Schock vor Spiel eins: Bell fällt lange aus

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Wann – und ob überhaupt – Mark Bell wieder im Roosters-Trikot auf dem Eis stehen und auf Torejagd gehen kann, ist offen. Seine Reha nach einer Schulteroperation könnte laut Vereinsangaben bis zu vier Monate dauern, daher wurde er nicht lizensiert.

ISERLOHN -  Diesen Kick genießen sie alle, selbst langjährige Profis zelebrieren diesen Moment. Saison-Spieltag eins ist wie eine Droge. Da schindet man sich durch sechs Wochen harte Vorbereitung – und dann kommt dieses Gefühl.

Keine Nervosität, aber diese leichte, genussvolle Anspannung in der Magengegend, die erst verfliegt, wenn der Puck zum allerersten Mal das Eis berührt. Das passiert am Freitagabend um 19.30 Uhr am Seilersee, zu Gast sind dann die Augsburger Panther. Nur ein Rooster ist deprimiert: Mark Bell. Sein Comeback lässt noch lange auf sich warten.

„Das erste Saisonspiel ist ein besonderer Moment. Für diesen Augenblick schindet man sich den ganzen Sommer und freut sich, dass es endlich um etwas geht!“ Michael Wolf, der neue Mannschaftskapitän der Iserlohn Roosters, erlebt diesen Saisonstart auf andere Art und Weise. Stand er in der Vergangenheit im Schatten Robert Hocks, wird er nun derjenige sein, der die letzten Worte vor dem ersten Bully spricht, seinen Mannschaftskollegen eine Vision mit in die Spielzeit gibt. „Ganz ehrlich: Ich weiß noch gar nicht, was ich sagen werde. Aber selbst wenn ich es wüsste, dann sind diese Worte tatsächlich nur für die Ohren meiner Teamkollegen gedacht“, lächelt der Füssener.

Platz sechs ist das Ziel, definiert vom Vorstand. Realistisch wird die Hoffnung nur dann, wenn das Team vom Seilersee gesund bleibt. Verletzungen, Langzeitausfälle darf es nicht geben.

Doch schon vor dem ersten Anspiel kommt die erste Hiobsbotschaft. Mark Bell, der an der Schulter verletzte Kanadier, hat die sportmedizinische Untersuchung nicht bestanden. Das bedeutet, sein Vertrag verliert seine Gültigkeit, er wird nicht lizensiert.

„Die Verletzung ist weniger das Problem als die Rehabilitation. Wir können nur grob einschätzen, wann sie abgeschlossen sein könnte – zwischen Mitte Oktober und vielleicht Januar“, sagt Karsten Mende, der Manager. Er wird sich ab sofort auf die Suche nach einem neuen Stürmer machen. Eine Suche, die jedoch in Anbetracht der Situation keine Priorität hat. Denn: Bell bleibt am Seilersee, wird hier die Reha absolvieren und trainieren, was immer auch trainiert werden kann. Geben die Ärzte „grünes Licht“, entscheiden beide Seiten gemeinsam, wie es weitergeht.

Positiv sind die Nachrichten von den anderen angeschlagenen Spielern. Christian Hommel, Lasse Kopitz, Thomas Gödtel und Tyson Mulock werden versuchen, gegen die Augsburger Panther aufzulaufen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Spieler aufgrund der Vorbereitung geschont worden sind“, sagt Mannschaftsarzt Jochen Veit.

Sportlich wartet auf die Sauerländer mit dem Heimspiel gegen die Bayern und der Auswärtspartie bei den Eisbären Berlin am Sonntag (16.30 Uhr/o2-world) ein schweres Auftaktwochenende. Die Panther haben sich mit zahlreichen erfahrenen Spielern (beispielsweise Ivan Ciernik aus Hannover) verstärkt. Die Berliner als amtierender Meister haben es als einzige deutsche Mannschaft ins Finale der European Trophy geschafft. „Das erste Wochenende vorzubereiten, ist immer schwer. Deshalb geht es mir darum, dass wir uns in erster Linie auf unser eigenes Spiel konzentrieren“, betont Cheftrainer Mason.

Der sonst so fokussiert den Gegner ausspähende Mason kann sich nur auf wenige Daten verlassen, deshalb sucht er zu Recht sein Heil bei der Vorbereitung des eigenen Teams. Über seine Aufstellung hat er indes schon entschieden. Sébastien Caron bekommt Spiel eins im Tor, ansonsten bleiben die Reihen unverändert. Spielt Kopitz, geht er als Stürmer ins Match, Gödtel bekommt den Platz an der Seite von Richard Jares.

Roosters: Caron (Lange) – Raymond, Brennan; Jares, Gödtel; Orendorz, Danielsmeier – York, Raedeke, Macek; Sertich, Wolf, Mulock; Foster, Frosch, Giuliano; Fischhaber, Hommel, Kopitz

von Mirko Heintz

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