Trainer will nicht pokern

Roosters-Angriff auf die direkten Playoff-Ränge

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Nick Petersen wird gegen Wolfsburg wegen seiner dritten Disziplinarstrafe fehlen.

Iserlohn - Ein Entertainer wird Jari Pasanen in diesem Eishockeyleben nicht mehr. Da sind die Pre-Playoffs erreicht, der Cheftrainer der Iserlohn Roosters aber behält seinen Stil bei. Weiter als bis zum nächsten Spiel weigert er vorauszublicken.

Von Mirko Heintz

„Ich will nicht pokern, ich will auch keine Geschichten erzählen, ich will seriös meine Arbeit machen“, sagt der Finne mit einem Grinsen. Dass er seit dem Erfolg am Dienstag in Düsseldorf ein glücklicher Trainer ist, lässt er gern durchblicken, auf das Spekulieren, was gehen könnte, mag er sich denn nicht einlassen.

Dabei ist gerade der Blick voraus der spannendste. „Wir haben noch viel vor, haben unser letztendliches Ziel nicht erreicht“, betont Mannschaftskapitän Mike York. Er spricht es nicht aus, aber lässt vorausschauen, wo er und seine Teamkameraden hinwollen – auf die Plätze vier bis sechs. All das ist noch realistisch. Gerade vier Zähler trennen die Sauerländer von den Hamburg Freezers auf Rang vier. Die „Gefrierschränke“ von der Elbe sehnen aufgrund der mehr als angespannten Personalsituation mit vielen Verletzten das Ende der Hauptrunde herbei.

Zur direkten Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale fehlen den Sauerländern noch fünf Punkte aus vier Spielen. „Ich gehe davon aus, dass an diesem Wochenende keine Vorentscheidung fällt, erst gegen Ingolstadt oder in Berlin wissen wir, wo alles hingehen wird“, so Pasanen – und verfällt in Schweigen.

Von besonderer Bedeutung ist definitiv der Freitagabend. Um 19.30 Uhr empfangen die Iserlohner in der Eissporthalle am Seilersee den direkten Konkurrenten Grizzly Adams Wolfsburg, der aktuell fünf Zähler in der Tabelle hinter den Waldstädtern zurückliegt. Könnte man diesen Vorsprung auf acht Punkte ausbauen, wäre es deutlich wahrscheinlicher, die Niedersachsen hinter sich zu lassen. „Es ist wieder ein ganz wichtiges, ein vielleicht vorentscheidendes Spiel, das wir gewinnen wollen. Wenn wir auf uns vertrauen, kann es gelingen“, sagt Verteidiger Dieter Orendorz. Er gibt gern zu, dass die Euphorie in der Mannschaft groß ist, dass sich jeder freut, das erste Ziel erreicht zu haben – hungrig aber sei man auch noch. Drei der letzten fünf Partien hat das Team aus Wolfsburg zuletzt für sich entschieden, am Dienstag daheim gegen Augsburg gewonnen.

Personell können die Roosters nicht mit der besten Mannschaft in die Partie gehen. Gesperrt werden Colton Teubert nach seinem vermeintlichen Check aus dem Düsseldorf-Spiel und Nick Petersen aufgrund seiner dritten Disziplinarstrafe fehlen. Hinzu kommt der verletzungsbedingte Ausfall von Marko Friedrich, dessen Beinverletzung doch nachhaltiger zu sein scheint und einen Einsatz am Wochenende wohl nicht möglich macht. Dafür rücken Cody Sylvester und Collin Danielsmeier als Stürmer ins Team, Whitmore wird wohl mit Mike York und Brodie Dupont auflaufen. Wie die Mannschaft am Sonntagnachmittag im Westderby bei den Kölner Haien (14.30 Uhr, Kölnarena) aussieht, steht derzeit noch nicht fest.

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