Eishockey, DEL

Roosters erwarten München: Zeit für Wiedergutmachung

Eishockeystürmer vor dem Tor
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Andy Jenike und Philipp Riefers (rechts) gegen Nürnbergs Maximilian Kislinger: Im Frankenland schlug es am Samstagabend gleich siebenmal im Roosters-Tor ein, wohlgemerkt gegen das Schlusslicht der Südgruppe. Kein guter Start für die Roosters in den neuen Saisonabschnitt.

Am Dienstagabend geht es gegen das zweite Team aus dem Süden weiter für die Iserlohn Roosters: Nach dem 3:7 beim Schlusslicht Nürnberg wird nun daheim gegen München Wiedergutmachung angestrebt.

Iserlohn – Auch wenn Roosters-Trainer Brad Tapper nun seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr als Spieler auf dem Eis gestanden hat: Vergessen hat er das, was damals auch sein Leben geprägt hat, nicht. Eishockey war gerade für ihn ein Spiel besonderer Emotionen, die letztlich nicht immer bis ins Detail kontrollierbar waren. Gerade deshalb hat er Verständnis für das, was am vergangenen Samstag in Nürnberg mit seiner Mannschaft passierte.

„Die Jungs wollten zu viel, haben ein bisschen überpaced. So ist zu erklären, warum wir diese ärgerliche Niederlage kassiert haben“, sagt der Kanadier. Er selbst könne den Jungs kaum einen Vorwurf machen. Sie wären konzentriert gewesen, engagiert, letztlich aber sei es auch ein gebrauchter Tag gewesen, so der Coach.

Das sehen seine Spieler genauso. Noch am Montag ärgerte sich Mannschaftskapitän Torsten Ankert über die mehr als vermeidbare Niederlage: „Diese Spiele passieren einfach, sie passieren Jahr für Jahr. Wir wollten unbedingt einen Erfolg, haben gut angefangen und dann ganz früh einen Gegentreffer kassiert. Am Ende hat eigentlich jede Nürnberger Chance zu einem Tor geführt. Das ist so ärgerlich, aber an so einem Tag auch nicht zu ändern.“

Roosters erwarten München: Zeit für Wiedergutmachung

Beide, Ankert und Tapper, machen mit ihren Aussagen auch deutlich, dass Überheblichkeit keine Rolle gespielt hat – dieses Die-schlagen-wir-schon-Gefühl.

Dass das am Dienstagabend (Beginn 20.30 Uhr) gegen den EHC Red Bull München noch einmal droht, steht nicht zu befürchten. Dafür sorgen Teams wie München oder Mannheim bei jedem, der gegen sie auflaufen muss, für viel zu großen Respekt. „München gehört seit Jahren zu den besten Mannschaften, die wir in Deutschland haben. Die einen sagen, weil sie einfach finanziell alles möglich machen können, was sie wollen. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Ich finde, dass die Münchener vor allem eines nie verloren haben: ihren Biss. Sie sind nie zufrieden. Das unterscheidet sie von vielen anderen“, so Torsten Ankert.

Diese Spiele passieren einfach, sie passieren Jahr für Jahr.

Torsten Ankert über das Nürnberg-Spiel

Gerade deshalb gilt am Dienstag die volle Aufmerksamkeit. „Wir wollen schon unser eigenes Spiel spielen, müssen aber genauso defensiv agieren, wie wir es am letzten Montag gegen Wolfsburg getan haben. Dann werden wir auch diesmal eine Chance haben, die Partie für uns zu entscheiden“, sagt Brad Tapper.

Personelle Umstellungen wird es nicht geben, höchstens auf den Stürmerpositionen zwölf und 13. Andy Jenike steht wie im Frankenland wieder zwischen den Pfosten. Weil den Sauerländern aktuell nur sechs Verteidiger zur Verfügung stehen, trainiert einer übrigens in ungewohnter Position – Stürmer Julian Lautenschlager. „Die Trainer waren ganz angetan von mir als Verteidiger, ob das aber wirklich eine Alternative ist mit mir, weiß ich nicht“, lacht Lautenschlager.

O‘Connor: Hoffnung auf baldige Rückkehr

Vor allem die Rückwärtsbewegung sieht er als Herausforderung. „Man muss wirklich erstmal gegen die großen stämmigen Stürmer des Gegners, die richtigen Abstände finden, wie man mit Ihnen ins eigene Drittel geht. Das könnte Zeit brauchen.“

Genau die aber könnten die Sauerländer nicht investieren müssen. Schon in drei oder vier Spielen könnte Ryan O’Connor, überraschend früh, in den Kader zurückkehren. „Er ist wirklich ein Kämpfer, der schon morgen wieder auf dem Eis stehen würde, wenn wir ihn lassen würden“, sagt Brad Tapper, „aktuell kommt es noch zu früh, aber unsere Mediziner und unsere Betreuer haben einen Plan, wie sie all das, was notwendig ist, ermöglichen können.“ Damit wären die Roosters auf jeden Fall wieder deutlich verstärkt im Playoff-Kampf unterwegs.

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