgesehen.

Roosters-Gastspiel in Berlin: Leben in der Blase

„Natürlich ist es komisch, wenn Du in der Heimat bist und deine Eltern nicht sehen kannst. Ich werde halt nicht vorbeischauen, weil man natürlich nicht weiß, ob man das Virus einschleppt oder nicht, selbst, wenn es keine Symptome gibt“, sagt Stürmer Taro Jentzsch. Man merkt ihm an, wie sehr er es bedauert, nicht mal eben 'Hallo' sagen zu können. Gleiches gilt auch für Jens Baxmann. Dessen Freundin und seine Kinder leben noch immer in Berlin, kommen zwar mit zurück nach Iserlohn, bevor aber aufs Eis gegangen wird, gibt es kein Treffen. Sicherheit geht vor.

Außergewöhnlich wird auch das Spiel selbst in der Hauptstadt. Auf der Bank sind nur die Personen zugelassen, die unbedingt gebraucht werden. Mannschaftsleiter Charly Kirchhoff oder Manager Christian Hommel verbringen die Zeit in einer Loge, so sehen es die Bestimmungen der Arena vor.

Sportlich sollte all das keine Auswirkungen haben. Am Spieltag hin und her zu fahren, ist aufgrund der Distanz nicht realisierbar. Dass das Team mehr als fokussiert zu Werke gehen dürfte, sollte niemanden überraschen. Berlin gehört trotz der Niederlage in Düsseldorf vom Montag zu den aktuell besten Mannschaften der DEL – und zwar in allen Belangen. Also volle Konzentration bei den Roosters: „Mir hat die Einstellung der Jungs, was die Details anbelangt, insbesondere gegen Krefeld nicht gepasst. Da war ich schon sauer drüber, aber von Überheblichkeit reden, das kann und will ich nicht“, sagt Cheftrainer Jason O'Leary. Auch die Mannschaft mag weniger zurückschauen, als voraus. Sie wissen, dass sie gegen die Pinguine nicht ihr bestes Eishockey gespielt haben.

100. DEL-Spiel für Julian Lautenschlager

Ob und in welcher Konstellation sie es heute zu tun versuchen, hat O'Leary nicht verraten. Nur eines ist klar, Andy Jenike wird erneut zwischen den Pfosten stehen. Mehr Aufstellung verrät er nicht, verweist nur darauf, dass es gegen die Pinguine eigentlich zwei Line-Ups gab. Das eine, das zu Beginn der Partie auf dem Eis gestanden hat und das andere, das zum Schluss tatsächlich spielte und deutlich an die Partien zuvor erinnerte, als Whitney, Grenier und Bailey die Paradereihe bildeten.

„Wir müssen von Anfang an sehr konzentriert und fokussiert sein, müssen gradliniger und einfacher spielen. Darüber haben wir in dieser Woche im Training auch immer wieder gesprochen“, unterstreicht Julian Lautenschlager, der heute sein 100. DEL-Spiel bestreitet. Für ihn ist es ein Match wie jedes andere, denn 100 Mal in der höchsten deutschen Liga auf dem Eis zu stehen, schafft zwar nicht jeder, dennoch wird es, wenn er so weitermacht, vielleicht noch ein paar andere, echte Jubiläen zu feiern geben. Fehlen werden nur die üblichen Verdächtigen: O'Connor und Hoeffel. Ob Tim Fleischer wieder ins Aufgebot zurückkehrt, wurde nicht bestätigt oder dementiert. Fakt ist, dass in jedem Fall mindestens ein Spieler auf die Tribüne muss.

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